- 07.10.2026, 08:00:36
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LALUCA Forum 2026: Gemeinsamer Schulterschluss für eine bessere Lungenkrebsversorgung in Österreich
Expert:innen aus Medizin, Forschung, Gesundheitswesen und Patient:innenvertretung diskutierten in Wien die Zukunft der Lungenkrebsversorgung

Wie lässt sich die Versorgung von Menschen mit Lungenkrebs in Österreich weiter verbessern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des dritten LALUCA Forums 2026, das auf Einladung der Forschungsplattform LALUCA (Longitudinal Analysis of Lung Cancer Data) in Wien stattfand. Vertreter:innen aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Patient:innenorganisationen diskutierten über aktuelle Herausforderungen, notwendige Qualitätsstandards und die Rolle von Versorgungsforschung für die Zukunft der Lungenkrebsmedizin.
Unter dem Motto „Die Zukunft der Lungenkrebsversorgung im Gespräch“ wurde deutlich, dass Fortschritte in Diagnostik und Therapie allein nicht ausreichen. Entscheidend sei, Innovationen auch strukturiert in die klinische Praxis zu überführen und ihre Auswirkungen auf die tatsächliche Versorgung messbar zu machen. Im Fokus standen daher Fragen der Qualitätssicherung, der Transparenz von Versorgungsdaten sowie der nachhaltigen Weiterentwicklung bestehender Versorgungsstrukturen.
Den wissenschaftlichen Auftakt bildeten Impulsvorträge von Marie-Kathrin Breyer (Vorständin der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengesundheit, Standort Penzing der Klinik Ottakring) und Arschang Valipour (Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie, Leiter des Karl Landsteiner Instituts für Lungenforschung und pneumologische Onkologie, Klinik Floridsdorf) zu Qualitätsindikatoren beim Bronchialkarzinom, Prävention und Früherkennung sowie zu den Chancen und Herausforderungen des Wiener Gesundheitsverbundes als Forschungsstandort, insbesondere für die Lungenonkologie.
Qualitätsindikatoren bestätigen hohen Behandlungsstandard
Valipour stellte eine aktuelle Auswertung aus dem LALUCA-Register vor, die eine hohe Versorgungsqualität der im Wiener Gesundheitsverbund behandelten Patient:innen mit Lungenkrebs zeigt. Untersucht wurden Qualitätsindikatoren, die die Umsetzung zentraler medizinischer Empfehlungen erfassen und Vergleiche mit spezialisierten Zentren und onkologischen Leitlinien ermöglichen.
Besonders gute Ergebnisse zeigten sich beispielsweise bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium: Bei rund 92 Prozent der erfassten Betroffenen wurde der Tumor umfassend auf genetische Veränderungen untersucht, um passende Therapien auszuwählen. Damit liegen die Werte deutlich über der Zielvorgabe der Deutschen Krebsgesellschaft von 75 Prozent und dem deutschen Vergleichswert von 79 Prozent. Auch die empfohlenen zielgerichteten Medikamente kamen nahezu durchgehend zum Einsatz.
Auch in früheren Krankheitsstadien zeigten sich gute Ergebnisse: Nach vollständiger Tumorentfernung erhielten 98 Prozent der für diese Kennzahl erfassten Betroffenen eine Untersuchung auf die EGFR-Mutation. Von den erfassten Patient:innen in frühen Stadien, die nicht operiert werden konnten, erhielten 83 Prozent eine strahlentherapeutische Behandlung.
Die Ergebnisse sind dabei jeweils im Zusammenhang mit der individuellen Situation der Betroffenen zu bewerten. Eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit, Begleiterkrankungen oder die Ablehnung einer Behandlung konnten begründen, weshalb bestimmte Therapieempfehlungen in der klinischen Praxis nicht umgesetzt werden können.
