• 29.09.2026, 13:26:02
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AK Panhölzl zu Antrittsalter: Österreichs Pensionssystem ist durch Reformen stabil aufgestellt

Anhebung des Regelpensionsalters ist reine Pensionskürzung – das tatsächliche Antrittsalter steigt bereits

Wien (OTS) - 

Die Arbeiterkammer steht für ein stabiles Pensionssystem – auch für junge Menschen. Das Scheitern der deutschen Riester-Rente zeigt, dass kapitalgedeckte Zusatzvorsorge sinkende gesetzliche Pensionen nicht ausgleichen konnte. Laut OECD liegt die Nettoersatzrate in Deutschland bei 53,3 Prozent, in Österreich bei 86,8 Prozent. Dennoch setzt Deutschland erneut auf Kapitalmarktmodelle bei gleichzeitig weiter steigendem Rentenalter.

Forderungen, diesem Weg in Österreich zu folgen, weist die AK zurück. „Wer pauschal ein höheres Antrittsalter verlangt, redet ein stabiles System schlecht und ignoriert die Leistung der Versicherten, die ihre Pensionen überwiegend selbst finanzieren. Österreich setzt auf einen fairen Pensionszugang für Schwerarbeiter sowie Langzeitversicherte und die Anhebung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters – dieser Weg hat sich bewährt“, betont Wolfgang Panhölzl, Leiter der AK-Abteilung Sozialversicherung. Mit dem Pensionskonto wurde zudem ein harmonisiertes System für alle Berufsgruppen geschaffen.

Beschäftigte liefern längst – nun sind die Unternehmen am Zug
Eine Kopplung des Pensionsalters an die Lebenserwartung lehnt die AK ab. „Die Lebenserwartung hängt stark von Einkommen und Beruf ab. Für Menschen in körperlich belastenden Berufen, wie Bau oder Pflege, wäre ein höheres Antrittsalter eine reine Pensionskürzung. Diese Jobs sind so anstrengend, dass viele es gar nicht gesund bis zum Pensionsalter schaffen“, so Panhölzl.

Das tatsächliche Pensionsantrittsalter ist seit 2000 bereits um rund vier Jahre gestiegen. Viele Männer treten vor 65 aufgrund von Invalidität nach Krankheit oder Unfall in Pension.

„Ältere Beschäftigte stehen dem Arbeitsmarkt länger zur Verfügung, werden aber von vielen Betrieben ausgegrenzt. Rund 30 Prozent der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten haben keine einzige Person über 60 Jahre. Statt neuer Hürden beim Pensionsantritt brauchen wir Respekt für ältere Arbeitnehmer:innen und ihre Leistung“, betont Panhölzl.

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