• 30.09.2026, 13:40:32
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Wiener Wohnbau: Stadtentwicklung ist ein Marathon und kein Sprint

NIBRA Zukunftsgespräche zeigen fünf Hebel für leistbares, nachhaltiges Wohnen – Investitionen & Finanzierung, schnellere Verfahren, industrielle Vorfertigung und Lebenszyklusdenken

NIBRA Zukunftsgespräche zum Thema „Green Building im Wohnbau“ in
der Vienna Grand Gallery.
Wien (OTS) - 

Nachhaltiger Wohnbau beginnt bei der Planung, endet aber nicht mit der Fertigstellung. Entscheidend ist, wie effizient, leistbar und funktionstüchtig ein Gebäude über Jahrzehnte hinweg bleibt. Bei den ersten NIBRA Zukunftsgesprächen am 29. September in der Vienna Grand Gallery diskutierten Vertreter aus Wohnbau, Immobilienwirtschaft, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Baupraxis, wie sich Green Building mit Leistbarkeit und langfristiger Qualität verbinden lässt.

Als zentrale Hebel wurden mehr Investitionen, schnellere Genehmigungsverfahren, langfristigere Finanzierungsmodelle, industrielle Vorfertigung und konsequentes Lebenszyklusdenken identifiziert.

„Green Building darf nicht bei der Gebäudehülle aufhören. Entscheidend ist, ob ein Gebäude auch im täglichen Betrieb nachhaltig, effizient und leistbar funktioniert“, sagt Nikolaus Brada, Eigentümer und Geschäftsführer von NIBRA sowie Initiator der Zukunftsgespräche.

NIBRA bringt dabei bewusst die Perspektive des langfristigen Gebäudebetriebs ein. Das Wiener Familienunternehmen errichtet, modernisiert und betreut Aufzugsanlagen und begleitet damit technische Infrastruktur über viele Jahre. Wartung, Energieverbrauch, Verfügbarkeit, Modernisierbarkeit und Betriebskosten zeigen sich erst über die gesamte Nutzungsdauer – und sind damit wesentliche Faktoren nachhaltiger Gebäudequalität.

Eröffnet wurde der Abend von Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy. Durch die Diskussion führte Wolfgang Renner.

Fünf Stimmen aus der Praxis benennen die zentralen Hebel

Langfristiger planen:
Dr. Claudia Brey, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, stellte die langfristige Perspektive in den Mittelpunkt: „Stadtentwicklung ist ein Marathon und kein Sprint.“ Entscheidend sei, ob Quartiere auch Jahre nach ihrer Fertigstellung noch funktionieren und den Bedürfnissen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner entsprechen.

Mehr investieren:
KommR Mag. Michael Gehbauer, Obmann des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen, forderte höhere Investitionen, leistbare Grundstücke und verlässliche Rahmenbedingungen: „Wir müssen wieder mehr in den Wohnbau investieren.“

Den Lebenszyklus mitdenken:
Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI, betonte neben ökologischer auch wirtschaftliche und soziale Qualität. „Leistbares Wohnen ist nicht nur die Miete, sondern auch die Betriebskosten.“ Entscheidend sei daher, welche Kosten ein Gebäude über seine gesamte Nutzungsdauer verursacht.

Verfahren und Finanzierung neu denken:
Foad Ghaemi, B.Sc., Direktor Wealth Management der Alpen Privatbank Aktiengesellschaft: „Der Handlungsbedarf liegt bei Genehmigungen, Regulierung und Finanzierung.“ Lange Verfahren könnten Projekte verteuern; langfristigere Finanzierungsmodelle sollten stärker diskutiert werden.

Industrieller bauen:
Prok. Ing. Sascha Risavy, Abteilungsleiter Baumanagement beim Österreichischen Siedlungswerk, formulierte die Herausforderung: „Der Wohnbau müsse günstiger, schneller und ökologischer“ werden.“ Vorfertigung und industrielle Bauprozesse könnten Bauabläufe effizienter und planbarer machen.

Vom Green-Building-Anspruch in die Praxis

Wie diese Ansätze zusammenspielen können, zeigt das Wohnprojekt B.R.I.O. im Quartier Neues Landgut. Holz-Hybrid-Bauweise, hoher Vorfertigungsgrad und ein erneuerbares Energiesystem treffen dort auf Barrierefreiheit, technische Qualität und langfristige Nutzung.

NIBRA realisierte die Aufzugsanlagen des Projekts. Damit wird die Bedeutung des laufenden Betriebs konkret: Technische Infrastruktur muss nicht nur bei der Übergabe funktionieren, sondern über viele Jahre zuverlässig, effizient und wirtschaftlich betrieben werden können.

Green Building wird damit zur Lebenszyklusaufgabe. Was heute geplant und gebaut wird, bestimmt wesentlich die ökologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der kommenden Jahrzehnte.

Zukunftsbarometer als Ausgangspunkt

Die Ergebnisse des erstmals bei dieser Veranstaltung eingesetzten und von NIBRA entwickelten „NIBRA Zukunftsbarometers“ werden gesondert ausgewertet und in die weitere Entwicklung des Formats einfließen.

NIBRA Zukunftsgespräche werden fortgesetzt

Am 2. November 2026 laden Nikolaus Brada und Valentin Bauer, MBA, COO der IMMOunited GmbH, unter dem Titel „Ein Tisch, viele Interessen: Der Weg zu mehr Wohnraum“ erneut in die Vienna Grand Gallery. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Leistbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung wieder besser zusammenfinden können.

Rückfragen & Kontakt

Social City Wien
Emil Diaconu
Telefon: +436765116482
E-Mail: [email protected]

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