- 05.10.2026, 11:00:32
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30 Jahre Welt-Ei-Tag: Heimische Eier glänzen als Superfood
Stabiles Wachstum deckt steigende Nachfrage in Österreich
Am 9. Oktober wird in Österreich und in mehr als 140 Ländern der Welt zum 30. Mal der „Welt-Ei-Tag“ gefeiert. Die österreichische Geflügelwirtschaft nimmt diesen Tag zum Anlass, die hohe Bedeutung des Eis als wertvollen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung hervorzuheben. Um die steigende Nachfrage nach Eiern zu decken, investieren Bäuerinnen und Bauern bis Ende 2027 rund 80 Mio. Euro in neue tierfreundliche Stallungen. Dieses Wachstum kann aber nachhaltig nur gehalten werden, wenn Handel, Gastronomie und Konsumenten weiter beim Einkauf auf österreichische Eier setzen. Eine starke heimische Produktion und damit Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade vor dem Hintergrund von steigendem Importdruck aber auch von Dürre und Klimawandel hat die hohe Versorgungssicherheit einen besonders hohen Wert und bleibt eine große Herausforderung. Konsumenten, die sichergehen wollen, ein hochwertiges österreichisches Ei kaufen zu wollen, achten beim Einkauf auf das rot-weiß rote AMA-Gütezeichen.
Eier immer beliebter – aus gutem Grund
Der Welt-Ei-Tag wird jedes Jahr am zweiten Freitag im Oktober gefeiert und war eine Erfindung des Österreichers Willi Kallhammer. Er war 1996 Präsident der Dachorganisation der weltweiten Eierproduzenten und Vermarkter, IEC, der International Egg Commission. Die Branche begeht diesen Tag in diesem Jahr zum 30. Mal und feiert damit ein Jubiläum. Eierproduzenten und Vermarkter rücken an diesem Tag die besonderen ernährungsphysiologischen Vorzüge des Eis in den Mittelpunkt.
Eier sind der Bauplan für neues Leben und liefern fast alle Vitamine, die ein Mensch zum Leben braucht. Das Eiweiß im Ei verfügt zudem über eine biologische Wertigkeit von annähernd 100, das bedeutet, dass annähernd 100% des Eiweißes in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden kann. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten und besonders sportbegeisterte Menschen schätzen diese vielen Vorteile. Entsprechend steigt der Pro-Kopf-Konsum von Eiern in Österreich seit Jahren kontinuierlich. 2015 lag der jährliche pro Kopf Konsum in Österreich noch bei 236 Eiern, zehn Jahre später, also 2025, liegt er bereits bei 246 Eiern / Kopf. Auch der österreichische Selbstversorgungsgrad ist seit dem frühen Ausstieg aus der Käfighaltung von 74% im Jahr 2009 kontinuierlich gestiegen und liegt zurzeit bei knapp 90%. Diese Entwicklung verdeutlicht die Erfolgsgeschichte der heimischen Eierproduktion eindrucksvoll.
Heimische Betriebe investieren in die Zukunft.
Um diese steigende Nachfrage zu decken, werden bis Ende 2027 österreichweit rund 80 Mio. Euro in neue tierfreundliche Ställe investiert. „Wir freuen uns über den Mut so vieler Bäuerinnen und Bauern mit großen Investitionen in die Legehennenhaltung einzusteigen. Mit diesem Wachstum können wir nicht nur den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel umfassend mit heimischen Eiern beliefern, sondern auch die österreichische Gastronomie“, freut sich Heinz Schlögl, der Obmann Stellvertreter der Geflügelwirtschaft Österreich. Gerade in der heimischen Gastronomie setzen Einkäufer immer mehr auf den Eierproduzenten ihres Vertrauens in ihrer Nähe.
