- 25.09.2026, 11:21:35
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Silvia Alessi beim Global Peace Photo Award 2026 für das „Friedensbild des Jahres 2026“ ausgezeichnet.
Die Jury wählte aus 27.846 Einreichungen aus 144 Ländern die Arbeit „The Cut“ der italienischen Fotografin Silvia Alessi zum Friedensbild des Jahres 2026.

24. September 2026, Wiener Rathaus. Am Abend wurden zum vierzehnten Mal die Gewinner:innen des internationalen Fotowettbewerbs Global Peace Photo Award mit der Alfred-Fried-Friedensmedaille ausgezeichnet.
Die Award Gala fand auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Wien Michael Ludwig, der von Gemeinderätin und Abgeordneten zum Wiener Landtag Alexandra Rezaei vertreten wurde, im bis zum letzten Platz gefüllten Wappensaal des Wiener Rathauses statt.
Die Preisträger:innen des Global Peace Photo Awards 2026
Kinderkategorie:
Sesilia Shainidze aus Georgien für „My Family“
Kategorie Einzelbilder:
Silvia Alessi aus Italien für „The Cut”
Kategorie Bildserien:
Antonio Denti aus Italien für „Il Mare in Mezzo (The Sea In Between)“
Aleksandra Kossowska aus Polen für „The World by Touch“
Mahmoud Abu Hamda aus Palestina für „Wings of Childhood and Peace“
Download Pressematerial: https://press.lammerhuber.at/gppa2026
In ihrer Begrüßung betonte Alexandra Rezaei, die in Vertretung des Bürgermeisters der Stadt Wien Michael Ludwig den Abend eröffnete, wie wichtig es ist, in diesen Zeiten dem Frieden ein Forum zu bieten. „Gerade in einer Welt, die von Konflikten und unterschiedlichen Perspektiven geprägt ist, braucht es den friedlichen Dialog. Jeder Mensch kann zu einem friedlicheren Miteinander beitragen – durch Respekt, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme. Der Grundstein dafür wird nicht erst zwischen Staaten gelegt, sondern bereits in unserem Alltag, beginnend in unseren Familien. Den Rahmen dafür können nur liberale Demokratien bilden, die die unterschiedlichen Standpunkte ohne auszugrenzen mit Klarheit zu beantworten wissen. Mit dem Global Peace Photo Award werden Fotograf:innen ausgezeichnet, deren Bilder belegen, wie das gelingen kann.“
Peace Image of the Year 2026
Der mit 6.000 Euro dotierte Hauptpreis „Peace Image of the Year 2026“ ging an die italienische Fotografin Silvia Alessi für ihr Bild „The Cut”
In einem einzigen Foto hat die italienische Fotografin Silvia Alessi das Aufbegehren gegen die Unterdrückung von Frauen, einen Moment der Befreiung und die Sehnsucht, Frieden mit dem Leben machen zu können, festgehalten. Es sind aus Afghanistan nach Pakistan geflüchtete Frauen, von denen hier jede demonstrativ und selbstbewusst einen Föhn in die Luft reckt.
Neben so vielem anderen haben die in Afghanistan seit August 2021 regierenden radikalislamistischen und erzreaktionären Taliban den Frauen auch Schönheitssalons verboten. Was einst zu den wenigen Berufen gehörte, in denen afghanische Frauen noch arbeiten konnten, ist nun illegal.
Was in Afghanistan ausgelöscht ist, nicht geübt werden kann, nicht gelernt werden kann, eignen sich junge geflüchtete Frauen nun in Pakistan an. In Klassenräumen mit Spiegeln, Friseur-Utensilien, Mannequin-Bedarf. Jeder Föhn eine Waffe im Kampf um Selbstbestimmung, Identität und Sichtbarkeit, um Teilhabe und das Recht, einen Beruf zu wählen.
So fasste Jurymitglied Peter-Matthias Gaede in seiner Laudatio die Preiswürdigkeit der Arbeit von Silvia Alessi zusammen.
Frieden, sagt Alessi, sei für die von ihr fotografierten Frauen alles andere als abstrakt. Sie hielten ein Werkzeug der Selbstermächtigung in ihren Händen.
Silvia Alessi wurde darüber hinaus in der Kategorie „Bestes Einzelbild“ ausgezeichnet. Das Preisgeld von 1.000 Euro wurde von der Photographischen Gesellschaft (PHG), der zweitältesten fotografischen Gesellschaft der Welt, zur Verfügung gestellt.
The Children’s Peace Image of the Year 2026
Das mit 1.000 Euro dotierte beste Friedensbild in der Kinder- und Jugendkategorie, „The Children’s Peace Image of the Year 2026“, gewann die elfjährige Sesilia Shainadze aus Georgien mit ihrem Bild „My Family“.
