- 30.09.2026, 09:30:33
- /
- OTS0056
MAV: Ein klares Ja zu österreichischer Qualität und heimischer Versorgung
Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) fordert ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zur Zukunft der heimischen Lebensmittelproduktion

Markenartikelverband appelliert an Bundesregierung: Regionale Produktion stärken, Arbeitsplätze sichern und wirtschaftlich begründete Unterschiede bei Preisen und Lieferbedingungen berücksichtigen.
Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) fordert ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zur Zukunft der heimischen Lebensmittelproduktion. Österreichische Qualität, verlässliche Versorgung und Arbeitsplätze entlang der gesamten Lieferkette brauchen wirtschaftlich tragfähige Bedingungen. In der europäischen Debatte über territoriale Lieferbeschränkungen setzt sich der Verband deshalb dafür ein, wirtschaftlich begründete regionale Liefervereinbarungen zu erhalten und gleichzeitig die Kostenbelastung heimischer Hersteller zu senken.
„Österreich hat viel zu bewahren: hochwertige Lebensmittel, engagierte bäuerliche Betriebe, qualifizierte Beschäftigte und Unternehmen, die in Qualität und Innovation investieren
“, erklärt Günter Thumser, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Markenartikelindustrie. „Mit den richtigen Rahmenbedingungen können wir diese Stärken weiterentwickeln und Wertschöpfung im Land halten.
“
Faire Lieferbedingungen für unterschiedliche Märkte
In der TSC-Debatte geht es darum, ob Hersteller den grenzüberschreitenden Einkauf ihrer Produkte einschränken dürfen. Ein österreichischer Händler möchte beispielsweise ein Markenprodukt über eine günstigere Bezugsquelle in Rumänien einkaufen. Verweigert der Hersteller die Belieferung über seinen rumänischen Vertrieb und verweist auf den österreichischen Vertrieb, ist das eine territoriale Lieferbeschränkung (Territorial Supply Constraint, TSC).
Die Europäische Kommission arbeitet an Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Beschränkungen. Der MAV fordert, dabei den Spielraum für wirtschaftlich begründete regionale Liefervereinbarungen im Rahmen des Wettbewerbsrechts zu erhalten. Ein pauschales Verbot territorialer Lieferbeschränkungen lehnt der MAV ab. Eine europäische Regelung müsse wirtschaftlich gerechtfertigte Differenzierungen berücksichtigen.
„Unterschiedliche Kosten und Anforderungen müssen sich in wirtschaftlich nachvollziehbaren Preisen und Lieferbedingungen abbilden können
“, so Thumser. „Unser Ziel sind Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen langfristig in Österreich produzieren, Beschäftigung sichern und ihre landwirtschaftlichen Partner verlässlich einbinden können.
“
Heimische Produktionsketten gezielt stärken
Wie wichtig die langfristige Absicherung regionaler Produktion ist, zeigen Entwicklungen in mehreren Lebensmittelbranchen:
Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld: Ardo hat die schrittweise Schließung seines Werks in Groß-Enzersdorf angekündigt. Nach Unternehmensangaben wurden dort 2025 die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Künftig soll die Belieferung billiger aus Werken im Ausland erfolgen. Für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe braucht es tragfähige Perspektiven, damit Gemüseanbau und Verarbeitung in der Region eine Zukunft haben.
Zuckerproduktion in Österreich: Nach der Schließung des Werks Leopoldsdorf ist Tulln Österreichs einzige verbliebene Zuckerfabrik. Das gesamte Zuckersegment von AGRANA verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 Verluste, zugleich zeigten die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen Wirkung. Für den MAV unterstreicht diese Entwicklung, wie wichtig die langfristige Absicherung der heimischen Zuckerproduktion und ihrer landwirtschaftlichen Lieferanten ist.
Regionale Fleischproduktion: Auch im Fleischergewerbe verändert sich die Betriebsstruktur. Laut WKO sank die Zahl der Unternehmen mit Beschäftigten von 665 im Jahr 2020 auf 587 im Jahr 2025. Der Erhalt regionaler Betriebe sichert handwerkliches Wissen, Arbeitsplätze und die Vielfalt heimischer Lebensmittel.
