• 01.10.2026, 10:00:42
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ÖGIM und ÖGAM: Versorgungspartnerschaft nimmt Gestalt an – erster Patient:innenpfad zu rheumatoider Arthritis fachübergreifend abgestimmt

Innere Medizin und Allgemeinmedizin präsentierten bei der ÖGIM-Jahrestagung in Salzburg erstmals gemeinsam den Stand ihrer Kooperation.

V.l.n.r.: Dr. Anton Wankhammer (ÖGAM) und Univ.-Prof. Dr.
Alexander Rosenkranz (ÖGIM)
Wien, Salzburg (OTS) - 

Mit einer ersten gemeinsamen Session im Rahmen der ÖGIM-Jahrestagung haben die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) und die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) am 17. September 2026 den aktuellen Stand ihrer Versorgungspartnerschaft vorgestellt. ÖGIM-Präsident Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz und ÖGAM-Präsidiumsmitglied Dr. Anton Wankhammer zeigten außerdem am Beispiel der rheumatoiden Arthritis, wie strukturierte Patient:innenpfade die Zusammenarbeit im niedergelassenen Bereich verbessern können. „Wir brauchen ein sinnvolles Schnittstellenmanagement zwischen den Versorgungsebenen. Das möchten wir mit den Patient:innenpfaden abbilden“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz die Notwendigkeit solcher Pfade.

Hintergrund: Versorgungsengpässe und fehlende Schnittstellen

Eine aktuelle Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) zeigt: Im Kassenbereich könnte das Angebot an Internist:innen bis 2035 je nach Szenario um bis zu ein Viertel hinter dem Bedarf zurückbleiben. Gleichzeitig stehen Hausarztpraxen und Primärversorgungseinheiten unter Druck. Patient:innen landen im System häufig zur falschen Zeit am falschen Ort – mit der Folge, dass Spitalsambulanzen Aufgaben übernehmen, die ambulant effizienter erledigt werden könnten.

Klare Rollen statt Konkurrenz

Ein im Mai 2026 unterzeichneter Letter of Intent der beiden Fachgesellschaften definiert ein komplementäres Rollenverständnis: Die hausärztliche Primärversorgung ist erste Anlaufstelle, koordiniert und begleitet Patient:innen kontinuierlich. Die Innere Medizin und die internistischen Sonderfächer bringen ihre Expertise ein, wo vertiefte Abklärung oder Behandlung nötig ist. Ausdrücklich nicht Ziel der Partnerschaft sind Einschränkungen der ärztlichen Freiheit oder der freien Arztwahl sowie Standespolitik oder Lobbying. „Es ist für die ÖGAM und die ÖGIM ein gemeinsames Anliegen, die Versorgung der Patient:innen zu verbessern und im System Ressourcen zu heben. Wir verfolgen damit gemeinsame Ziele und können aktiv mitgestalten“, betont Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz die Basis der Versorgungspartnerschaft. „Wir können als Fachgesellschaften einen Beitrag zu einem Prozess liefern, der ganz klar auch politischer Wille ist – und dieser Beitrag ist rein evidenzbasiert und medizinisch getrieben“, ergänzt Dr. Anton Wankhammer.

Pfad zu rheumatoider Arthritis erhält fächerübergreifende Unterstützung

Als Beispiel wurde der Patient:innenpfad zur rheumatoiden Arthritis vorgestellt. Er gliedert sich in drei Phasen: Erstverdacht und klinische Abklärung in der Hausarztpraxis, leitlinienbasiertes Schnittstellenmanagement zur Vermeidung von Verzögerungen sowie spezifische Diagnostik und Therapiebeginn in der Rheumatologie. Für die Langzeitbetreuung ist festgelegt, wer welche Aufgaben übernimmt – von der hausärztlichen Führung über die fachspezifische Fallführung bis zum internistischen Management von Komorbiditäten wie dem kardiovaskulären Risiko.

Die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie & Rehabilitation (ÖGR) hat den Pfad maßgeblich erarbeitet, in gemeinsamen Arbeitsterminen mit ÖGIM und ÖGAM wurde dieser fachlich abgestimmt. Die beteiligten Disziplinen hatten dabei die Möglichkeit, sich einzubringen. Auch die Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (ÖGOuT) wurde eingebunden und unterstützt diesen Pfad. „Es braucht den politischen Willen, um diese fachlich abgestimmten Vorschläge aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Wir bleiben optimistisch, dass das gelingen wird“, so Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz.

Über die ÖGIM

Die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) ist mit rund 3.500 Mitgliedern die größte Fachgesellschaft für Internist:innen in Österreich. Sie fördert und gestaltet die Aus- und Fortbildung in der Inneren Medizin mit und vertritt deren Anliegen gegenüber Politik, Öffentlichkeit und anderen Fachgesellschaften.
Die ÖGIM sorgt für fächerübergreifende Vernetzungsmöglichkeiten, fördert den interdisziplinären Austausch und bietet State-of-the-Art-Weiterbildungen.

Weitere Informationen: www.oegim.at

IHS-Studie: https://link.springer.com/article/10.1186/s12960-025-01013-3

Rückfragen & Kontakt

Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM)
Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz
Telefon: +43 1 89 034 74-300
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oegim.at

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