• 29.09.2026, 11:00:04
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OECD-Bildungsbericht „Education at a Glance“: Österreich punktet bei Lehrkräfteversorgung, Bildungsniveau und Betreuungsverhältnissen

Wiederkehr: „Österreich investiert viel in Bildung – und die OECD-Daten zeigen, dass diese Investitionen Wirkung zeigen“

Wien (OTS) - 

Die OECD präsentiert heute mit „Education at a Glance 2026“ ihren jährlichen internationalen Bildungsbericht. Der Bericht vergleicht die Bildungssysteme der OECD- und EU-Mitgliedstaaten und gibt einen umfassenden Überblick über Bildungsbeteiligung, Bildungsabschlüsse, Investitionen und die Situation der Lehrkräfte. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe liegt auf dem Thema Lehrkräftemangel und der Attraktivität des Lehrberufs.

Österreich bei Lehrkräfteversorgung vergleichsweise gut aufgestellt

Die OECD-Daten zeigen, dass Österreich bei der Versorgung mit Lehrkräften vergleichsweise gut aufgestellt ist. Der Anteil unbesetzter Lehrstellen in der Primar- und Sekundarstufe liegt bei rund einem Prozent. Auch bei der Abwanderung aus dem Lehrberuf liegt Österreich mit einer Abgangsquote von 5,8 Prozent unter dem OECD-Schnitt von 6,4 Prozent und dem EU-Schnitt von 6,9 Prozent. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass Österreich bei der Bindung junger Lehrkräfte genauer hinschauen muss: Von jenen voll ausgebildeten Lehrkräften, die den Beruf verlassen, tun dies 69,2 Prozent innerhalb der ersten fünf Jahre. Der OECD-Schnitt liegt bei 37,5 Prozent. Allerdings liegen für diesen Indikator nur Daten aus 14 OECD- bzw. EU-Ländern vor.

„Die OECD bestätigt: Österreich hat bei der Lehrkräfteversorgung eine gute Ausgangslage. Das ist gerade angesichts des internationalen Lehrkräftemangels eine wichtige Nachricht. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass junge Lehrerinnen und Lehrer langfristig im Beruf bleiben. Deshalb müssen wir die Arbeitsbedingungen weiter verbessern und den Lehrberuf attraktiv halten“, sagt Bildungsminister Christoph Wiederkehr.

Auch bei der Zufriedenheit zeigen sich positive Werte: 81,6 Prozent der Lehrkräfte in der Sekundarstufe I geben an, mit ihren Beschäftigungsbedingungen zufrieden zu sein, 71,9 Prozent sind mit ihrer Bezahlung zufrieden. Der Anteil der Quereinsteiger/innen auf der Sekundarstufe I liegt in Österreich laut der OECD-Studie „Teaching and Learning International Survey“ (TALIS) 2024 bei 6,8 Prozent, und damit unter dem OECD-Durchschnitt von 8,4 Prozent.

Hohes Bildungsniveau und gute Betreuungsverhältnisse

Auch beim Bildungsniveau liegt Österreich über den internationalen Vergleichswerten: 86,8 Prozent der 25- bis 64-Jährigen verfügen über zumindest einen Abschluss der Sekundarstufe II. Im OECD-Schnitt sind es 81,3 Prozent, in der EU 84,8 Prozent. Positiv entwickeln sich auch die Betreuungsquoten im Elementarbereich. 93,4 Prozent der Vierjährigen und 97,2 Prozent der Fünfjährigen besuchen eine frühkindliche Bildungseinrichtung. Auch bei den Dreijährigen liegt Österreich mit 81,3 Prozent über dem OECD-Schnitt von 77,1 Prozent.

„Wir sehen bei der frühkindlichen Bildung und beim Bildungsniveau klare Stärken. Gleichzeitig zeigt uns die OECD, wo wir genauer hinschauen müssen. Unser Ziel ist klar: Jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft die bestmöglichen Bildungschancen bekommen – und dafür setzen wir dort an, wo Unterstützung besonders notwendig ist“, so Wiederkehr.

Überdurchschnittliche Investitionen in Bildung

Auch bei den Ausgaben pro Schülerin und Schüler liegt Österreich international weit vorne. Für einen Schüler bzw. eine Schülerin in der Primar- und Sekundarstufe werden jährlich durchschnittlich 19.508 US-Dollar ausgegeben. Der OECD-Schnitt liegt bei 14.432 US-Dollar, der EU-Schnitt bei 14.004 US-Dollar. Damit liegt Österreich bei den jährlichen Bildungsausgaben pro Schülerin und Schüler auf Rang vier im OECD-Vergleich und auf Rang zwei innerhalb der EU. Auch im Elementarbereich sind die Ausgaben hoch: Pro Kind werden jährlich durchschnittlich 16.403 US-Dollar aufgewendet. Österreich liegt damit auf Rang fünf innerhalb der EU.

Gute Betreuungsverhältnisse in den Schulen

Die Investitionen zeigen sich auch bei den Betreuungsverhältnissen an den Schulen. In der Primarstufe kommen durchschnittlich zwölf Schülerinnen und Schüler auf eine Lehrkraft, in der Sekundarstufe I und II jeweils neun. Auch die Klassengrößen sind vergleichsweise klein: In der Primarstufe besuchen durchschnittlich rund 19 Kinder eine Klasse, in der Sekundarstufe I sind es rund 21 Schülerinnen und Schüler.

OECD zeigt auch klare Handlungsfelder

Neben den positiven Entwicklungen benennt der OECD-Bericht auch Bereiche, in denen weiterer Handlungsbedarf besteht. So ist der Anteil der 18- bis 24-Jährigen, die weder in Beschäftigung noch in Ausbildung sind, von 12,6 auf 13,2 Prozent gestiegen. Damit liegt Österreich auf dem Niveau des EU-Schnitts von 13,2 Prozent, aber unter dem OECD-Schnitt von 14 Prozent.

Auch beim erfolgreichen Abschluss der Sekundarstufe II gibt es Verbesserungspotenzial: 59,4 Prozent der Jugendlichen schließen die Ausbildung innerhalb der theoretischen Mindestdauer ab. Nach zwei zusätzlichen Jahren steigt der Anteil auf 77,6 Prozent – liegt damit aber weiterhin unter dem internationalen Vergleichswert von 84,9 Prozent.

„Education at a Glance zeigt, dass Österreichs Bildungssystem auf einem guten Weg ist und der noch vor einigen Jahren gravierende landesweite Lehrkräftemangel zurückgedrängt werden konnte. Österreich verfügt über viele Stärken und investiert auf hohem Niveau in Bildung. Gleichzeitig dürfen wir uns darauf nicht ausruhen. Unser Anspruch muss sein, dass Investitionen und Reformen bei den Schülerinnen und Schülern ankommen – insbesondere bei jenen, die am meisten Unterstützung brauchen“, betont Wiederkehr.

Der OECD-Bericht „Education at a Glance“ erscheint jährlich und liefert international vergleichbare Daten zu den Bildungssystemen der OECD- und EU-Mitgliedstaaten. Die Ausgabe 2026 legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Situation der Lehrkräfte und die Attraktivität des Lehrberufs.

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