- 06.10.2026, 15:46:32
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Neue Namen für Wiens Straßen, Plätze und Parks beschlossen
Kaup-Hasler: Von Kultur und Wissenschaft bis zu Widerstand und Zeitgeschichte – neue Benennungen machen vielfältige Wiener Geschichten im Stadtbild sichtbar
Für zahlreiche Wiener Straßen, Plätze und Parks wurden heute neue Namen beschlossen. Gewürdigt werden Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft ebenso wie Menschen, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten oder von diesem verfolgt und vertrieben wurden. Unter den neuen Namen finden sich international bekannte Persönlichkeiten wie Jane Goodall und Tina Turner sowie prägende Größen der österreichischen Kulturgeschichte wie Otto Schenk, Elisabeth Orth, Peter Simonischek und Waltraut Haas. Gleichzeitig rücken die Benennungen auch Lebensgeschichten in den Mittelpunkt, die bislang weniger sichtbar im Wiener Stadtbild waren.
„Straßen, Plätze und Parks sind nicht nur Teil unseres Alltags, ihre Namen erzählen auch die Geschichte unserer Stadt. Mit den heute beschlossenen Benennungen erinnern wir an Menschen, die Wien und weit darüber hinaus Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft geprägt haben, ebenso wie an jene, die verfolgt wurden oder mutig Widerstand geleistet haben. So wird im öffentlichen Raum sichtbar, wie vielfältig die Geschichten und Persönlichkeiten sind, die unser gemeinsames Gedächtnis ausmachen“, so Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler.
Vielfältige Persönlichkeiten im Wiener Stadtbild
Besonders viele neue Namen wurden für die Donaustadt beschlossen. Im Stadtquartier Eibengasse sollen künftig mehrere bekannte Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur im Stadtbild präsent sein. Ein Platz wird nach dem Schauspieler, Theater- und Opernregisseur und früheren Direktor des Theaters in der Josefstadt Otto Schenk benannt. Die Doyenne und das Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters Elisabeth Orth erhält eine eigene Gasse. An den langjährigen Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek wird künftig eine Allee erinnern, an Film- und Theaterlegende Waltraut Haas eine Gasse. Auch der langjährige Moderator und Entertainer Peter Rapp erhält einen eigenen Weg.
Auch zwei international bekannte Persönlichkeiten werden künftig in der Donaustadt im Wiener Stadtplan zu finden sein. In der Seestadt Aspern wurde die Benennung einer Straße nach der Verhaltens- und Primatenforscherin sowie Tier- und Naturaktivistin Jane Goodall beschlossen. Eine Promenade wird künftig den Namen der Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Tina Turner tragen. Weitere bekannte Namen kommen in anderen Bezirken hinzu. In Floridsdorf wurde die Benennung eines Parks nach Gerald Pichowetz beschlossen. Der Wiener Schauspieler und Regisseur gründete das Gloria-Theater in Floridsdorf. In der Josefstadt soll die bisher umgangssprachlich als Hamerlingpark bezeichnete Parkanlage künftig an die in Wien geborene Exil-Schriftstellerin und Übersetzerin Lore Segal erinnern. In der Leopoldstadt wurde mit dem Soshanaplatz die Würdigung der 1927 in Wien geborenen und vom NS-Regime vertriebenen Malerin Soshana beschlossen.
Widerstand, Verfolgung und Exil im Stadtbild sichtbar machen
Mehrere der heute beschlossenen Benennungen erinnern an Menschen, deren Lebensgeschichten von Verfolgung und Widerstand während der Zeit des Nationalsozialismus geprägt waren. In Liesing soll der Käthe-Sasso-Weg an die Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime und Zeitzeugin erinnern. Die 2024 verstorbene Wienerin hatte sich über viele Jahre für die Erinnerung an Widerstand und Verfolgung eingesetzt.
In der Leopoldstadt wurden gleich mehrere entsprechende Benennungen beschlossen. Ein Park soll künftig den Namen der vom NS-Regime verfolgten Wiener Leistungsschwimmerin Ruth Langer tragen. Der Anna-Peczenik-Park erinnert an die Kindergärtnerin, Spanienkämpferin und Widerstandskämpferin Anna Peczenik, die 1944 vom NS-Regime ermordet wurde. Mit dem Amalia-Carneri-Park wird der Sängerin Amalia Carneri gedacht, die 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde.
In Penzing wird mit dem Emilie-Tolnay-Park künftig an die Widerstandskämpferin Emilie Tolnay erinnert, die 1944 vom NS-Regime im Wiener Landesgericht hingerichtet wurde. In der Donaustadt wurde außerdem die Benennung eines Weges nach David Josef Bach beschlossen. Der Musikschriftsteller und Volksbildner des Roten Wien wurde 1939 ins Exil vertrieben.
Nicht alle neuen Namen beziehen sich auf einzelne Persönlichkeiten. Der bisher als Wiental-Steg bezeichnete Übergang zwischen Margareten und Mariahilf soll künftig Regenbogensteg heißen. Der Name steht als sichtbares Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und Gleichberechtigung und verweist auf die historische Bedeutung der LGBTIQ-Community in beiden Bezirken. In der Donaustadt wurde außerdem für den Vorplatz des ÖFB-Campus der Name Platz des Fußballs beschlossen.
Auch historische Ortsbezeichnungen finden Eingang in den Wiener Stadtplan: Im Stadtentwicklungsgebiet Biotop Wildquell in Liesing wurden mit Am Nussbrunnenfeld und Am Wildquell zwei Namen beschlossen, die historische Flurnamen des Gebiets aufgreifen.
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