• 28.09.2026, 10:47:04
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Safe Hearts Austria: ÖKG ruft zum gemeinsamen Aufbruch gegen die Herzepidemie auf

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Wien (OTS) - 

Anlässlich des Weltherztages fordert die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) eine breite gesellschaftliche Offensive für Österreichs Herzgesundheit: Mit den „Big Five“ als evidenzbasierte Handlungsempfehlungen, politischem Rückenwind und einem klaren Fokus auf Prävention und Vorsorge.

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz „Safe Hearts Austria: Herzgesundheit mit Zukunft“ hat die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) anlässlich des Weltherztages am 29. September zum gemeinsamen Handeln für die Herzgesundheit in Österreich aufgerufen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache – alle 17 Minuten stirbt in Österreich eine Person an den Folgen einer Herzerkrankung. Im Zentrum des Gesprächs standen daher fünf konkrete Handlungsempfehlungen, mit denen die bestehende Herzepidemie eingedämmt werden soll. Die Kardiologen Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler und Univ.-Prof. Dr. Daniel Scherr sowie die Ärztin und Olympiasiegerin Dr.in Lara Vadlau appellierten einstimmig, Herzgesundheit nicht länger ausschließlich als rein medizinisches Thema, sondern als gemeinsame Priorität von Gesellschaft und Politik zu betrachten.

Die Herzepidemie belastet Mensch und System

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt sind in Österreich für über ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich; rund alle 17 Minuten stirbt in Österreich eine Person an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Auch die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm: Für Österreich beziffert die OECD die jährlichen gesamtgesellschaftlichen Kosten durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf rund 8,5 Mrd. Euro und EU-weit auf rund 282 Mrd. Euro pro Jahr.[1]

Vor diesem Hintergrund präsentierte die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) ihre „Big Five“ – fünf Handlungsempfehlungen [2], die aufzeigen, wo Österreich konkret ansetzen kann, um den Zielen im Safe Hearts Plan der EU [3] bis 2035 nachzukommen:

  1. Herzgesundheit nachhaltig als prioritäres Public-Health-Thema verankern
  2. Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung stärken
  3. Vorsorgeuntersuchung mit Fokus auf kardiovaskuläre Risikofaktoren und Früherkennung modernisieren
  4. Digitales Herzgesundheitsmanagement etablieren – „Mein Herzplan“
  5. Vernetzte Dokumentation und standardisierte Qualitätsdaten ermöglichen und einen österreichischen Herzreport entwickeln

„Der Safe Hearts Plan der EU eröffnet uns eine klare Chance, nimmt uns aber auch in die Pflicht, diese zu nutzen. Bislang haben wir Herzgesundheit vor allem auf Expert:innenebene diskutiert. Jetzt ist es jedoch Zeit für einen gemeinsamen Aufbruch: Herzgesundheit muss vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität werden. Jede und jeder Einzelne – die Politik, die Spitäler, die Sozialversicherung, die medizinischen Fachgesellschaften und auch die Bevölkerung – kann dazu einen Beitrag leisten. Herzgesundheit geht uns alle an – und angesichts der hohen Zahl häufig vermeidbarer Erkrankungen müssen wir endlich ins Handeln kommen“, betont Univ.-Prof. Dr. Daniel Scherr, Präsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft.

Herzgesundheit beginnt im Alltag

Neben den strukturellen und gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Prävention und Reduzierung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt die individuelle Verantwortung eine zentrale Rolle. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, wenig Stress und der Verzicht auf Tabakkonsum senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.[4] Als Olympiasiegerin und Ärztin appelliert Dr.in Lara Vadlau an die Bevölkerung: „Als Leistungssportlerin lernt man früh, in seine Gesundheit zu investieren; ohne sie, wird man keine Spitzenleistungen erbringen. Aber auch abseits vom Spitzensport sollte Gesundheitsbewusstsein von Klein auf vermittelt und als selbstverständlicher Teil des Alltags gelebt werden. Schon ein täglicher Spaziergang, selbst zubereitete, bunte Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und ein Innehalten im Alltag können einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige (Herz-)Gesundheit jedes Einzelnen leisten.“

Frauen im besonderen Fokus der Herzoffensive

Bei Frauen und Männern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen gleichermaßen die häufigste Todesursache. Der bedeutende Unterschied zwischen den Geschlechtern liegt allerdings darin, dass bei Frauen Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich später erkannt und seltener leitliniengerecht behandelt werden. Allein 2024 starben in Österreich 16.311 Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – um 2.236 (~ 7 Prozent) mehr als Männer.

