- 26.09.2026, 17:05:02
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Nach Vorwürfen im Gasteinertal: Rosen warnt vor Normalisierung des Antisemitismus
Kultusgemeinde verweist auf Vorfälle in Österreich und Deutschland – Pauschale Israel-Verurteilungen dürfen nicht zum Einfallstor für Judenhass werden
Mit großer Besorgnis reagiert der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, auf Berichte über die mutmaßlich antisemitische Ausgrenzung einer israelischen Urlauberfamilie in Bad Hofgastein. Nach einem Bericht der „Kronen Zeitung“ vom 25. September soll ein Imbissbetreiber der Familie die Bedienung verweigert und dies mit den Worten „Wegen Gaza“ begründet haben. Rosen fordert eine rasche Aufklärung der Vorwürfe und mahnt angesichts weiterer Vorfälle in Österreich und Deutschland besondere Verantwortung in der politischen Auseinandersetzung über Israel ein.
Bereits im August 2025 hatte eine israelische Familie vergleichbare Vorwürfe gegen eine Pizzeria in Seekirchen erhoben; der Betreiber bestritt die Darstellung und verwies auf den bevorstehenden Küchenschluss. Im oberpfälzischen Lam wurde im Juni 2026 eine Hotelantwort auf eine israelische Buchungsanfrage bekannt: „In unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“ Die Betreiber entschuldigten sich nach politischer Interventionen anschließend. Hinzu kommen der Angriff auf eine Frau mit Davidstern in Berlin und der Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge im September.
Die Sicherheit jüdischer Menschen und israelischer Gäste dürfe niemals von politischen Entwicklungen abhängig gemacht werden, so Rosen. Man warne davor, das Geschehen im Nahen Osten als Rechtfertigung für antisemitische Ausgrenzung zu missbrauchen. Kritik an der israelischen Regierung sei legitim. Kategorische und undifferenzierte Schuldzuweisungen könnten jedoch als vermeintliche Legitimation für Judenhass verwendet werden. Politische Kommunikation brauche deshalb mehr denn je Präzision und Umsicht.
In diesem Zusammenhang verweist Rosen auch auf die jüngsten Äußerungen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. In diesem Zusammenhang erhebe sich die Frage, wie schwerwiegende Vorwürfe wie jener von Kriegsverbrechen begründet und öffentlich vermittelt werden. Gerade bei diesem Thema brauche es die notwendige Sensibilität. Die Ablehnung von Kollektivschuld und die sorgfältige Begründung politischer Aussagen seien zwei eigenständige Anforderungen“, erklärt Rosen.
Nachdem der Salzburger Landtag im Zusammenhang mit Ku-Klux-Klan-Kostümen bei einem Faschingsball in Pöham am 4. Februar 2026 eine Aktuelle Stunde zum Rechtsextremismus abgehalten habe, erhebe sich für ihn nunmehr die Frage, ob sich der Landtag gleicher Maßen auch mit den Antisemitismusvorwürfen befassen werde? Die Kultusgemeinde erwarte sich jedenfalls eine öffentliche Antwort und nachvollziehbare Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen“, so Rosen.
Rückfragen & Kontakt
Israelitische Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg,
Steiermark und Kärnten
Sandra Zöhrer
Telefon: +43 316 712468
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