• 05.10.2026, 14:16:03
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Hattmannsdorfer: Nordafrika bietet Österreich über 200 Mio. Euro zusätzliches Exportpotenzial

Mit Energie-Abkommen will Algerien von Österreichs führender Rolle beim Erneuerbaren Ausbau lernen – Warenexporte nach Algerien und Tunesien 2025 bei knapp 250 Mio. Euro

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer mit Algeriens
Präsidenten Abdelmadjid Tebboune
Wien (OTS) - 

„Österreichs Jobs und Wohlstand hängen zu einem großen Teil am internationalen Handel. Gerade in Zeiten geopolitischer und geoökonomischer Verwerfungen braucht Österreich verlässliche Partner in der Welt. Algerien und Tunesien sind Chancenmärkte direkt vor unserer Haustür, die wir nutzen wollen und werden. Österreich vertieft daher seine Beziehungen zu Algerien. Dass Präsident Tebboune uns in Algier persönlich empfangen hat, zeigt den hohen Stellenwert, den Algerien der Zusammenarbeit mit Österreich gibt. Jetzt geht es darum, aus politischem Vertrauen konkrete wirtschaftliche Chancen für unsere Unternehmen zu machen“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Mehr als 200 Mio. Euro zusätzliches Exportpotenzial bis 2030

Österreichische Unternehmen exportierten 2025 Waren im Wert von insgesamt 246,3 Mio. Euro nach Algerien und Tunesien. Der WKÖ-Exportradar weist bis 2030 zusätzlich 212,29 Mio. Euro ungenutztes Exportpotenzial aus:

  • Algerien: 208,9 Mio. Euro Warenexporte 2025; 150,51 Mio. Euro zusätzliches ungenutztes Exportpotenzial bis 2030.
  • Tunesien: 37,35 Mio. Euro Warenexporte 2025; 61,78 Mio. Euro zusätzliches ungenutztes Exportpotenzial bis 2030.
  • Chancenfelder: Maschinen, Elektronik, Fahrzeuge sowie Rohstoffe und Chemie; darüber hinaus konkrete Bedarfe bei Energie, Netzen, Infrastruktur sowie Wasser- und Umwelttechnologien.

Ziel der Reise war es, bestehende Wirtschaftsbeziehungen auszubauen und österreichischen Unternehmen zusätzliche Zugänge zu diesen Märkten zu eröffnen.

Energie-MoU: Algerien will vom Europameister lernen

Ausdruck der intensiveren Beziehungen zwischen Algerien und Österreich ist das von Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Algeriens Energie- und Erneuerbarenminister Mourad Adjal in Algier unterzeichnete Memorandum of Understanding zu Wasserstoff und erneuerbaren Energien. Das Abkommen umfasst unter anderem erneuerbare Stromerzeugung, Netzintegration, Infrastruktur, Regulierung und Zertifizierung sowie Investitionsförderung und B2B-Kontakte.

„Österreich ist Europameister beim Erneuerbaren Ausbau und dieses Know-How ist auch international gefragt. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich erneuerbaren Energie und Wasserstoff bieten sich Chancen für unsere österreichischen Betriebe und gleichzeitig profitieren wir von geplanten Infrastrukturprojekten in Algerien“, so Hattmannsdorfer.

Zwei Punkte sind für die wirtschaftliche Zusammenarbeit besonders relevant:

  • Rechtsangleichung: Algerische Wasserstoffprojekte sollen möglichst von Beginn an so geplant und zertifiziert werden können, dass ihre Nachweise mit europäischen Anforderungen kompatibel sind. So sollen spätere Anpassungen, zusätzliche Kosten und Verzögerungen bei gemeinsamen Projekten vermieden werden.
  • Unternehmens-Matching für erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien machen derzeit rund 1 Prozent der algerischen Stromerzeugung aus; das strategische Ziel liegt bei 27 Prozent bis 2030. Für den Ausbau braucht es zusätzliche Solar- und Windkraft, Netze, Speicher und Systemintegration. Das MoU sieht daher einen technischen Ausschuss sowie Kontaktstellen in beiden Ministerien vor; technische Teams können Projekte analysieren und konkrete Vereinbarungen vorbereiten. So sollen algerische Bedarfe gezielter mit österreichischen Anbieterinnen und Anbietern bei Netzen, Speichern, Energie-, Wasser- und Umwelttechnologien sowie weiteren Industrie- und Infrastrukturleistungen zusammengebracht werden.

Politische Türen auf höchster Ebene geöffnet

Algerien und Tunesien haben ein hohes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit mit Österreich. Österreichisches Know-How und Qualität sind mehr als gefragt. Das zeigt sich vor allem an der hohen Dichte an hochrangigen politischen Terminen, allen voran durch den persönlichen Termin von Algeriens Präsidenten Abdelmadjid Tebboune. In Algerien folgten Gespräche mit Staatsminister und Kohlenwasserstoffminister Mohamed Arkab sowie mit Energie- und Erneuerbarenminister Mourad Adjal. In Tunesien führte Hattmannsdorfer Gespräche auf Regierungsebene zu Wirtschaft, Industrie, Energie und Umwelt und nahm am tunesisch-österreichischen Wirtschaftsforum teil.

Rückfragen & Kontakt

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Presseabteilung

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