Versorgung aus unterschiedlichen Perspektiven
Im Zentrum der Veranstaltung stand die Podiumsdiskussion „Lungenkrebsversorgung in Österreich: Wie gut sind wir wirklich und was können wir besser machen?“. Unter der Moderation von Georg-Christian Funk (Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie, Leiter des Karl Landsteiner Instituts für Lungenforschung und pneumologische Onkologie, Klinik Ottakring) diskutierten Karin Eglau (Gesundheit Österreich GmbH), Gundula Koblmiller (Österreichische Lungenunion), Marcel Rowhani (Lungenfacharzt, Bundesfachgruppenobmann, Österreichische Gesellschaft für Pneumologie), Bernhard Schwarz (Präsident der Karl Landsteiner Gesellschaft, Österreichische Krebshilfe) und Arschang Valipour über die Anforderungen einer zukunftsfähigen Versorgung und die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung. Einigkeit bestand darin, dass transparente Qualitätsindikatoren, strukturierte Versorgungsdaten und eine verstärkte Zusammenarbeit aller Beteiligten die wesentlichen Grundlagen für Fortschritte in der pneumo-onkologischen Versorgung darstellen.
„Für Patient:innen zeigt sich die Versorgungsqualität auch darin, ob verständliche Informationen transportiert werden, ob sie wissen, an wen sie sich bei Fragen wenden können, und ob sie aktiv in Entscheidungen einbezogen werden. Diese Erfahrungen müssen in der Weiterentwicklung der Versorgung gestärkt werden. Nach meiner Erfahrung signalisieren die Betroffenen zudem ein großes Interesse an der Teilnahme an klinischen Studien“, betont Gundula Koblmiller, Präsidentin der Österreichischen Lungenunion.
„Die Diskussionen beim diesjährigen LALUCA Forum haben gezeigt, wie groß die Bereitschaft aller Akteur:innen ist, gemeinsam an einer evidenzbasierten und patient:innenorientierten Weiterentwicklung der Lungenkrebsversorgung zu arbeiten. Forschung, Qualitätssicherung und Versorgung müssen dabei Hand in Hand gehen“, so Valipour.
LALUCA verbindet Forschung und Qualitätsentwicklung
Das Forum verdeutlichte zugleich die Weiterentwicklung von LALUCA. Die Initiative versteht sich heute nicht mehr nur als Registerstudie, sondern als Plattform für Versorgungsforschung, Qualitätsentwicklung und interdisziplinären Dialog. Durch die systematische Erfassung klinischer, molekularer und versorgungsrelevanter Daten schafft LALUCA die Grundlage, Versorgungsrealitäten sichtbar zu machen und Verbesserungspotenziale evidenzbasiert zu identifizieren.
„Eine moderne Lungenkrebsversorgung benötigt nicht nur medizinische Innovationen, sondern auch belastbare Daten und messbare Qualitätsstandards. Nur so können wir langfristig nachvollziehen, wo wir stehen und wo wir besser werden müssen“, erklärte Robab Breyer-Kohansal (Vorständin der 6. Medizinischen Abteilung, Innere Medizin mit Pneumologie, Klinik Hietzing) im Rahmen der Veranstaltung.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des dritten LALUCA Forums 2026 setzt die Initiative einen weiteren Schritt zur Stärkung der österreichischen Lungenkrebsforschung und zur Förderung einer datengestützten Qualitätsentwicklung in der klinischen Versorgung. Die beim Forum diskutierten Impulse sollen nun in die weitere wissenschaftliche und gesundheitspolitische Arbeit einfließen.
Über LALUCA
LALUCA (Longitudinal Analysis of Lung Cancer Data – An Austrian Research Platform) ist eine Registerstudie und Initiative für Versorgungsforschung und Qualitätsentwicklung in der Lungenkrebsmedizin. Durch die systematische Erfassung klinischer, molekularer und versorgungsrelevanter Daten schafft LALUCA die Grundlage, Versorgung sichtbar zu machen, Qualität messbar zu machen und evidenzbasierte Verbesserungen voranzutreiben. Heute ist LALUCA eine Plattform für Forschung, Zusammenarbeit und Dialog mit dem gemeinsamen Ziel, die Lungenkrebsversorgung in Österreich nachhaltig zu verbessern.
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Rückfragen & Kontakt
David Rosenthaler, BEd
Leitung Wissenschaftskommunikation, Medical Education & Public
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Telefon: 01277005634
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.lungenforschung.at/
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