- 30.09.2026, 12:27:32
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Fünf Jahre Waldbrand Hirschwang: Einsatzkräfte und Wald im Fokus
Pernkopf/Czernohorszky/Fahrafellner: Erfahrungen aus Katastrophe stärken Vorsorge und Waldbrandbekämpfung
Vor fünf Jahren hielt der größte Waldbrand in der Geschichte Österreichs das Land in Atem. Am 25. Oktober 2021 brach am Mittagstein bei Hirschwang an der Rax ein Feuer aus, das sich in dem steilen und felsigen Gelände rasch ausbreitete. Insgesamt waren 115 Hektar Wald betroffen. Nach 13 Tagen konnte am 6. November „Brand aus“ gegeben werden. Heute, fünf Jahre später, wurde bei einer Pressekonferenz vor Ort von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky und Dietmar Fahrafellner, Landesfeuerwehrkommandant Niederösterreich, auf den damaligen Einsatz zurückgeblickt und Bilanz gezogen.
„Wir haben damals in Hirschwang die Kräfte der Natur zu spüren bekommen. Gleichzeitig haben wir erlebt, wie stark die Kräfte unserer Einsatzkräfte sind. Der Waldbrand ist in die Geschichte eingegangen als Geschichte des Zusammenhalts, aus der wir für die Zukunft lernen, um unsere Heimat Niederösterreich zu schützen“, sagte LH-Stellvertreter Pernkopf, der auch betonte: „Rund 8.600 Einsatzkräfte, darunter etwa 7.750 Feuerwehrkameraden, waren 13 Tage lang im Einsatz. Unterstützt wurden sie von 33 Katastrophenhilfsdienst-Zügen und 16 Fluggeräten aus dem In- und Ausland. Man könnte sagen: Die traditionelle Leistungsschau am Nationalfeiertag hat vor fünf Jahren nicht nur am Heldenplatz, sondern auch hier in Hirschwang stattgefunden.“
„Der damalige Einsatz hat uns aber auch gezeigt, dass Waldbrände eine Herausforderung sind, auf die wir uns langfristig vorbereiten müssen. Der Klimawandel ist angekommen, und zukünftig werden Waldbrände nicht weniger. Deshalb investieren wir in Ausrüstung und Ausbildung sowie in Vorbereitung und Vorbeugung. Dazu gehören Führungscontainer mit Einsatzleitstand, Drohnen mit Wärmebildkameras und mehr als 30 Spezialfahrzeuge. Der Sonderdienst Waldbrand wurde auf 600 Kameradinnen und Kameraden aufgestockt. Sie bewähren sich nicht nur in Niederösterreich, sondern unterstützen auch bei Einsätzen im Ausland und sammeln dort wichtige Erfahrungen“, so Pernkopf. Er sprach den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden Respekt, Dank und Anerkennung aus und bedankte sich bei der Stadt Wien für die gute Zusammenarbeit.
Wiens Stadtrat Jürgen Czernohorszky meinte: „Die Wiener Quellschutzwälder sind von zentraler Bedeutung für die Wiener Wasserversorgung. Umso dramatischer waren die Ereignisse vor fünf Jahren, als am Mittagstein am Schneeberg einer der größten Waldbrände Österreichs ausbrach. Mein großer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Wien und allen Einsatzkräften, die damals über Bundesländergrenzen hinweg bis an die Grenzen der Belastbarkeit im Einsatz waren. Dieser Zusammenhalt, dieses Miteinander und diese Zusammenarbeit waren entscheidend, um diese enorme Herausforderung zu bewältigen.“ Er führte weiter aus: „Die Folgen des Brandes werden uns noch sehr lange beschäftigen – es kann rund 100 Jahre dauern, bis sich der Wald vollständig regeneriert hat. Seit 2022 wurden rund 500 Kilogramm Saatgut mit verschiedenen Gras- und Kleearten ausgebracht und rund 10.000 Pflanzen gesetzt. Dabei setzen wir bewusst auf unterschiedliche Baumarten und einen vielfältigen Mischwald, der widerstandsfähiger gegen Krankheiten und die Folgen des Klimawandels ist.“ Der Waldbrand habe eindringlich gezeigt, welchen Gefahren unsere Wälder durch Klimakrise und zunehmende Trockenheit ausgesetzt seien, so der Stadtrat. Vor allem aber brauche es klare Regeln und das Bewusstsein: „Im Wald darf kein Feuer gemacht werden.“
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner betonte: „Wir haben aus diesem Einsatz sehr viel gelernt und konnten wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Boden- und Luftkräften sammeln. Die Brandbekämpfung in Niederösterreich aus der Luft ist besonders dann effizient, wenn die Einsatzkräfte am Boden und die Hubschrauber eng koordiniert zusammenarbeiten und die Abwürfe gezielt abgestimmt werden.“ Niederösterreich verfüge mittlerweile über rund 600 speziell für die Waldbrandbekämpfung ausgebildete und ausgerüstete Sonderkräfte, sprach er einen weiteren Aspekt an: „Durch zahlreiche Einsätze und internationale Erfahrungen konnten in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse gewonnen und unterschiedliche Vorgehensweisen miteinander verglichen werden. Der sogenannte mediterrane Waldbrand ist mittlerweile auch bei uns angekommen.“
Vor fünf Jahren breitete sich das Feuer innerhalb weniger Stunden rasch aus, das steile und unwegsame Gelände machte einen direkten Löscheinsatz vom Boden aus vielfach unmöglich. Starker Wind fachte die Flammen immer wieder an, gleichzeitig entwickelten sich unterirdische Glutnester. Der Boden wurde durch den Brand schwer geschädigt und ist teilweise besonders erosionsgefährdet. Stark geschädigte oder bereits abgestorbene Bäume wurden quer zum Hang gefällt, Grassamen ausgebracht sowie neue Bäume und Sträucher gepflanzt. Der Wiederaufbau des Waldes wird noch viele Jahrzehnte in Anspruch nehmen. In 20 bis 30 Jahren sollen auf den betroffenen Flächen wieder acht bis zehn Meter hohe, klimafitte Bäume wachsen. Die Entwicklung wird laufend beobachtet, aufgrund des unwegsamen Geländes teilweise auch mithilfe von Drohnen. Gleichzeitig bleibt die Waldbrandprävention eine zentrale Aufgabe – von der Sicherung von Löschwasser und aktuellen Einsatzplänen über die Pflege von Wegen und Durchforstung bis zur Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren durch weggeworfene Zigaretten.
Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005-12704, Mobiltelefon +43 676 812 15283, E-Mail [email protected]
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