• 30.09.2026, 09:00:32
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Broken-Heart-Syndrom: Wenn Stress das Herz aus dem Takt bringt

Expertin aus der Klinik Ottakring informiert über den Unterschied zwischen Herzinfarkt und Takotsubo-Syndrom

Wien (OTS) - 

Brustschmerzen, Atemnot und Schweißausbrüche können auf einen Herzinfarkt hindeuten. Manchmal steckt jedoch das sogenannte Broken-Heart-Syndrom dahinter. Dabei kommt es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Herzmuskels, die durch starke emotionale oder körperliche Belastungen ausgelöst werden kann. Rund 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Da sich die Beschwerden kaum von einem Herzinfarkt unterscheiden, ist eine rasche medizinische Abklärung entscheidend. „Bei plötzlich auftretenden Brustschmerzen, Atemnot oder anderen Herzinfarkt-ähnlichen Symptomen muss zunächst immer ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden“, erklärt Edita Pogran, Kardiologin in der Abteilung für Kardiologie und Intensivmedizin der Klinik Ottakring.

Der medizinische Fachbegriff für das Broken-Heart-Syndrom lautet Takotsubo-Kardiomyopathie. Der Name stammt von einem japanischen Tongefäß zum Fangen von Oktopussen und beschreibt die für die Krankheit typische ballonartige Ausweitung der linken Herzkammer. Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels Herzkatheter. Dabei zeigen sich, anders als bei einem klassischen Herzinfarkt, keine verschlossenen Herzkranzgefäße. „Typisch für das Broken-Heart-Syndrom ist, dass die Wandbewegungsstörung des Herzens nicht dem Versorgungsgebiet eines einzelnen Herzkranzgefäßes entspricht – anders als beim klassischen Herzinfarkt, der durch den Verschluss eines Gefäßes verursacht wird. Eine begleitende koronare Herzkrankheit kann dennoch gleichzeitig bestehen,“ so Pogran.

Starke Belastungen als Auslöser

Dem Broken-Heart-Syndrom gehen meist besonders starke emotionale oder körperliche Belastungen voraus. „Dazu zählen beispielsweise der Tod eines nahestehenden Menschen, eine Trennung, ein Schock oder eine schwere psychische Belastung. Auch körperliche Stresssituationen wie eine schwere Erkrankung, eine Operation, ein Unfall, starke Schmerzen oder intensive körperliche Anstrengung können ein Takotsubo-Syndrom auslösen,“ betont Pogran.

Im Alter häufiger

Das Takotsubo-Syndrom betrifft überwiegend Frauen nach den Wechseljahren. Die Gründe dafür sind noch nicht vollständig geklärt, ein Zusammenhang mit dem abfallenden Östrogenspiegel nach den Wechseljahren wird aber vermutet. „Östrogen wirkt auf allen Ebenen herzschützend. Wichtig ist dabei: Der Östrogenmangel allein „verursacht“ die Erkrankung nicht, sondern schafft vermutlich einen empfänglichen Boden, auf dem ein akuter Auslöser die Erkrankung entstehen lässt,“ erklärt die Kardiologin. „Aber auch der Anteil der Männer, die an Takotsubo erkranken, hat in den letzten Jahren zugenommen,“ ergänzt Pogran.

Erkrankung ernst nehmen

Die Therapie umfasst die Behandlung der Herzschwäche und möglicher Komplikationen sowie des jeweiligen Auslösers. Je nach Situation können Stressbewältigung und psychologische Unterstützung sinnvoll sein. „Auch wenn das Broken-Heart-Syndrom häufig vorübergehend ist und sich die Herzfunktion wieder erholen kann, darf man die Erkrankung nicht unterschätzen. Die akuten Beschwerden müssen daher immer ernst genommen werden,“ erklärt Pogran.

Mehr Informationen zur Kardiologie im Wiener Gesundheitsverbund unter https://gesundheitsverbund.at/kardiologie/

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