• 06.10.2026, 10:47:33
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Bioökonomie in Österreich: 166 Milliarden Euro Umsatz, 395.000 Beschäftigte

Erstes Jahrbuch der Bioökonomie zeigt: Jeder zehnte Euro der österreichischen Gesamtwirtschaft ist biobasiert.

Graz (OTS) - 

166 Milliarden Euro Umsatz, 395.000 Beschäftigte, 43.600 Unternehmen: Die Bioökonomie erwirtschaftet jeden zehnten Euro der österreichischen Gesamtwirtschaft. Das zeigt das erste Jahrbuch der Bioökonomie, das Bioeconomy Austria am Montag beim Summit in der Seifenfabrik Graz präsentierte. „Zum ersten Mal wissen wir, wie groß die Bioökonomie in Österreich wirklich ist. Wirtschaften mit nachwachsenden Rohstoffen ist keine Nische in Österreich. Wer über Standort und Versorgungssicherheit spricht, muss über biobasierte Wirtschaft sprechen, und genau dafür sind wir die Drehscheibe“, sagt Florian Kamleitner, Obmann von Bioeconomy Austria.

Alle Wertschöpfungsketten erfasst

Das Bioökonomie-Jahrbuch „EinBlick“ bildet erstmals alle biobasierten Wertschöpfungsketten ab, von der Land- und Forstwirtschaft über Verarbeitung und Handel bis zur Energieproduktion – im Mittelpunkt stehen die Wertschöpfungsketten in den österreichischen Bundesländern. Allein in der Steiermark lag im Jahr 2023 der Umsatz der Bioökonomie bei 21,9 Milliarden Euro, getragen vor allem von der Wertschöpfungskette Holz.

Vom Pitch zur Industrie: Bioökonomie in jeder Größe

Wie der Weg von der Idee zum Markt gelingen kann, hat der Bioeconomy Austria Summit gezeigt. Auf der Bühne standen junge Teams mit innovativen Ideen: Lampen aus gebrauchtem Speiseöl oder eine App, die Waldbesitzer:innen den Zustand ihres Waldes zeigt. Daneben zeigten etablierte Betriebe, die ihre biobasierten Lösungen bereits erfolgreich verkaufen: Holzgas-Kraftwerke, Brettsperrholz für den mehrgeschoßigen Bau, Insektenprotein aus Lebensmittelresten, steirische Kürbiskernprodukte und eine Bioraffinerie, die aus Weizen Stärke, Eiweiß und Bioethanol herstellt.

Die Lücke dazwischen heißt Kapital

Zwischen dem geförderten Forschungsprojekt und der ersten industriellen Anlage bleiben viele Ideen stecken. Wie sich dieses „Valley of Death“ überwinden lässt, diskutierten auf dem Podium Michael Brandkamp (European Circular Bioeconomy Fund), Philippe Mengal (Bio-based Industries Consortium) und Margit Noll (FFG).

„Österreichische Unternehmen sind in den europäischen Bioökonomie-Programmen überdurchschnittlich erfolgreich. Die Herausforderung beginnt danach: Zwischen dem geförderten Projekt und der industriellen Produktion braucht es Kapital in einer Größenordnung, die weder Förderung noch Bank allein aufbringen. Diese Lücke zu schließen ist eine gemeinsame Aufgabe von nationaler Förderung und europäischen Investor:innen“, sagte Margit Noll, Bereichsleiterin Europäische und Internationale Programme der FFG.

Tech Tour Forest Bioeconomy: 24 Start-ups, Investoren aus ganz Europa

Genau diese Lücke war der Grund, die Tech Tour Forest Bioeconomy erstmals nach Österreich zu holen. 24 ausgewählte Start-ups und Scale-ups aus ganz Europa präsentierten am 5. und 6. Oktober ihre Unternehmen vor internationalen Investor:innen. Diese haben in der Vergangenheit mehr als 1.700 Investitionen getätigt und damit zu einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 21 Milliarden Euro beigetragen. „Europa verfügt über herausragende Innovationen im Bereich der Bioökonomie, doch um diese in Lösungen im industriellen Maßstab umzusetzen, ist Kapital erforderlich. Indem wir führende Investor:innen und Unternehmer:innen in Graz vernetzen, wollen wir dazu beitragen, diese Lücke zu schließen und die nächste Generation biobasierter Technologien voranzutreiben“, sagt William Stevens, CEO von Tech Tour. Eine solche Technologie bietet etwa Magmatic Bio aus Wien, das mithilfe synthetischer Biologie kritische Metalle wie Seltene Erden aus Abfallströmen zurückgewinnt. „Das Event in Graz hat uns mit Investor:innen zusammengebracht, die wir sonst nicht getroffen hätten. Für ein Deep-Tech-Start-up wie unseres ist dieser Zugang enorm wertvoll“, so Dhaarsi Jaksch, Mitgründerin von Magmatic Bio.

25 Jahre Holzcluster Steiermark: Wenn aus Netzwerk Wertschöpfung wird

Wie sich solche Innovationen langfristig in Wertschöpfung übersetzen, zeigt der Holzcluster Steiermark. Seit 25 Jahren vernetzt er Unternehmen und Forschung entlang der Wertschöpfungskette Holz. Sein Jubiläum feierte der Cluster am Abend des 5. Oktober mit Partnerunternehmen, Wegbegleiter:innen und Vertreter:innen aus Wirtschaft, Forschung und Politik. „25 Jahre Holzcluster zeigen, was möglich ist, wenn Forstwirtschaft, Industrie und Forschung eng zusammenarbeiten. Aus heimischen Rohstoffen entstehen so marktfähige Lösungen, Innovationen und regionale Wertschöpfung“, so Alexander Pinter, Geschäftsführer des Holzcluster Steiermark.

Über Bioeconomy Austria

Bioeconomy Austria ist die Drehscheibe der österreichischen Bioökonomie. Das Netzwerk verbindet mehr als 480 Partner:innen aus Unternehmen und Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung, regionalen Clustern sowie Bildung und Medien, damit aus nachwachsenden Rohstoffen Wertschöpfung im Land entsteht. Getragen wird es vom Verein Bioeconomy Austria und seinen zehn Mitgliedsorganisationen in den Bundesländern. Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.

Über den Holzcluster Steiermark

Der Holzcluster Steiermark vernetzt Unternehmen, Forschung und Institutionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz. Seit 2001 unterstützt er die Branche bei Innovation, Kooperation, Technologietransfer und Internationalisierung und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit des Holzstandorts Steiermark.

Über Tech Tour

Tech Tour ist Europas größte Community für Technologie-Unternehmertum und Investment, gegründet 1998 in Brüssel. Jährlich treffen bei rund 25 Programmen über 750 ausgewählte Wachstumsunternehmen auf mehr als 500 Investor:innen. Die Tech Tour Forest Bioeconomy fand 2026 erstmals in Österreich statt.

Jahrbuch „EinBlick“

Das Jahrbuch „EinBlick“ steht als PDF unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.bioeconomy-austria.at/wp-content/uploads/Bioeconomy-Austria-Jahrbuch-2026.pdf

Fotos

Bitte den Copyright-Hinweis beim jeweiligen Bild beachten. Die Bildnachweise variieren: © Holzcluster Steiermark/Fasching bzw. © ms moving stills. Abdruck honorarfrei. Bioeconomy Summit 2026

Rückfragen & Kontakt

Ökosoziales Forum Österreich & Europa
Johanna Kramer, MA
Telefon: +43 664 1381652
E-Mail: [email protected]
Website: https://oekosozial.at

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