Das ausgezeichnete Bild zeigt eine Szene im Haus der Großmutter, wo Sesilia mit ihr, mit Onkel, Tante, Cousinen und ihrem Hund ein Bühnenbild arrangiert hat, das ganz ihre eigene Idee war. Sie liebt es, dass bei ihrer Großmutter immer viel los ist, fröhlich und bunt.
Frieden sei ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg, er beginne, wo sich Familien in Wärme, Liebe, Zuwendung und Glück begegneten. Für sei, für Sesilia, sei das ihre gegenwärtige Vorstellung von einer friedlichen Welt.
Sesilia lebt in der Hafenstadt Batumi an der georgischen Schwarzmeerküste wo sie die fünfte Klasse des Schul-Lyzeums „Masterclass“ besucht, eine staatliche Bildungseinrichtung mit hohen Ansprüchen an das Erlernen von Fremdsprachen und in der Vermittlung demokratischer Werte und ökologischer Verantwortung.
Die beiden Hauptpreise wurden von Sonja Raus, Vorstandsdirektorin der Vienna Insurance Group (VIG), übergeben, die seit vielen Jahren den Global Peace Photo Award unterstützt: „Frieden ist eine wesentliche Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft. Als internationale Versicherungsgruppe, die Menschen über Ländergrenzen hinweg verbindet, ist uns ein friedliches und stabiles Umfeld ein besonderes Anliegen. Deshalb engagiert sich die Vienna Insurance Group seit vielen Jahren für den Global Peace Photo Award. Das Kinder-Friedensbild unterstützen wir seit seiner Einführung, und seit 2022 sind wir Hauptsponsor des gesamten Awards.“
Bei der Vergabe des Friedensbildes 2026 wurde Sonja Raus von der ebenfalls langjährigen Sponsorin des Awards Silvia Lammerhuber, geschäftsführende Inhaberin der Edition Lammerhuber, unterstützt.
Lois Lammerhuber, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia Lammerhuber den Global Peace Photo Award initiiert hat und seit Anbeginn organisiert, erinnerte: „Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg, sondern etwas, das ich als „Gelungenes Leben“ bezeichnen möchte. Mit all ihrer kreativen und künstlerischen Leidenschaft formulieren die Fotograf:innen eine Ode an den Respekt vor der Zerbrechlichkeit unserer Welt. Sie beschwören die Beziehungen zwischen den Menschen und der Natur als eine Mission für ein verantwortungsvolles Leben. Mit ihren Talenten, ihrem Blick und ihren Visionen beschreiben sie jene gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, die uns nicht mehr loslassen dürfen. Sie fesseln den Blick mit Fotografien, die vom Auge direkt im Herzen Wurzeln schlagen, und uns ermutigen, sich gegen die Gleichgültigkeit und den herrschenden Populismus zu wehren. Ein Appell an die Welt, der fest ins Herz unseres Awards eingeschrieben ist.“
Christoh Jünger, Geschäftsführer von UNICEF Österreich, betonte in seiner Rede: „Kinder und Jugendliche erleben die Auswirkungen von Konflikten, Krisen und gesellschaftlichen Spannungen oft besonders unmittelbar. Umso wichtiger ist es, ihnen Raum zu geben, ihre Sicht auf die Welt sichtbar zu machen. Die Beiträge zum Children's Peace Image of the Year zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen Frieden verstehen, erleben und gestalten. Ihre Bilder erinnern uns daran, dass Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg ist, sondern auch Sicherheit, Zusammenhalt, Respekt und die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. UNICEF Österreich ist stolz darauf, dieses starke Zeichen für die Stimmen junger Menschen als Partner zu unterstützen.“
Alfred-Fried-Friedensmedaillen 2026
Die weiteren Alfred-Fried-Friedensmedaillen 2026 verbunden mit einem Preisgeld von je Ꞓ 1.000 erhielten:
Antonio Denti aus Italien für „Il Mare in Mezzo (The Sea In Between)“
Frieden machen mit dem Meer, das viele von ihnen in traumatischer Erinnerung haben. Das ist das Ziel einer Initiative in der Nähe von Rom, bei der Migrantinnen aus Afrika mit ihren in Italien geborenen Kindern die Angst vor dem Wasser verlieren sollen. Das Mittelmeer war für sie ein lebensbedrohliches Element, als sie es in fragilen Schiffen überqueren mussten, eine Art zweite Wüste nach ihrer Route durch die nordafrikanische Dürre. Und nicht selten eine tödliche Barriere zwischen der Heimat und dem erträumten Ziel in Europa.
