• 26.09.2026, 08:30:32
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Zehetner zum Welttourismustag: „Wenn KI den Urlaub plant, muss Österreich vorkommen“

Welttourismustag im Zeichen von Digitalisierung und KI – BMWET entwickelt gemeinsam mit ÖW und WKÖ KI-Paket für Tourismus – Fokus auf Anwendungen für kleine und mittlere Betriebe

Wien (OTS) - 

Wie suchen Gäste künftig ihr Urlaubsziel? Wie buchen sie Hotels, planen Ausflüge oder lassen sich Restaurants empfehlen? Künstliche Intelligenz verändert diese Entscheidungen bereits heute grundlegend. Der diesjährige Welttourismustag am 27. September steht deshalb unter dem Motto „Digital Agenda and Artificial Intelligence to Redesign Tourism“. Auch für Österreich ist KI ein zentraler Schwerpunkt bei der Umsetzung der neuen Tourismusstrategie Vision T. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner: „KI wird den Tourismus verändern - die Frage ist nicht ob, sondern wie. Unser Anspruch muss sein, dass Österreichs Betriebe bei dieser Entwicklung nicht Zuschauer sind, sondern vorne mitspielen. Wenn der Gast morgen eine KI fragt, wo er seinen nächsten Urlaub verbringen soll, muss Österreich in dieser Antwort vorkommen.“

KI-Paket soll Technologie in die Betriebe bringen

Ein erster konkreter Schwerpunkt ist bereits in Arbeit: Gemeinsam mit Österreich Werbung und Wirtschaftskammer entwickelt das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus ein KI-Paket für den Tourismus. Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen konkrete Anwendungen und Know-how zugänglich zu machen. Das Vorhaben ist Teil der Umsetzung der Vision T, bei der Digitalisierung und KI neben Ganzjährigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu den zentralen Schwerpunkten zählen. „KI darf kein Werkzeug sein, das nur großen Konzernen und internationalen Plattformen zur Verfügung steht. Sie muss auch dem Familienhotel, dem Wirtshaus oder dem kleinen Freizeitbetrieb etwas bringen. Genau dort wollen wir ansetzen: Technologie verständlich machen und Anwendungen schaffen, die im betrieblichen Alltag tatsächlich einen Unterschied machen.“

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von automatisierter Gästekommunikation und Übersetzungen über Marketing und Angebotsgestaltung bis hin zur Unterstützung bei administrativen Aufgaben. Auch die Österreich Werbung arbeitet bereits mit praxisnahen Formaten daran, KI-Anwendungen stärker in den Tourismus zu bringen. „Wenn KI Routinearbeit abnimmt, bleibt mehr Zeit für das, was kein Algorithmus ersetzen kann: persönliche Gastfreundschaft. Technologie soll unsere Betriebe entlasten – nicht den Menschen ersetzen.“

Wer künftig sichtbar sein will, muss für KI auffindbar sein

Neben betrieblichen Anwendungen geht es Zehetner auch um die internationale Sichtbarkeit des Tourismusstandorts. Reiseplanung verlagert sich zunehmend von klassischen Suchmaschinen und Buchungsplattformen hin zu digitalen Assistenten. Die Vereinten Nationen weisen zum Welttourismustag ausdrücklich darauf hin, dass KI bereits verändert, wie Reisende Destinationen auswählen und wie touristische Angebote gestaltet werden. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass neue Technologien Nachfrage noch stärker auf wenige Plattformen und Destinationen konzentrieren. „Früher hat man im Reisebüro gefragt, dann bei Google gesucht und heute fragt man immer öfter eine KI. Für unseren Tourismus heißt das: Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Betriebe und Destinationen auch in dieser neuen Welt sichtbar bleiben.“

Dafür brauche es neben konkreten KI-Anwendungen auch gute Daten und gemeinsame Standards. „Wer digital nicht gefunden wird, wird künftig noch schneller wirtschaftlich unsichtbar. Deshalb müssen wir gute touristische Daten, neue Technologien und die Stärke unserer Betriebe zusammenbringen. Das ist keine technische Nebenfrage, sondern eine Frage unserer Wettbewerbsfähigkeit.“

„Innovation muss Wertschöpfung in Österreich schaffen“

Mit der Vision T hat die Bundesregierung als Leitlinie ausgegeben, Tourismus stärker über Wertschöpfung, Wertschätzung und Werterhalt zu entwickeln. Digitalisierung und KI sollen dazu beitragen, Betriebe produktiver zu machen, neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen und mehr Wertschöpfung in Österreich zu halten. „Unser Tourismus lebt von einer starken Mischung: von Familienbetrieben, international bekannten Destinationen, großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und von der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. KI ist dabei kein Selbstzweck. Sie muss unseren Betrieben helfen, produktiver, sichtbarer und wettbewerbsfähiger zu werden.“

Gerade zum Welttourismustag gehe es deshalb nicht darum, Technologie gegen persönliche Gastfreundschaft auszuspielen. „Tourismus wird auch in Zukunft von Menschen gemacht. Von Gastgeberinnen und Gastgebern, die früh aufstehen, spät zusperren, investieren, ausbilden und jeden Tag Qualität liefern. KI kann sie unterstützen. Aber sie wird das Lächeln beim Empfang, den persönlichen Tipp für die Wanderung oder echte Gastfreundschaft nicht ersetzen. Unser Ziel ist deshalb ganz einfach: das Beste aus Technologie nutzen und gleichzeitig das bewahren, was Österreichs Tourismus besonders macht.“

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
E-Mail: [email protected]

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