- 27.09.2026, 10:12:32
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Totschnig: Dürre-Katastrophe 2026 ist gemeinsame Herausforderung für EU-Landwirtschaft
Österreich bringt Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit auf die Tagesordnung – wirksame Kriseninstrumente und starke GAP für mehr Widerstandsfähigkeit gefordert
Die außergewöhnliche Dürre dieses Jahres setzt die österreichische Landwirtschaft massiv unter Druck. Die vergangenen zwölf Monate waren in Österreich die trockensten seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Im Osten Österreichs wurden Niederschlagsdefizite von bis zu 75 Prozent verzeichnet. Besonders angespannt ist die Situation im Grünland, wo Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent dokumentiert werden.
Österreich hat auf nationaler Ebene ein Dürre-Hilfspaket beschlossen, das bäuerlichen Familienbetriebe entlasten und ihre Liquidität stärken soll. Das Ausmaß der Dürre zeigt jedoch, dass großflächige Krisensituationen europäische Antworten erfordern. Österreich bringt daher die Auswirkungen der Trockenheit beim Agrarministerrates am Montag in Brüssel auf die Tagesordnung.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Wenn ganze Regionen von Extremereignissen betroffen sind, muss Europa rasch und wirksam handeln können. Dafür brauchen wir geeignete Kriseninstrumente. Insbesondere die EU-Agrarreserve muss im Ernstfall rasch und praxisnah eingesetzt werden können. Gleichzeitig dürfen wir nicht erst handeln, wenn die Krise da ist. Wir müssen unsere Landwirtschaft langfristig widerstandsfähiger machen. Die GAP gibt den Betrieben dafür Planungssicherheit und ermöglicht Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel. Mit unserem bewährten Agrarumweltprogramm werden ihre Mehrleistungen für gesunde Böden, Wasserrückhalt und Klimaschutz abgegolten. Deshalb darf die GAP im nächsten EU-Budget nicht geschwächt werden. Sie braucht eine starke und ausreichende Finanzierung – für bäuerliche Einkommen, die Anpassung an den Klimawandel und die Lebensmittelversorgung in Europa.“
Aktuelle Analysen auf europäischer Ebene zeigen, dass Sommerkulturen und Grünland in weiteren Teilen West- und Mitteleuropas unter der extremen Trockenheit leiden und die Futterversorgung unter Druck gerät. Österreich setzt sich daher dafür ein, die bestehende Möglichkeiten und Flexibilitäten der Gemeinsamen Agrarpolitik zu nutzen und wirksame europäische Kriseninstrumente für außergewöhnliche Situationen sicherzustellen. Eine wichtige Rolle kommt dabei der EU-Agrarreserve zu.
Über die akute Krisenbewältigung hinaus muss sich die Landwirtschaft an veränderte klimatische Bedingungen anpassen. Dazu gehört ein besserer Wasserrückhalt in der Landschaft, Humusaufbau und vielfältige Fruchtfolgen, die landwirtschaftlichen Erträge stabilisieren können. Solche Maßnahmen unterstütz die Gemeinsamen Agrarpolitik insbesondere durch das österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL). Damit die Betriebe diese Leistungen auch künftig erbringen können, braucht es eine starke und ausreichend finanzierte GAP – insbesondere eine starke Ländliche Entwicklung.
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