• 07.10.2026, 11:30:34
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DVSV: Wartezeiten bei MRT kürzer geworden – Versorgungssituation deutlich verbessert

Neue MARKET-Studie: MRT-Wartezeiten sind seit dem Vorjahr im Schnitt um 8 Tage gesunken

Wien (OTS) - 

Das Marktforschungsinstitut MARKET hat im Auftrag der Österreichischen Sozialversicherungsträger die Wartezeiten für MRT-Untersuchungen in Österreich nach dem Vorjahr erneut analysiert. Die Erhebung knüpft an die Untersuchung vom Juni 2025 an und macht damit Entwicklungen im Zeitvergleich sichtbar. Erhoben wurden die tatsächlichen Wartezeiten bei telefonischer Terminvereinbarung und bei Onlinebuchung. Zudem wurden die den auf den Websites der Vertragspartner ausgewiesenen Wartezeiten sowie den Möglichkeiten zur privaten Finanzierung gegenübergestellt. Hintergrund der Erhebung ist die Kritik an zu langen Wartezeiten bei MRT-Instituten.

Mit der externen Qualitätssicherung überprüft die Sozialversicherung, wie sich die Versorgung im solidarischen System tatsächlich darstellt, und vergleicht sie mit den veröffentlichten Angaben.

Wartezeiten im Schnitt um rund acht Tage (28%) reduziert

Die Wartezeiten sind im Schnitt um rund acht Tage gesunken. Das zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Sozialversicherung und Vertragspartnern Wirkung zeigen. Besonders deutlich ist der Rückgang beim MRT des Oberbauchs: von 46 Tagen (2025) auf knapp 30 Tage. Beim Knie sank die Wartezeit von 20,5 auf 15 Tage, bei der Lendenwirbelsäule von 21,5 auf 17 Tage.

Der Gesamtvertrag sieht für MRT-Untersuchungen eine Wartezeit von maximal 20 Werktagen vor. Im Durchschnitt wird dieser Rahmen eingehalten, einzelne Institute überschreiten ihn aber deutlich.

Neben den Instituten mit Gesamtvertrag gibt es sogenannte Kooperationsgeräte. Das sind MRT-Geräte, die in Spitälern stehen und für die die Sozialversicherung zusätzlich bezahlt, damit auch Versicherte dort mit Terminvereinbarung untersucht werden können. Sie erweitern damit das Angebot für Kassenpatientinnen und -patienten. Hier muss im Schnitt etwas länger auf einen Termin gewartet werden: 2026 sind es 25,4 Tage, bei den Gesamtvertragsinstituten 19 Tage. Der Unterschied hat sich gegenüber 2025 kaum verändert.

Regionale Unterschiede und große Streuung

Entgegen dem von Interessensgruppen privater Versicherungsanbieter wiederholt vermittelten Eindruck flächendeckend dramatisch langer Wartezeiten zeigt die externe Studie ein differenzierteres Bild: Nahezu flächendeckend liegen die erhobenen Wartezeiten auf einem vertretbaren, vergleichsweise niedrigen Niveau. Dennoch zeigt sich eine regionale Streuung, sodass die Wartezeiten je nach Region und Untersuchungsfokus unterschiedlich ausfallen. Ausnahmen im grundsätzlichen Abwärtstrend der Wartezeiten sind Oberösterreich und Vorarlberg, wo Versicherte 2026 länger auf einen Termin warten als 2025. Vergleichsweise kurz sind die Wartezeiten in Wien, Tirol und der Steiermark.

Onlinebuchung legt zu, Wartelisten bleiben die Ausnahme

22 der insgesamt 83 untersuchten MRT-Institute ermöglichen mittlerweile eine direkte Onlinebuchung (2025: 19). Rechnet man acht Institute hinzu, bei denen die Buchung mittels direkter elektronischer Zuweisung (eKOS-Code) eines Arztes möglich ist, verfügen bereits 30 Institute über eine vergleichsweise unkomplizierte digitale Terminvereinbarung (2025: 22).

Kaum etabliert bleibt hingegen die aktive Information über Wartelisten: Nur rund 10 Prozent der Institute weisen Patientinnen und Patienten darauf hin, ähnlich wie im Vorjahr. Eine Wartelisten-Option könnte Versicherte zu früheren Terminen verhelfen, etwa bei kurzfristigen Absagen. Dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt. Eine aktive Information wäre hier ein einfacher Schritt zu mehr Patientenorientierung.

Private Termine: Zeitvorteil bleibt, Verfügbarkeit und Preise variieren

Rund 25 Prozent der Institute weisen auf ihrer Website auf die Möglichkeit einer privaten Bezahlung hin, ein Plus von rund 10 Prozentpunkten. Im telefonischen Kontakt signalisieren 22 Prozent der Institute diese Möglichkeit, am häufigsten in Vorarlberg und Oberösterreich, also in Bundesländern mit überdurchschnittlich langen Kassenwartezeiten. Der Zeitvorteil bei privater Bezahlung ist deutlich: Die Wartezeit beträgt im Schnitt 5,1 Tage, beim Knie rund sieben Tage. Dafür fallen im Schnitt rund 335 Euro an, in Vorarlberg und Tirol noch mehr.

