• 30.09.2026, 10:00:34
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Taucher (SPÖ): 100 Jahre sozialer Wohnbau in Wien

Wien (OTS) - 

SPÖ-Klubvorsitzender Josef Taucher unterstreicht anlässlich von 100 Jahren sozialem Wohnbau die Bedeutung des Wiener Modells und verweist auf aktuelle Maßnahmen der Stadtregierung.

Die sozialdemokratische Wohnpolitik der Ersten Republik setzte einen grundlegenden Wandel in Gang. In einer Zeit großer Wohnungsnot entstanden zehntausende Gemeindewohnungen. Bis 1934 wurden rund 63.000 Wohnungen errichtet. Dabei ging es von Beginn an um mehr als vier Wände: Licht, Luft, Grünräume und gemeinschaftliche Einrichtungen wie Kindergärten, Waschküchen, Bibliotheken oder Geschäftslokale waren Teil eines neuen Verständnisses von Wohnen. „Das Rote Wien hat vor mehr als 100 Jahren eine Idee verwirklicht, die bis heute trägt: Gutes Wohnen darf keine Frage des Einkommens sein. Eine Wohnung ist nicht nur ein Dach über dem Kopf. Sie bedeutet Sicherheit, Lebensqualität und ein Zuhause in einer funktionierenden Nachbarschaft“, erklärt Taucher. Heute leben rund 500.000 Wiener*innen in den etwa 1.800 Wiener Gemeindebauten. Insgesamt wohnen rund 60 Prozent der Wiener*innen im kommunalen oder geförderten Wohnbau. „Der Wiener Wohnbau ist damit eine der tragenden Säulen unserer sozialen Infrastruktur. Er schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass Menschen mit unterschiedlichen Einkommen in derselben Stadt gut miteinander leben können“, so Taucher.

Wohnungsvergabe NEU: einfacher, transparenter und näher am Leben

Mit der Wohnungsvergabe NEU entwickelt Wien die Vergabe von Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen weiter und zeigt, dass die Sozialdemokratie immer noch der Garant für leistbares Wohnen ist. Das neue Bonuspunktesystem berücksichtigt stärker die tatsächliche Wohn- und Lebenssituation der Menschen. Zusätzliche Punkte gibt es unter anderem für Alleinerziehende, Jungwiener*innen, Menschen in Aus- und Weiterbildung, Familien mit zu wenig Wohnraum, Personen mit Pflegeverantwortung oder hohen Wohnkosten. Ebenso berücksichtigt werden etwa drohender Wohnungsverlust, Trennung, gesundheitliche Einschränkungen sowie Wohnbedarf aufgrund häuslicher Gewalt. „Das Leben passt nicht in eine Schablone. Deshalb muss auch die Wohnungsvergabe unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigen. Wer mehr Unterstützung benötigt, soll bessere Chancen auf eine passende und leistbare Wohnung haben. Genau hier setzt die Wohnungsvergabe NEU an“, erklärt Taucher.

Gleichzeitig können sich Wohnungssuchende erstmals mit einem Ticket für Gemeindewohnungen und geförderte Wohnungen vormerken lassen. Der Wien-Bonus sowie die unbefristeten Mietverträge im Gemeindebau bleiben bestehen. „Wir verbinden Bewährtes mit Neuem. Der Zugang wird einfacher, transparenter und treffsicherer, während zentrale Stärken des Wiener Modells erhalten bleiben“, so Taucher. Die ersten Zahlen zeigen laut den vorliegenden Informationen eine starke Nutzung des neuen Systems: Mehr als 38.500 Haushalte haben bereits ein Konto angelegt, rund 32.500 Wohnanträge wurden eingebracht, mehr als 13.500 Wiener Wohn-Tickets ausgestellt und über 12.500 Beratungsgespräche geführt.

Investieren, bauen und sanieren: leistbares Wohnen für kommende Generationen

Neben einer gerechteren Vergabe setzt Wien weiterhin auf Neubau, Sanierung und geförderten Wohnraum. Mehr als 5.500 Gemeindewohnungen NEU wurden bereits übergeben, befinden sich im Bau oder in vertiefter Planung. Gleichzeitig investiert die Stadt in bestehende Wohnhausanlagen und in die langfristige Sicherung des Wohnraums.

„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es darauf an einen Balanceakt zu schaffen. Wir konsolidieren mit sozialem Augenmaß und sichern gleichzeitig jene Bereiche ab, die für den Alltag der Wiener*innen entscheidend sind. Leistbares Wohnen gehört dazu. 100 Jahre sozialer Wohnbau zeigen, was langfristige öffentliche Verantwortung bewirken kann. Unser Auftrag für die kommenden Jahre ist deshalb klar: leistbaren Wohnraum sichern, Bestehendes modernisieren und neue Wohnungen schaffen. So entwickeln wir das Wiener Modell weiter und sorgen dafür, dass Wohnen auch für kommende Generationen ein verlässlicher Teil der hohen Lebensqualität in unserer Stadt bleibt“, so Taucher abschließend.

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