- 30.09.2026, 10:03:02
- /
- OTS0069
Österreichisches Pilotprojekt „Empowering Futures“ stärkt von Armut betroffene Kinder und Familien in Nordmazedonien
106 Kinder wurden kontinuierlich begleitet – Tageszentrum „Gnezdo“ als staatlich lizenzierter Anbieter sozialer Dienstleistungen anerkannt
Nach zwei Jahren intensiver Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien ist das Projekt „Empowering Futures – Wege aus der Armut durch ganzheitliche Unterstützung und soziale Inklusion für von Armut betroffene Kinder und Familien in Nordmazedonien“ mit einer Abschlusskonferenz, unter Anwesenheit des österreichischen Botschafters und Sozialattachés in Nordmazedonien, vor wenigen Tagen in Skopje zu Ende gegangen. Von Oktober 2024 bis September 2026 wurde das Projekt von Journalists for Human Rights North Macedonia (JHR) gemeinsam mit ECPAT Österreich – der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung – umgesetzt und durch Mittel des österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) finanziert, ohne dessen Unterstützung das Projekt nicht hätte durchgeführt werden können.
Ein Zentrum für Kinder in besonders vulnerablen Lebenslagen
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Etablierung des Tageszentrums „Gnezdo“ – zu Deutsch „Nest“ – in Skopje, das im Mai 2025 seine Tore für von Armut betroffene Kinder und Familien öffnete. Insgesamt wurden 106 Kinder kontinuierlich begleitet. Ein Großteil der Kinder konnten mit Unterstützung des Zentrums ihren Schulbesuch fortsetzen. Rund 800 psychosoziale Beratungen, mehr als 360 Besuche in Familien und vor Ort sowie 300 verteilte Pakete mit Lebensmitteln, Kleidung, Schul- und Hygieneartikeln ergänzten die Unterstützung. 30 Jugendliche und Eltern erhielten zudem Unterstützung bei Qualifizierung und beruflicher Orientierung.
Das Zentrum arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Familien, die auf der Straße, in Wohnungslosigkeit oder prekären Wohnverhältnissen leben, mit Kindern mit Behinderungen sowie von anderen vulnerablen Lebensumständen Betroffenen. Das Angebot verbindet Betreuung und Bildungsförderung mit psychosozialer Beratung, Familienarbeit, Gesundheits- und Sozialleistungen, materieller Unterstützung und Kompetenzentwicklung.
„Das Tageszentrum zeigt, wie konkrete Hilfe und nachhaltige Perspektiven zusammenwirken können. Gewaltprävention beginnt dort, wo Kinder und Familien Zugang zu Unterstützung, Gesundheits- und Sozialleistungen, Bildung und Perspektiven erhalten, denn Kinder brauchen Schutz, Stabilität und die Möglichkeit, ihre Zukunft selbst zu gestalten“
, betont Waltraud Gugerbauer, Geschäftsführerin von ECPAT Österreich. Dabei trägt die Stärkung von Kindern und Familien auch zur Prävention von Gewalt, Ausbeutung und Kinderhandel bei.
Nachhaltige Strukturen durch österreichische Unterstützung
Ein besonderer Meilenstein ist die staatliche Lizenzierung des Tageszentrums als Anbieter sozialer Dienstleistungen für Kinder in sozialen Risikolagen durch das zuständige nordmazedonische Ministerium. Damit erhält das im Projekt entwickelte Modell institutionelle Anerkennung und eine wichtige Grundlage für seine Weiterführung. Künftig wird damit ein Großteil der laufenden Betriebskosten des Tageszentrums vom nordmazedonischen Sozialamt übernommen.
„Österreich unterstützt Nordmazedonien beim EU-Beitrittsprozess u.a. mit zahlreichen bilateralen Aktivitäten und Projekten. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei auch der Sozialbereich, wo der Sozialattaché an der österreichischen Botschaft in Skopje zahlreiche Aktivitäten setzt. Projekte wie diese zeigen auch die wichtige Rolle von NGOs beim Zugang zu sozialen Dienstleistungen für vulnerable Zielgruppen. Dies ist auch eine der Stärken des österreichischen Sozialsystems, wo diese Erfahrungen gerne geteilt werden“
, sagt H.E. Martin Pammer, Botschafter der Republik Österreich in Nordmazedonien.
Wissenstransfer über Grenzen hinweg
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der internationalen Zusammenarbeit. Austausch- und Trainingsaktivitäten in Österreich, Griechenland und Albanien ermöglichten den Transfer von Erfahrungen und Praxiswissen. Nordmazedonische Delegationen besuchten in Österreich unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen Kinderschutz, Bildung und soziale Unterstützung.
„Die Finanzierung dieses bilateralen Projekts durch das österreichische Sozialministerium ist ein Teil verschiedenster Unterstützung bei den Reformen im Sozial-, Beschäftigungs- und Gesundheitsbereich in Nordmazedonien. Dies trägt auch zur Erreichung der Ziele der Europäischen Säule der sozialen Rechte und zur Europäischen Kindergarantie in Nordmazedonien bei. Die kürzlich erfolgte Lizenzierung des Tageszentrum in Skopje für vulnerable Familien, die von Armut betroffen sind, ist ein bedeutsamer Projektfortschritt. Nach erfolgreicher Pilotierung von Projekten ist es dann wichtig, dass diese Maßnahmen auch ins Regelsystem übergeführt und nachhaltig finanziert werden“
, erklärt Harald Breza-Fugger, österreichischer Sozialattaché in Skopje.
Über das Projekt hinaus: ein Modell für langfristige Unterstützung
Empowering Futures zeigt, dass Armutsbekämpfung mehr braucht als kurzfristige Unterstützung: Es braucht Familien, Institutionen und Gemeinschaften, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, um Lebensbedingungen zu verbessern, Familien zu stärken und echte Chancen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. „Gnezdo wurde als Ort geschaffen, an dem Kinder wissen, dass sie gesehen und gehört werden und dass jemand an ihr Potenzial glaubt“
, freut sich Filip Spirovski, Direktor von JHR über das Erfolgskonzept.
Informationen, Bild- und Videomaterial: www.ecpat.at/empowering-futures.html
Rückfragen & Kontakt
ECPAT Österreich
Mag.a Anita Pinter
Telefon: +43 650 655 6660
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ecpat.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CPA






