- 01.10.2026, 09:23:32
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Hohe Standards in Österreich – warum nicht auch für Importware?
Bei uns nicht zulässig – und trotzdem auf unseren Tellern
Österreichische Bauern produzieren nach hohen Standards. Strenge Regeln bei Tierhaltung, Pflanzenschutz sowie beim Schutz von Umwelt und Grundwasser sollen Menschen, Tiere und Umwelt schützen.
Der Bauernbund erklärte am 2. September 2026 anlässlich des Importstopps für bestimmte brasilianische Produkte: „Wer unsere hohen Standards nicht erfüllt, hat auf unserem Markt nichts verloren.“
Die AGÖ fragt: Warum gilt dieser Grundsatz nicht konsequent für alle Lebensmittel?
Besonders deutlich zeigt sich der Widerspruch bei Eiern: Käfighaltung ist in Österreich verboten. Trotzdem wurden laut VIER PFOTEN bereits 2022 täglich rund 1,8 Millionen Eier importiert – der Großteil davon aus Käfighaltung. Viele dieser Eier landen in verarbeiteten Lebensmitteln oder in der Gastronomie, wo die Haltungsform für Konsumenten oft nicht erkennbar ist.
Österreich verbietet also eine Haltungsform aus Tierschutzgründen im eigenen Land – Produkte aus genau dieser Haltungsform dürfen aber weiterhin auf unseren Tellern landen.
Ähnliche Unterschiede gibt es auch bei Fleisch und Milch. Hunderttausende Schweine aus ausländischer Aufzucht und Mast werden jährlich in Österreich geschlachtet. Beim Geflügel ist Österreich ebenfalls deutlich auf Importe angewiesen. Gleichzeitig wird die gesamte an österreichische Molkereien gelieferte Rohmilch gentechnikfrei produziert – ein Standard, den importierte Milchprodukte nicht automatisch erfüllen müssen.
Auch bei importiertem Getreide können Pflanzenschutzmittel eingesetzt worden sein, die in Österreich nicht zulässig sind.
Das Beispiel Brasilien zeigt gleichzeitig: Die EU kann sehr wohl verlangen, dass bestimmte Vorgaben bereits bei der Produktion im Herkunftsland eingehalten werden.
Für die AGÖ stellt sich deshalb eine einfache Frage:
Wenn hohe Standards notwendig sind, um Konsumenten, Tiere und Umwelt zu schützen – warum gelten vergleichbare Maßstäbe nicht für alle Lebensmittel, die auf unserem Markt verkauft werden?
Hohe Standards sind richtig. Sie müssen aber glaubwürdig sein und dürfen nicht an der Grenze enden.
Die AGÖ fordert daher vergleichbare Produktionsstandards für Importware, wirksame Kontrollen und eine klare, durchgängige Herkunfts- und Produktionskennzeichnung. Konsumenten sollen erkennen können, woher ihre Lebensmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden.
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Manfred Muhr
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