- 29.09.2026, 10:10:32
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Gemeinsam vereinfachen
Von der Bürokratie-Debatte zur konkreten Arbeit

Wo können Standards einfacher, praxistauglicher und wirkungsorientierter werden? Und wo braucht es weitere Akteur:innen, um unnötige Komplexität abzubauen? Mit diesen Fragen ist das Dialogforum „Gemeinsam vereinfachen“ von Austrian Standards am 24. September in die Arbeitsphase gestartet. Im Mittelpunkt stehen konkrete Problemstellungen aus der Praxis: Was können Standards zur Vereinfachung beitragen, wo kann die Standardisierung selbst weiterentwickelt werden – und wo liegen Ursachen und Lösungshebel außerhalb der Standardisierung?
Ziel des Dialogforums ist es, konkrete Belastungen aus der Praxis zu analysieren, ihre Ursachen zu klären und dort Veränderungen anzustoßen, wo Vereinfachungen tatsächlich möglich sind. Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus, begrüßt den Ansatz: „Ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort braucht einfache, verständliche und treffsichere Rahmenbedingungen. Vereinfachung und Deregulierungen gelingen dort am besten, wo konkrete Probleme aus der Praxis auf den Tisch kommen und gemeinsam mit den Betroffenen an Lösungen gearbeitet wird. Das Dialogforum ‚Gemeinsam vereinfachen‘ von Austrian Standards setzt genau hier an: Es bringt Wirtschaft, Verwaltung und weitere relevante Akteure zusammen, um konkrete Vereinfachungspotenziale zu identifizieren und daraus umsetzbare nächste Schritte abzuleiten. Solche Initiativen stärken unseren Wirtschaftsstandort und verdienen Unterstützung.
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Die Erfahrung der Beteiligten ist entscheidend
Auf Basis der bereits im Vorfeld eingebrachten Rückmeldungen unterschiedlicher Institutionen und Stakeholder haben sich vier zentrale Arbeitsschwerpunkte herauskristallisiert:
Eine Arbeitsgruppe wird sich mit Bedarf, Nutzen und Wirkung von Normung und der Frage, wo hier Potenzial für Weiterentwicklung besteht, auseinandersetzen. Nach dem Grundsatz: Nicht mehr Standards, sondern die richtigen Standards – wirkungsorientiert, effizient und zur richtigen Zeit.
Zweitens stehen Verweistechnik, Schutzziel und Gleichwertigkeit im Fokus, insbesondere die Frage, wie alternative, gleichwertige Lösungen ermöglicht werden können.
Die dritte Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Anwendung von Standards und angrenzenden Regelwerken in der Praxis – insbesondere mit Fragen der Verhältnismäßigkeit und möglichen Widersprüchen.
Der vierte Arbeitsschwerpunkt widmet sich dem Zugang zu Standards und der Frage, wie Nutzung, Service und Orientierung für Anwender:innen verbessert werden können. Ein wichtiger Hebel ist dabei auch die Vermittlung von Normenkompetenz – beginnend bereits in der Ausbildung.
„Wenn wir wirklich vereinfachen wollen, müssen wir genau hinschauen: Wo entsteht unnötige Komplexität, wo stehen Aufwand und Nutzen nicht mehr im richtigen Verhältnis – und wer kann tatsächlich etwas verändern? Dabei nehmen wir ausdrücklich auch Austrian Standards selbst in den Blick. Unser Ziel ist nicht, den Erfolg daran zu messen, wie viele Standards am Ende gestrichen werden, sondern daran, ob wir gemeinsam konkrete Probleme lösen und Verbesserungen in der Praxis erreichen. Dafür brauchen wir unterschiedliche Perspektiven, Expertise und auch den kritischen Blick der Beteiligten
“, sagt Austrian-Standards-CEO Valerie Höllinger. Dass zahlreiche Organisationen bereit sind, ihre Erfahrungen und konkrete Problemstellungen einzubringen, sei für den Prozess besonders wertvoll, mit dem Austrian Standards aus Sicht von Höllinger einen konkreten Beitrag zur Entbürokratisierungsinitiative leisten will: „Genauso funktioniert auch Standardisierung: Menschen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund bringen ihr Wissen und ihre Sichtweisen ein und arbeiten an Lösungen, die möglichst breit tragfähig und in der Praxis anwendbar sind. Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die dafür ihre Zeit und Expertise zur Verfügung stellen.
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Nicht alles, was als „Norm“ gilt, ist ein Standard
Schon die erste Sitzung hat gezeigt, wie unterschiedlich die Ursachen für Anforderungen sein können, die Unternehmen oder Organisationen als belastend empfinden. Neben österreichischen, europäischen oder internationalen Standards können diese etwa auf Gesetze und Verordnungen, OIB-Richtlinien, Förderbedingungen, Vertragsbestimmungen oder die konkrete Anwendungspraxis zurückgehen.
Diese Unterscheidung ist für die weitere Arbeit wesentlich: Denn je nachdem, wo die Ursache liegt, braucht es unterschiedliche Ansätze und Akteur:innen, um Verbesserungen zu erreichen.
Dort ansetzen, wo Veränderung möglich ist
Betrifft ein Anliegen die nationale Normung, können die Erkenntnisse in die zuständigen österreichischen Standardisierungskomitees eingebracht werden. Geht es um Standardisierungsprozesse, Services oder den Zugang zu Standards, können die Erkenntnisse auch direkt in die Weiterentwicklung von Austrian Standards einfließen. Der Zeitpunkt dafür ist bewusst gewählt: Austrian Standards befindet sich selbst in einem umfassenden Transformationsprozess und entwickelt Prozesse und Services mit Fokus auf Anwender:innen neu. Die Impulse aus dem Dialogforum können damit zu einem Zeitpunkt einfließen, an dem wesentliche Weichen für die Zukunft gestellt werden. Liegt die Ursache hingegen außerhalb der Standardisierung, soll aufgezeigt werden, wo entsprechende Ansatzpunkte liegen und welche Akteur:innen für mögliche Veränderungen relevant sind.
Erster Zwischenstand beim nächsten Plenum
Die Arbeitsgruppen werden die priorisierten Themen in den kommenden 12 Monaten weiterbearbeiten. Wo notwendig, wird zusätzliche fachliche Expertise beigezogen. Austrian Standards koordiniert den Prozess und stellt die Verbindung zu den zuständigen fachlichen Stellen und Normungskomitees her. Das nächste Plenum ist für Ende 2026 geplant. Im Mittelpunkt stehen dabei die bisherigen Erkenntnisse, offene Fragen und die Sondierung möglicher weiterer Schritte.
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Rückfragen & Kontakt
Rückfragen:
Austrian Standards
Mirjana Verena Mully
Telefon: +43 676 897124301
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.austrian-standards.at/de
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