Die ÖKG fordert daher, geschlechts- und altersspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Versorgung stärker zu berücksichtigen und die Herzgesundheit der weiblichen Bevölkerung und von Risikogruppen in den Fokus zu rücken. „Dazu gehört auch Gesundheitskompetenz. Nach dem Prinzip ‚Know your numbers‘ sollten Menschen ihre wichtigsten Werte und ihr persönliches Risiko kennen. Wer Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und die eigenen Risikofaktoren kennt, kann früher und gezielter handeln“, ergänzt ÖKG-Präsident Scherr.

Fortschritte durch Daten, Forschung und KI

Wissenschaftliche Erkenntnisse und rasante Fortschritte in der Weiterentwicklung von digitaler Technologie und künstlicher Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten in der Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Dokumentation von Erkrankungen. Diese gilt es auch zu nutzen, fordert der Sekretär der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft Assoc. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Lukas Fiedler ausdrücklich: „Herzinfarkt und Schlaganfall gehören zu den schwerwiegendsten Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele der zugrundeliegenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Hyperlipidämie oder Hypercholesterinämie sind jedoch bekannt und beeinflussbar. Die Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnose – insbesondere bei Risikogruppen – sind die Überarbeitung der bestehenden Vorsorgeuntersuchung, verlässliche Messmethoden und vergleichbare Werte – etwa zu Blutdruck, Blutzucker, Blutlipiden (inkl. Lp(a)) –, die wir in ein aussagekräftiges Monitoring und Langzeitregister überführen können. Auf dieser Basis wäre es uns möglich, zielgerichtete Digitalisierungsoffensiven wie ‚Mein Herzplan‘ zu etablieren – also eine Art digitales Disease Management für kardiovaskuläre Erkrankungen, das Menschen in ihrer Herzgesundheit langfristig begleitet. Gleichzeitig müssen wir bereits im Kindesalter beginnen, für das Thema Herzgesundheit Bewusstsein zu schaffen. Mit breiten Aufklärungs- und Bewusstseinskampagnen können spätere Risikofaktoren reduziert und für die eigene Herzgesundheit nachhaltig vorgebaut werden. Zudem sollten wir die Erfahrungen bestehender Pilotprojekte wie ‚Herzmobil‘ oder aus dem Disease-Management-Programm ‚Therapie Aktiv‘ bei Diabetes mellitus auch für die Kardiologie nutzen.“

Über die ÖKG

Die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kardiolog:innen in Österreich. Sie fördert Wissenschaft, Fort- und Weiterbildung im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin und setzt sich für eine evidenzbasierte, leitliniengerechte Versorgung von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Österreich ein.


(1): OECD (2025): The State of Cardiovascular Health in the European Union. https://www.oecd.org/en/publications/the-state-of-cardiovascular-health-in-the-european-union_ea7a15f4-en/full-report/the-burden-of-cardiovascular-disease_e28210c3.html#section-d1e3350-5a9cddbdfa (25.09.2026)

(2): Die vollständigen Handlungsempfehlungen „Mit Herz in eine gesunde Zukunft: gemeinsam gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ der ÖKG stehen unter folgendem Link zum Download bereit: https://www.atcardio.at/aktuelles/2026-09-neue-big-five (25.09.2026)

(3): Die fünf Ziele im “EU Safe Hearts Plan” sind:

  1. Vorzeitige kardiovaskuläre Sterblichkeit senken
  2. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas gezielt bekämpfen
  3. Prävention, Früherkennung und Screening in der Praxis verankern
  4. Herzgesundheit von Frauen stärker in den Fokus rücken
  5. Gemeinsame europäische Standards und digitale Gesundheitsstrategien schaffen

(4): WHO (2025): Factsheet “Cardiovascular diseases (CVDs)”. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/cardiovascular-diseases-(cvds (25.09.2026)

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Rückfragen & Kontakt

Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG)
Univ.-Prof. Dr. Lukas J. Motloch, MSc, PhD
Telefon: +43 664 834 5488
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.atcardio.at/

FINE FACTS Health Communication GmbH
Lisa Maria Schoißengeier, BEd BA MA
PR & Projektmanagement
Telefon: +43 660 8660 245
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