Aus Sicht der Sozialversicherung ist das kritisch zu sehen. Ein rascher Termin darf nicht von der Zahlungsbereitschaft der Versicherten abhängen, sondern muss im solidarischen System gewährleistet sein.

Entwicklung der MRT-Kontakte im extramuralen Bereich

Im niedergelassenen Bereich haben sich die MRT-Kontaktzahlen von 2014 bis 2024 nahezu verdoppelt – von knapp 500.000 MRT-Kontakten im Jahr 2014 auf knapp über 1 Million Kontakte im Jahr 2024.

Maßnahmen der Sozialversicherung

Mit dem MRT/CT-Zielbild 2030 planen Bund, Länder und Sozialversicherung gemeinsam den Ausbau der Gerätekapazitäten. Seit Anfang 2025 wurden neun neue MRT-Geräte im niedergelassenen Bereich unter Vertrag genommen und 15 Kooperationsgeräte mit Spitälern in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufgenommen. Weitere Geräte werden derzeit aufgestellt oder verhandelt, es ist also noch zusätzliche Entlastung zu erwarten.

Die Sozialversicherung hat außerdem gemeinsam mit der Österreichischen Ärztekammer Anfang 2026 eine „Zukunftsvereinbarung e-health“ beschlossen, die auf die weitere Umsetzung von e-Health Projekten und neuen e-card Services bis 2030 abzielt. Darin vorgesehen ist auch die flächendeckende Ausrollung der elektronischen Zuweisung im MRT/CT-Bereich bis Ende 2027. Das konkrete Ziel ist es, durch standardisierte Schnittstellen und einheitliche digitale Prozesse Entscheidungen zu beschleunigen, Überweisungen zielgerichteter zu gestalten und Fehlzuweisungen zu vermeiden. Die technischen Umsetzungsarbeiten laufen bereits planmäßig.

Zudem bietet das Wartezeitenmonitoring (https://www.sozialversicherung.at/wartezeiten/) der Sozialversicherung eine offizielle Wartezeitenabfrage für CT- und MR-Untersuchungen, um für die Versicherten Transparenz und Orientierung über Wartezeiten im niedergelassenen Bereich zu schaffen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen Wirkung zeigen: Die Wartezeiten auf eine MRT-Untersuchung sind im Schnitt um rund acht Tage gesunken. Das ist ein wichtiges Signal für die Versorgungssicherheit in Österreich“, so Peter McDonald, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Wir arbeiten weiter daran, die Versorgungssituation im niedergelassenen Bereich weiter zu stärken – durch einen Ausbau der Kapazitäten, aber vor allem durch effiziente Steuerung und Patientenlenkung. Denn die Unterschiede zwischen den Regionen und einzelnen Instituten sind nach wie vor groß. Unser Anspruch ist, dass alle Versicherten in ganz Österreich zeitnah zu ihrem Termin kommen. Dafür arbeiten wir gemeinsam mit allen Systempartnern weiter an besseren Strukturen und einer klügeren Steuerung.“

„Die Zahlen zeigen, dass sich die gesetzten Maßnahmen positiv auf die Versorgung auswirken. Gleichzeitig gibt es einen Punkt, den wir nicht ausblenden dürfen: Für manche führt der Weg zum raschen Termin noch immer über die private Rechnung und nicht über die e-card. Das ist schwer vermittelbar in einem System, das von den Beiträgen solidarisch getragen wird und allen eine gute Versorgung verspricht“, so Claudia Neumayer-Stickler, stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Wir haben bei den Wartezeiten Fortschritte gemacht, aber wir sind noch nicht am Ziel. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, dass Termine schneller verfügbar sind und die Versorgung für alle verlässlich bleibt.“

Methodischer Hinweis

Die Studie ist die Trendmessung zur MRT-Wartezeiten-Erhebung 2025 und wurde methodisch identisch angelegt. Es handelt sich um eine Vollerhebung bei allen 83 MRT-Instituten bzw. Vertragseinrichtungen. Grundlage sind ein Online-Check aller Institute und 498 Calls, bei denen jedes Institut mit je zwei Szenarien (dringend/nicht dringend) für drei Körperregionen konfrontiert wurde. 492 dieser Calls konnten durchgeführt werden. Aussagen zu dringenden Untersuchungen sind nicht möglich, da dort üblicherweise die Zuweisenden direkt Kontakt mit dem Institut aufnehmen. Bundesländerwerte sind wegen teils geringer Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren. Im Rahmen der externen Qualitätssicherung wurden die tatsächlichen Wartezeiten zudem mit den auf den Websites der Vertragspartner ausgewiesenen Durchschnittswerten verglichen. Außerdem wurden Privatzahlungsmöglichkeiten und aktive Wartelisten-Angebote erhoben.

Rückfragen & Kontakt

Dachverband der Sozialversicherungsträger (DVSV)
Caroline Göschl, BA MA
Telefon: +4366488839072
E-Mail: [email protected]
Website: http://www.sozialversicherung.at/

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