• 28.09.2026, 13:01:32
  • /
  • OTS0126

Safe Abortion Day: Rote Jugendorganisationen erneuern Forderungen für sicheren und kostenfreien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen

AKS, VSStÖ, SJ und JG fordern Streichung von § 96 StGB, Kassenleistung und flächendeckende Versorgung

Wien (OTS) - 

Anlässlich des internationalen Safe Abortion Day am 28. September haben die Aktion kritischer Schüler_innen, der Verband Sozialistischer Student_innen Österreich, die Sozialistische Jugend Österreich und die Junge Generation heuer erneut vor dem Bundeskanzleramt ein Zeichen gesetzt. Bereits im Vorjahr hatten die Organisationen Bundeskanzler Christian Stocker ein Forderungspapier zum Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen überreicht. Heuer bekräftigten sie ihre Forderungen und präsentierten sie auf Drahtkleiderbügeln, dem Symbol für unsichere Abtreibungen.

„Die Fristenlösung war vor über 50 Jahren ein historischer Erfolg, aber immer ein Kompromiss. Bis heute ist der Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich strafbar und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei. Das signalisiert Betroffenen, dass sie etwas Unrechtes tun, und hält viele Ärzt*innen davon ab, Abbrüche anzubieten. Eine medizinische Leistung gehört nicht ins Strafgesetzbuch“, so Vanessa Hoffellner, Feministische Sprecherin des VSStÖ.

Zentrale Forderung bleibt die ersatzlose Streichung des § 96 aus dem Strafgesetzbuch. Der Schwangerschaftsabbruch soll als medizinische Leistung anerkannt und nicht länger unter Strafdrohung geregelt werden.

„Viele junge Menschen wissen nicht, wo sie im Ernstfall hingehen können oder was ein Abbruch kostet. In diese Lücke stoßen Abtreibungsgegner*innen mit gezielter Desinformation, im Netz genauso wie vor Kliniken. Es braucht umfassende Sexualbildung an den Schulen, sachliche Information und Schutzzonen, wie sie in anderen Ländern längst Standard sind“, sagt Elena Ettinger, Feminismussprecherin der Aktion kritischer Schüler_innen.

Weiters fordern die Organisationen die vollständige Kostenübernahme durch die Gesundheitskassen. In Frankreich, Slowenien, Norwegen oder Portugal ist das längst selbstverständlich, die Schweiz setzt es ab 2027 um.

„Ob sich jemand einen sicheren Abbruch leisten kann, hängt in Österreich immer noch von Einkommen und Wohnort ab. Wer in einer ländlichen Region lebt, in Ausbildung ist oder wenig verdient, steht vor Hürden, die mit moderner Gesundheitsversorgung nichts zu tun haben. Wir brauchen die Kostenübernahme durch die Krankenkassen und ein Angebot in allen öffentlichen Spitälern mit gynäkologischer Abteilung. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, fordert Simone Singh, Bundesfrauen*sprecherin der Jungen Generation.

Darüber hinaus fordern die Organisationen eine österreichweite Informationskampagne sowie Sexualbildung an Schulen und den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln..

„Die USA und Polen zeigen, was passiert, wenn rechte Kräfte das Recht auf Abtreibung beschneiden: Es gibt nicht weniger Abbrüche, sondern nur weniger sichere. Betroffene reisen hunderte Kilometer, greifen zu riskanten Methoden oder geraten in Lebensgefahr, weil Ärzt*innen aus Angst vor Strafverfolgung zögern. Verbote schützen kein Leben, sie gefährden es. Dieselben Netzwerke sind auch in Österreich aktiv, deshalb müssen wir Selbstbestimmung hier rechtlich absichern“, so Fiona Schindl, Frauen*sprecherin der Sozialistischen Jugend Österreich.

„Reproduktive Rechte sind nie endgültig gesichert. Wir bleiben dran, bis alle unsere Forderungen umgesetzt sind. Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar, nicht hier und nirgendwo sonst“, halten die Jugendorganisationen abschließend gemeinsam fest.

Fotos sind unter folgendem Link frei verfügbar: https://www.sjoe.at/pressefotos

Rückfragen & Kontakt

Sozialistische Jugend Österreich
Jonathan Kaspar, Pressesprecher
Telefon: +43 664 / 541 70 80
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.sjoe.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SJO

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel