• 28.09.2026, 11:00:34
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Von tödlich zu behandelbar: Neue Immuntherapien und mRNA-Impfstoffe revolutionieren Melanom-Behandlung

Prim. Univ.-Prof. DDr. Christian Posch, Facharzt für Haut- und
Geschlechtskrankheiten und Präsidiumsmitglied der Österreichischen
Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie
Wien (OTS) - 

Dank innovativer Immuntherapie hat sich die Überlebensrate bei Hautkrebs drastisch erhöht. Mittlerweile überleben bereits 50 % der Menschen, die an einem Stadium 4-Melanom erkrankt sind, 10 Jahre und mehr. Mithilfe von neuartigen, therapeutischen mRNA-Impfstoffen, die zurzeit entwickelt werden, soll zukünftig die Überlebensrate beim schwarzen Hautkrebs noch weiter gesteigert werden. Darüber und um viele weitere dermatologische Themen wie entzündliche Hauterkrankungen, Infektionen, Allergien und weiteres geht es am Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV), der vom 30. September bis 3. Oktober im Austria Center Vienna stattfindet.

„Die Haut ist ein Organ, das uns zu unserer Umwelt abgrenzt und daher mit vielen Stoffen wie UV-Strahlen und Chemikalien in Kontakt kommt und auch immer wieder von Verletzungen und Verbrennungen betroffen ist. Die Haut kann deshalb entzündliche Reaktionen, Allergien, Hautinfektionen und Hauttumorerkrankungen entwickeln. Jeder Mensch ist daher früher oder später von zumindest einem Hautproblem betroffen. Revolutionäre Fortschritte gibt es in der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen und Hauttumoren durch innovative Immuntherapien. Mithilfe dieser Immuntherapien ist es so beispielsweise gelungen, den gefürchteten und lange sehr schnell tödlich verlaufenden schwarzen Hautkrebs gut behandeln zu können und das Überleben massiv zu erhöhen. Um den schwarzen Hautkrebs noch besser behandeln zu können, wird derzeit auch stark an therapeutischen Impfstoffen gearbeitet. Wesentlich ist aber nicht nur die Behandlung von schwarzem und weißem Hautkrebs, sondern auch die richtige Hautkrebsvorsorge,“ so Prim. Univ.-Prof. DDr. Christian Posch, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Präsidiumsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Immuntherapie bei Hautkrebs sichert langfristiges Überleben

„Starben vor 15 Jahren im Regelfall alle Patientinnen und Patienten, die ein Melanom – sprich schwarzen Hautkrebs – im Stadium IV hatten innerhalb von 14 Monaten, sind heute an die 50 % der betroffenen Menschen nach 10 Jahren noch am Leben. Das ist ein richtiger Quantensprung, vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass allein in Österreich alljährlich mindestens 1.600 bis 1.800 Menschen an schwarzem Hautkrebs erkranken“, so Posch. Bei einem Melanom im Stadium IV sind nicht nur die Lymphsysteme, sondern auch andere Organe wie Leber, Lunge oder Hirn betroffen. Dieser Behandlungserfolg wurde durch die Entwicklung der Immuntherapie möglich, dessen erste Anwendung die Behandlung des Melanoms war und von hier aus auch für die Behandlung anderer Krebserkrankungen weiterentwickelt wurde. Die Immuntherapie wirkt mittlerweile überall dort gut, wo der Krebs eine hohe Mutationslast hat. Genau das ist bei Hautkrebs, der durch die umweltbedingten Zellschädigungen entsteht, der Fall. „So werden heute Melanome, bei denen ein hohes Risiko besteht, früh Metastasen zu entwickeln, schon frühzeitig begleitend mit Immuntherapien behandelt, um Metastasierung zu vermeiden und das Rückfallsrisiko zu vermindern,“ erklärt Posch. Auch bei anderen Hautkrebsarten, wie dem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom und fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, kommt die Immuntherapie erfolgreich zu Einsatz. Grundprinzip dabei ist die Verwendung von monoklonaren Antikörpern, welche auf die Kontrollpunkte des Immunsystems wirken und dort das Immunsystem für die Bekämpfung aktivieren.

mRNA-Impfung als Therapie gegen schwarzen Hautkrebs in Entwicklung

„Um schwarzen Hautkrebs noch besser bekämpfen zu können, gibt es jetzt auch neue Ansätze, um die Behandlung der Krebserkrankung mithilfe des eigenen Immunsystems weiterzuentwickeln. Basierend auf der mRNA-Technologie werden personalisierte, therapeutische Impfungen entwickelt, die bei einem bestimmten Risikoprofil unterstützend angewandt werden sollen“, erklärt Posch. Vorstellbar ist so eine mRNA-Impfung bei Fällen, in denen das Melanom zwar vollständig entfernt werden konnte, aber durch die Impfung verhindert werden soll, dass die Melanomerkrankung zurückkehrt. „Damit würden nicht nur die Immun-Checkpoint-Inhibitoren, sondern auch das gesamte Immunsystem besser auf die Abwehr des spezifischen Hautkrebses geschult werden“, erklärt der Dermatologe. Möglich ist dies, indem im Zuge der Melanomentfernung die genetische Veränderung auf Mutationsebene genau analysiert wird und daraus sogenannte personalisierte Neoantigene aufgedeckt werden. Diese Antigene kann das Immunsystem dann erkennen und entsprechend reagieren.

Weißer Hautkrebs – jeder Zweite über 60 Jahren ist betroffen

„Die häufigsten Hautkrebserkrankungen sind Keratinozytenkarzinome, die im Volksmund auch „weißer Hautkrebs“ genannt werden. Sie entstehen durch die UV-Schädigung der Oberhaut und treten in unterschiedlicher Form bei fast jedem zweiten Menschen über 60 Jahren auf“, erklärt Posch. Die aktinische Keratose ist eine durch UV-Licht verursachte Vorstufe von Hautkrebs, aus der sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln kann, das aggressiv werden und in manchen Fällen auch Metastasen bilden kann. Das Basalzellkarzinom, die häufigste Form des weißen Hautkrebses, wächst meist langsam und bildet nur sehr, sehr selten Metastasen. „Je mehr UV-Schäden die Haut im Laufe ihres Lebens bekommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, einen dieser drei Arten von weißem Hautkrebs an den dem Sonnenlicht sehr exponierten Körperstellen zu entwickeln.

Hautkrebsvorsorge – Selbstschutz und risikoadaptiere Vorsorge

„Der persönliche Schutz der Haut vor übermäßiger UV-Strahlung ist daher essenziell. Es soll darauf geachtet werden, dass es zu keinem Sonnenbrand kommt und auch die Haut generell nicht zu braun wird“, betont Posch. Das kann je nach Lebensstil durch Verzicht von Solarium und Sonnenliegen, Verwendung von Sonnencreme und langer Kleidung oder gezieltem Aufhalten an Schattenplätzen erzielt werden. „Zusätzlich zum Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung braucht es auch die Aufmerksamkeit für die Veränderung der eigenen Haut beispielsweise durch Selbst- oder Partneruntersuchungen der Haut. Wer neue, wachsende, blutende, juckende oder deutlich veränderte Hautveränderungen bemerkt, sollte ärztliche Abklärung suchen“, so der Dermatologe. Generell gibt es in Österreich kein nationales Hautkrebs-Screening-Programm, aber die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie empfiehlt ab 18 Jahren eine Basisuntersuchung durchführen zu lassen, um das individuelle Melanomrisiko einschätzen zu können und Informationen zur Hautgesundheit zu vermitteln. Da das Hautkrebsrisiko mit zunehmendem Alter steigt, sollten auch Menschen zwischen 50 und 60 Jahren erneut ihre Haut zur erneuten Evaluierung des Risikoprofils untersuchen lassen. Wer ein erhöhtes Risiko hat, an Hautkrebs zu erkranken, braucht verlässliche regelmäßige Kontrollen. Das betrifft beispielsweise Menschen mit sehr hellem Hauttyp, vielen und atypischen Muttermalen oder familiärer Melanombelastung sowie Personen unter Immunsuppression. Auch bestimmte Berufsgruppen, die verstärkt der Sonne ausgesetzt sind, wie Dachdecker oder Straßenarbeiter, haben ein erhöhtes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Sie alle sollten sich alle ein bis zwei Jahre vorsorglich untersuchen lassen.

Über die IAKW-AG

Die IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) ist verantwortlich für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) und den Betrieb des Austria Center Vienna. Das Austria Center Vienna ist mit 21 Sälen, 134 Meetingräumen sowie rund 26.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen. https://www.acv.at/de/

Rückfragen & Kontakt

Mag. (FH) Claudia Reis, MA
Pressesprecherin Wissenschaft

Austria Center Vienna
Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, AG
Bruno-Kreisky-Platz 1, A-1220 Wien

T: +43-1-26069-331
M: +43-676-3199523
[email protected]
www.acv.at

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