- 05.10.2026, 14:00:32
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Plasma: unverzichtbar in Notfällen und für lebenswichtige Therapien.
Zur Internationalen Plasma Awareness Woche (5.–9.10.2026) betont die IG Plasma den Wert der Plasmaspende. Plasma-Produkte retten Leben bei Akutfällen und chronischen Krankheiten.

Ein schwerer Unfall, eine Operation oder eine unerwartete Blutung: Es gibt Situationen, in denen Menschen rasch auf Blut- und Plasmaprodukte angewiesen sein können. Plasma enthält wichtige Proteine, darunter Gerinnungsfaktoren, und spielt damit auch in der Akut- und Notfallmedizin eine wichtige Rolle.
Gleichzeitig ist menschliches Blutplasma der Ausgangsstoff für Medikamente, die viele Patient:innen langfristig benötigen. Diese plasmabasierten Therapien kommen unter anderem bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten, Blutgerinnungsstörungen sowie bestimmten neurologischen Erkrankungen zum Einsatz. Für Betroffene geht es nicht um ein abstraktes Gesundheitsangebot, sondern um die Frage, ob eine notwendige Therapie verfügbar ist.
„Plasma kann im entscheidenden Moment helfen – im Notfall ebenso wie bei einer langfristigen Behandlung“, sagt Mag. Christian Scherr, Vorsitzender der IG Plasma. „Niemand plant einen Unfall, eine schwere Blutung oder eine Erkrankung. Deshalb betrifft die Versorgung mit Plasma und plasmabasierten Medikamenten uns alle. Wer Plasma spendet, leistet einen konkreten Beitrag dazu, dass Patientinnen und Patienten die Behandlung bekommen, auf die sie angewiesen sind.“
Blutspende und Plasmaspende: unterschiedlich – und beide unverzichtbar
Wenn von Spenden die Rede ist, denken viele zuerst an die Blutspende. Das ist nachvollziehbar: Blut und seine Bestandteile werden täglich in Spitälern gebraucht – etwa nach Unfällen, bei Operationen oder Geburten. Die Plasmaspende ist jedoch nicht weniger wichtig. Sie erfüllt eine andere Aufgabe in der medizinischen Versorgung.
Aus Plasma werden unter streng kontrollierten Bedingungen Medikamente hergestellt, die Menschen mit schweren, chronischen und seltenen Erkrankungen regelmäßig benötigen. Dazu gehören beispielsweise Immunglobuline, die Patient:innen mit geschwächtem oder fehlendem Immunsystem vor schweren Infektionen schützen können, oder Gerinnungsfaktoren für Menschen mit bestimmten Blutgerinnungsstörungen.
„Für viele Patientinnen und Patienten sind plasmabasierte Medikamente keine Therapieoption unter vielen, sondern eine medizinische Notwendigkeit“, sagt Dr. Peter Perger, stellvertretender Vorsitzender der IG Plasma. „Menschliches Plasma ist ein unverzichtbarer Ausgangsstoff für diese Therapien. Eine verlässliche Plasmaversorgung entscheidet daher konkret darüber, ob Menschen Zugang zu den Medikamenten haben, die sie für ihre Lebensqualität und ihre Gesundheit brauchen.“
Ob zur Blutstillung, Schwangerschaftsvorsorge oder Infektionsabwehr – Medikamente aus Blutplasma sind vielseitig einsetzbar und werden von fast jedem Menschen im Laufe des Lebens benötigt.
Der Bedarf steigt – Versorgung braucht mehr Aufmerksamkeit
Der Bedarf an plasmabasierten Medikamenten wächst. Gründe dafür sind unter anderem bessere Diagnosemöglichkeiten, keine synthetische Ersatzherstellung, eine alternde Bevölkerung und neue medizinische Erkenntnisse, durch die mehr Patient:innen erkannt und dauerhaft behandelt werden können.
