- 06.10.2026, 12:51:32
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Bürgermeister Ludwig ad Sitzung des Wiener Religionsrates: „Gerade in herausfordernden Zeiten müssen wir den Dialog stärken“
Zusammenleben in Pensionisten- und Pflegewohnhäusern zentraler Punkt der Sitzung
Heute, Dienstag, fand auf Einladung von Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig eine Sitzung des Wiener Religionsrates im Wiener Rathaus statt. Vertreter*innen der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sowie der religiösen Bekenntnisgemeinschaften berieten über die aktuelle internationale Lage und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche und interreligiöse Miteinander in Wien. Ein weiterer Schwerpunkt war das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Konfessionen in den Wiener Pensionisten- und Pflegewohnhäusern.
„Die internationalen Entwicklungen und die zahlreichen Konflikte, die uns derzeit beschäftigen, wirken auch auf das Zusammenleben in unserer Stadt. Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsam für Respekt, Dialog und sozialen Zusammenhalt einzutreten“, sagte Bürgermeister Michael Ludwig.
Der Wiener Religionsrat leiste dabei einen wichtigen Beitrag, so Ludwig. „Wien ist eine Stadt, in der Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen seit vielen Jahren zusammenleben. Dieses Miteinander ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss jeden Tag gepflegt werden. Die Religionsgemeinschaften sind dabei wichtige Partner der Stadt.“
Interreligiöser Dialog als Antwort auf Polarisierung
Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, wie angesichts internationaler Spannungen und zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung das friedliche Zusammenleben in Wien weiter gestärkt werden kann. Einigkeit bestand darin, dass Konflikte und Krisen nicht dazu führen dürfen, dass Menschen aufgrund ihrer Religion oder Herkunft gegeneinander ausgespielt werden.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass internationale Konflikte den Zusammenhalt in Wien belasten. Unterschiedliche religiöse Überzeugungen sind Teil unserer vielfältigen Stadtgesellschaft. Entscheidend ist, dass wir einander mit Respekt begegnen und im Dialog bleiben“, betonte Ludwig.
Der Wiener Religionsrat versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 2023 als Forum für den regelmäßigen und strukturierten Austausch zwischen Stadt und Religionsgemeinschaften. Die im Jänner 2026 beschlossene Grundsatzerklärung bekräftigt das gemeinsame Bekenntnis zu Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit sowie zum entschiedenen Auftreten gegen religiös motivierte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimische und antichristliche Tendenzen und jede Form der Ausgrenzung.
Religiöse Vielfalt auch in Pensionisten- und Pflegewohnhäusern
Ein weiterer Punkt der heutigen Sitzung war die religiöse Vielfalt in den Wiener Pensionisten- und Pflegewohnhäusern. Gerade im höheren Lebensalter gewinnen vertraute Rituale, religiöse Traditionen und seelsorgerische Begleitung für viele Menschen besondere Bedeutung.
Gemeinsam wurde erörtert, wie die unterschiedlichen religiösen Bedürfnisse der Bewohner*innen bestmöglich berücksichtigt und zugleich ein respektvolles Miteinander im Alltag gewährleistet werden kann. Dabei geht es unter anderem um die Möglichkeit, religiöse Feste und Bräuche zu leben, seelsorgerische Angebote in Anspruch zu nehmen sowie unterschiedliche Speisevorschriften und andere religiöse Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen.
„Unsere Pensionisten- und Pflegewohnhäuser sind Orte des friedvollen Miteinanders. Dort sollen sich Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit gut aufgehoben und respektiert fühlen. Das gilt selbstverständlich auch für die letzte Lebensphase. Niemand soll auf die eigene religiöse Identität verzichten müssen, gleichzeitig muss das Miteinander aller Bewohnerinnen und Bewohner funktionieren“, erklärte Ludwig.
Wien setzt auf Dialog und gegenseitigen Respekt
Der Wiener Bürgermeister unterstrich abschließend die Bedeutung des regelmäßigen Austauschs: „Der Wiener Religionsrat zeigt, dass unterschiedliche Glaubensgemeinschaften gemeinsame Verantwortung für unsere Stadt übernehmen können. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein Wien, in dem Unterschiede respektiert werden, in dem niemand aufgrund seines Glaubens ausgegrenzt wird und in dem der Dialog stärker ist als das Trennende.“
(Schluss)
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