• 06.10.2026, 09:42:02
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Grüne Wien/Kraus zu Greenpeace-Ranking: Ein ambitioniertes Ziel für 2040 allein macht noch keine Wärmewende

Wien hat ambitionierte Pläne, hinkt den eigenen Zielen aber hinterher.

Wien (OTS) - 

Im heute von Greenpeace veröffentlichten Ranking zum Ausstieg europäischer Hauptstädte aus fossilem Gas landet Wien auf Platz drei von 15 untersuchten Städten. „Dass Wien beim Greenpeace-Ranking weit vorne landet, ist erfreulich. Entscheidend ist aber nicht nur, welches Ziel man sich für 2040 setzt und wie viel Geld man investiert, sondern ob und wie schnell man dieses Ziel auch erreicht. Und hier sind wir in Wien noch nicht, wo wir sein wollen. Noch immer wird rund jeder zweite Wiener Haushalt mit fossilem Gas beheizt“, so Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien.

Wie groß die Lücke zwischen Ziel und tatsächlichem Fortschritt ist, zeigt der Energiebericht der Stadt Wien: Zwischen 2020 und 2024 ging die Zahl der Gaszählpunkte lediglich um sechs Prozent zurück. Bei gleichbleibendem Tempo würde es noch mehr als fünf Jahrzehnte dauern, bis alle Haushalte auf nachhaltige Energieträger umgestiegen sind. „Mit diesem Tempo erreicht Wien das Ziel für 2040 nicht. Die Stadt muss jetzt vom Ankündigen ins Umsetzen kommen. Wer den Gasausstieg ernst meint, braucht neben einer Strategie auch verbindliche Maßnahmen, um mehr Haushalte beim Umstieg zu erreichen“, so Kraus.

Pioniergebiete müssen endlich Tempo aufnehmen

Wie holprig die Umsetzung bislang verläuft, zeigt sich auch in den sogenannten Fernwärme Pioniergebieten: Dort soll gezeigt werden, wie ganze Grätzl koordiniert von Gas auf Fernwärme und umgestellt werden können. Allerdings: Im Pioniergebiet Gumpendorfer Straße waren mit Stand 2024 lediglich 20 Gebäude neu an die Fernwärme angeschlossen worden. „Gerade die Pioniergebiete müssten eigentlich zeigen, wie der Gasausstieg rasch und koordiniert funktionieren kann. Wenn selbst dort der Anschluss nur langsam vorankommt, muss sich die Stadtregierung fragen, wie die Umstellung in ganz Wien bis 2040 gelingen soll“, so Kraus, und weiter: „Wir brauchen endlich einen nachvollziehbaren Ausbauplan und verlässliche und günstige Fernwärmepreise, die den Umstieg für die Wienerinnen und Wiener auch attraktiv machen.“ Hinzu kommt: Derzeit stammen rund 60 Prozent der Wiener Fernwärme aus fossilen Energieträgern. Der Ausstieg aus Gasheizungen in den Gebäuden und die Dekarbonisierung der Fernwärme müssen deshalb Hand in Hand gehen.

„Raus aus Gas verlangt Anstrengungen auf mehreren Ebenen. Die Stadtregierung hat die Aufgabe hunderttausende Gasheizungen in den Gebäuden zu ersetzen und gleichzeitig die Fernwärme selbst aus fossilem Gas herauszuführen. Greenpeace bestätigt Wiens ambitionierte Ziele. Jetzt muss die Stadt zeigen, dass sie diese Ziele nicht nur auf dem Papier verfolgt, sondern auch in der notwendigen Geschwindigkeit umsetzt“, so Kraus abschließend.

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