Eine Analyse von Copenhagen Economics aus dem Jahr 2026 geht davon aus, dass rund 1,12 Millionen Menschen in Europa an zwölf bekannten seltenen Erkrankungen leiden, die mit plasmabasierten Therapien behandelt werden können. Dazu zählen unter anderem Hämophilie und primäre Immundefekte. Gleichzeitig wird für Immunglobuline – eine besonders wichtige Gruppe plasmabasierter Medikamente – bis 2028 ein deutlicher weiterer Anstieg der Nachfrage erwartet, da sie vermehrt bei Krebserkrankungen, schweren Autoimmunerkrankungen oder nach Organtransplantationen eingesetzt werden.
Europa ist bei Plasma weiterhin stark auf Importe angewiesen: Rund 40 Prozent des europäischen Plasmabedarfs wurden 2023 aus den USA importiert. Eine ausreichende Plasmaaufbringung in Österreich und Europa ist daher auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Je mehr Plasma innerhalb Europas gewonnen wird, desto widerstandsfähiger wird die Versorgung von Patient:innen gegenüber internationalen Abhängigkeiten und möglichen Engpässen.
Plasmaspende: ein überschaubarer Einsatz mit großer Wirkung
Die Gesundheit und Eignung der Spender:innen steht im Mittelpunkt des Spendeprozesses. Bei einer Plasmaspende wird das Plasma vom Blut getrennt, die übrigen Blutbestandteile werden dem Körper wieder zurückgegeben. Voraussetzung ist, dass Spender:innen gesund sind und alle medizinischen Kriterien erfüllen. Vor jeder Spende erfolgt eine gesundheitliche Kontrolle; die Spende selbst unterliegt klaren gesetzlichen und medizinischen Vorgaben.
Für Spender:innen ist eine Plasmaspende ein planbarer Termin im Alltag. Für Patient:innen kann sie den Unterschied machen: zwischen wiederkehrenden schweren Krankheitsverläufen und einer stabilen Therapie, zwischen eingeschränkter Lebensqualität und mehr Alltag, Arbeit, Ausbildung oder Zeit mit der Familie.
Drei Fakten zu Plasma
- Plasma kann in akuten medizinischen Situationen relevant sein: Es enthält wichtige Proteine wie Gerinnungsfaktoren und ist Teil der Versorgung bei bestimmten schweren Blutungen und Gerinnungsstörungen.
- Plasma ermöglicht lebenswichtige Medikamente: Viele plasmabasierte Therapien sind auf menschliches Plasma angewiesen und können oftmals nicht durch andere Therapien ersetzt werden.
- Plasma wird dauerhaft gebraucht: Für zahlreiche Patient:innen sind diese Medikamente keine einmalige Behandlung, sondern ein regelmäßiger und langfristiger Teil ihres Lebens.
Die Internationale Plasma Awareness Woche findet 2026 von 5. bis 9. Oktober statt. Sie soll weltweit das Bewusstsein für die Bedeutung von Plasma, für die Menschen hinter jeder Spende und für die Patient:innen stärken, die auf plasmabasierte Therapien angewiesen sind.
Die IG Plasma ruft deshalb dazu auf, sich über die Möglichkeit einer Plasmaspende zu informieren. Denn Plasma ist kein Randthema der Medizin. Es ist ein wertvoller Rohstoff für die Notfallversorgung und für Medikamente, die Menschen mit schweren Erkrankungen jeden Tag brauchen.
Über die IG Plasma
Die IG Plasma ist der Zusammenschluss der Plasmaaufbringer in Österreich. Sie setzt sich für eine nachhaltige Versorgung mit Plasma und plasmabasierten Medikamenten ein und informiert über die Bedeutung der Plasmaspende für Patient:innen und das österreichische Gesundheitssystem.
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Hintergrund / Quellen für die Redaktion
- Copenhagen Economics: The Impact of Plasma-Derived Therapies in Europe – The health and economic case for ensuring sustainable supply, März 2026. Der Bericht wurde von Copenhagen Economics erstellt und von Takeda in Auftrag gegeben.
- Plasma Protein Therapeutics Association / International Plasma Awareness Week: IPAW 2026 findet von 5. bis 9. Oktober 2026 statt. (plasmaweek.org)
Rückfragen & Kontakt
Europlasma GmbH
Katrin Schleinzer
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Website: https://www.europlasma.at
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