Zukunft der Milchwirtschaft: Mit der Zusammenführung von SalzburgMilch und Pinzgau Milch bündeln zwei regionale Molkereien ihre Kräfte. Gemeinsame Strukturen sollen effizienteres Wirtschaften ermöglichen und die bäuerliche Wertschöpfung langfristig stärken. Das Beispiel zeigt, wie Unternehmen aktiv an der wirtschaftlichen Absicherung regionaler Produktion arbeiten.
„Vom Gemüsebauern über die Zuckerfabrik und den Fleischereibetrieb bis zur Molkerei: Heimische Versorgung entsteht durch das Zusammenspiel vieler Betriebe
“, betont Thumser. „Wer diese Verbindungen stärkt, schafft Perspektiven für ganze Regionen.“
Fünfmal Ja zur Zukunft heimischer Lebensmittel
Der MAV verbindet seinen Appell mit fünf klaren Bekenntnissen:
Ja zu regionalen Preisunterschieden, die wirtschaftlich nachvollziehbar und belegbar sind.
Ja zur Sicherung der Eigenversorgung – vom Acker bis zum Regal.
Ja zu wertvollen heimischen Arbeitsplätzen entlang der gesamten Lieferkette.
Ja zu hohen österreichischen Qualitätsstandards.
Ja zu verantwortungsvoller Innovation und einem schonenden Umgang mit Ressourcen.
„Wer Fieber senken will, muss die Ursachen behandeln. Dem Fieberthermometer die Anzeige von mehr als 39 Grad zu verbieten, macht niemanden gesund
“, so Thumser. „Genauso müssen wir bei den Ursachen hoher Produktionskosten ansetzen. Wenn wir heimische Hersteller gezielt entlasten, schaffen wir eine wirtschaftliche Grundlage für leistbare Lebensmittel, Investitionen und sichere Arbeitsplätze.
“
Damit Unternehmen diese Leistungen dauerhaft erbringen können, fordert der Verband wettbewerbsfähige Energiekosten, Entlastungen bei Abgaben und Lohnnebenkosten sowie weniger Verwaltungsaufwand. Das schaffe Raum für Investitionen in moderne Produktion, Qualität und Ressourcenschonung.
MAV-Forderung: Ein klares Ja der Bundesregierung zur Eigenversorgung!
Noch vor dem Europäischen Rat am 15. und 16. Oktober appelliert der MAV an die Bundesregierung, ihre Position zu territorialen Lieferbeschränkungen zu überprüfen und die Interessen heimischer Produzenten in Brüssel einzubringen.
„Wir erwarten ein klares Ja zur Aufrechterhaltung der Eigenversorgung Österreichs. Dazu gehört auch ein Ja zu wirtschaftlich fairen, regional unterschiedlichen Lieferbedingungen für österreichische Qualität
“, erklärt Thumser. „Leistbare Lebensmittel und eine lebensfähige heimische Produktion gehören gemeinsam auf die politische Agenda. Qualität aus Österreich für Österreich – das ist eine Investition in unseren Wohlstand und in die Chancen der kommenden Generationen.
“
Über den Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie
Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) wurde 1925 gegründet und repräsentiert rund 100 national und international tätige Hersteller aus dem FMCG-Bereich (Fast Moving Consumer Goods). Als freiwillige Interessenvertretung setzt sich der MAV für die nachhaltige Förderung der Marke als Symbol für Qualität, Innovation und fairen Wettbewerb ein. Ein europaweit einzigartiges Zeichen setzt der MAV mit seiner jährlichen Gemeinschaftskampagne, die 2026 bereits zum 30. Mal umgesetzt wurde. Präsident ist Josef Braunshofer, Geschäftsführer ist Günter Thumser. www.mav.at
Rückfragen & Kontakt
Österreichischer Verband der Markenartikelindustrie
Günter Thumser
Telefon: 0664 18 577 81
E-Mail: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HIM