Einen neuen Legehennenstall zu bauen beutet trotzdem ein Risiko. Eine solche Entscheidung bedeutet schließlich eine wirtschaftliche Festlegung für mehr als eine Generation. „Neueinsteiger kalkulieren jetzt im guten Glauben an den Lebensmittelhandel, die Gastronomie und die anspruchsvollen Konsumentinnen und Konsumenten auch zukünftig heimische Eier einzukaufen. Wir hoffen also weiterhin auf das große Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in die heimische Qualitätsproduktion und geben ein Qualitätsversprechen ab“, so Schlögl abschließend.
Importdruck steigt
Wie bereits mehrfach auch öffentlich berichtet, nimmt der Importdruck von Eiern aus vor allem Osteuropa deutlich zu. Etwa 1 Mio. Eier werden täglich nach Österreich importiert. Diese Eier stammen fast immer aus größeren Produktionseinheiten und oft aus der Käfighaltung oder einer Tierhaltung mit niedrigeren Standards als in Österreich. Sie können aufgrund anderer Kostenstrukturen und geringerer Auflagen vielfach günstiger angeboten werden. Dadurch geraten österreichische Familienbetriebe, die in Tierwohl, Umweltmaßnahmen und höchste Qualitätsstandards investieren, zunehmend unter Wettbewerbsdruck.
Ukrainische Eier auch auf Wiener Märkten
Das Wiener Marktamt berichtete kürzlich erneut, von falsch deklarierten ukrainischen Eiern auf Wiener Märkten. Die Ukraine hat sich in den vergangenen Jahren zum bedeutendsten Eierexporteur in die Europäische Union entwickelt. Statistiken zufolge stammen rund zwei Drittel aller Eierimporte in die EU aus der Ukraine. Gleichzeitig erfolgt die Legehennenhaltung dort laut Brancheninformationen zu über 90% in der Käfighaltung. Solche Eier gelangen vor allem über die Gastronomie und die Lebensmittelindustrie auf die Teller von Herrn und Frau Österreicher.
Vorstandsmitglied der GWÖ und Obmann der EZG-Frischei Günther Wenninger warnt, „Mit dem Konsum solcher Eier schadet man nicht nur österreichischen Bäuerinnen und Bauern, die auf hohe Tier- und Umweltstandards setzen, sondern übersieht auch, dass in der Produktion von Eiern außerhalb der EU häufig geringere Lebensmittelsicherheitsstandards gelten“. Besondere Aufmerksamkeit erhält das Thema auch deshalb, weil 2025 in mehreren EU-Ländern über das EU Schnellwarnsystem RASFF Antibiotika-Rückstände in ukrainischen Eierchargen gemeldet wurden.
Klimawandel und Versorgungssicherheit
Die Dürre- und Hitzeperiode des vergangenen Sommers zeigt besorgniserregend, wie empfindlich die landwirtschaftliche Produktion auf klimatische Veränderungen reagiert. Die österreichische Geflügelwirtschaft hat deshalb bereits in den vergangenen Jahren in moderne Lüftungsanlagen, Kühlsysteme und Sprühkühlungen investiert. Damit kann den Legehennen auch an heißen Sommertagen ein angenehmes Stallklima geboten werden. Gleichzeitig führen Ernteausfälle in Europa zu steigenden Futtermittelpreisen und erhöhen so auch die Produktionskosten der heimischen Eierwirtschaft. Umso wichtiger ist es, stabile heimische Strukturen zu erhalten und damit Abhängigkeiten vom Ausland zu verringern. Versorgungsengpässen und damit verbundenen massiven Preissteigerungen kann so vorgebeugt werden.
Beim Einkauf auf Österreich achten
„Gerade in Zeiten der Klimakrise und internationaler Unsicherheiten ist die heimische Eierproduktion ein Garant für Stabilität. Mit dem AMA-Gütesiegel haben Konsumentinnen und Konsumenten eine verlässliche Orientierung und die Sicherheit, sich bewusst für österreichische Herkunft, strenge Kontrollen und besonders hohe Produktionsstandards zu entscheiden“, so Wenninger abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Geflügelwirtschaft Österreich
DI Michael Wurzer
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