Für Denti, 1972 im sizilianischen Catania geboren, ist es eine moderne Odyssee, deren Zeuge er bei dem abenteuerlichen Weg übers Meer wurde. Allerdings ein Epos ohne Dichter, also blanke Realität. Denti studierte zunächst Anthropologie an der University of London, befasste sich also mit der Wissenschaft vom menschlichen Zusammenleben, bevor er begann, dieses Leben mit der Kamera zu beobachten. Oder besser: direkt an ihm teilzunehmen. Für die Agentur Reuters arbeitete er im Kosovo, in Afghanistan, dem Irak, in Israel und Gaza.
Aleksandra Kossowska aus Polen für „The World by Touch“
Aufzuwachsen in einer Welt, die von Beginn an unsichtbar ist. Das Begreifen der Welt durch Berührung, Töne, Texturen, Gerüche – und nirgendwo Licht. Blindheit in Bilder zu fassen, hat auch die polnische Fotografin Aleksandra Kossowska nicht vermocht. Die Sternenwolken, die sie den Schwarz-Weiß-Fotos blinder oder schwer sehbehinderter Kinder in einer Schule im äthiopischen Sebeta, südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba, hinzugefügt hat, sind ihr Versuch einer Übersetzung. Sie visualisieren eine Aura, vielleicht Erkenntnisblitze, die auch ohne das Sehen möglich sind. Vielleicht Gefühle. Vielleicht eine Interaktion zwischen Innen- und Außenwelt. Vielleicht auch etwas von Sehenden nur schwer zu Benennendes.
Die Fotografin versteht ihre Arbeit nicht zuletzt als „Einladung“ an uns, mitzufühlen. Statt auszublenden. Sie sagt: „Die Welt berührt uns, wenn wir sie berühren.“ Damit auch für die Kinder greifbar wurde, was sie mit den Bildern machte, perforierte sie die Fotos von Hand, mit kleinen Punkten und zarten Linien. Ein winzig kleines Angebot, Frieden zu machen mit dem Handicap – und später vielleicht sogar mit dem Leben.
In Warschau wohnend, ist die 48 Jahre alte Fotografin nach einem Studium der Archäologie sowie der Fotografie unter anderem Mitgründerin von Poleczki.art, eines Centrums, das Galerie, Bibliothek, Studio und Lehrräume für gegenwärtige Fotografie vereint.
Mahmoud Abu Hamda aus Palestina für „Wings of Childhood and Peace“
Bilder von einer Kindheit in Gaza mit einem Friedenspreis auszuzeichnen, muss auf den ersten Blick verwundern. Kaum irgendwo anders in den vergangenen Jahren haben schließlich gerade Kinder so fürchterlich unter Bomben, Zerstörung, Flucht, Hunger, Angst, Verwundungen, dem Verlust von Eltern, Geschwistern, Freundinnen und Freunden gelitten.
Und doch und selbst hier und selbst in den Trümmerlandschaften ist ein Kinderlachen zu sehen, spielt ein Junge Geige, schaukeln und toben Jungs und Mädchen, sitzen fröhlich beieinander, behaupten ihr Leben selbst an dunkelsten Orten, spielen. Kindheit hier, das zeigt der palästinensische Fotograf Mahmoud Abu Hamda in seinen anrührenden Bildern, ist nicht komplett verschwunden, nicht vollständig ausgelöscht. Sie hat sich nur unter immensem Druck zu behaupten. Tapferkeit inklusive und sicher auch die Fähigkeit, vergessen und verdrängen zu können.
Mahmoud Abu Hamda hat den Bildern dieser Serie den Titel „Die Flügel von Kindheit und Frieden“ gegeben. Flügel, die mindestens äußerlich nicht verbrannt oder gebrochen sind – sondern noch hinaustragen können selbst aus dem Krieg. Und dorthin, wo es um Menschenwürde unverletzlich ist.
Hamda, 36 Jahre alt, hat am University College of Applied Sciences eine Ausbildung in Multimedia erhalten und später einen Lehrauftrag in Fotografie an der University of Gaza innegehabt. Dann allerdings erfuhr er Vertreibung und Not auch in der eigenen Familie und wurde beim Bombardement eines Hochhauses durch die israelische Luftwaffe selber verletzt. Hat Hunger fotografiert, während er selber hungerte.
Die international führende Fotografen-Agentur Magnum ehrte Hamda bereits mit einer großen Veröffentlichung. Ausgestellt wurde seine Arbeit unter anderem in Amsterdam, ausgezeichnet 2023 mit einem der renommierten Lucia Awards.
(Auszüge aus den Laudationes von Peter-Matthias Gaede)
Die Preisgelder der drei ausgezeichneten Bildserien wurden durch die Unterstützung der Landesinnung Wien der Berufsfotografie, vertreten durch Eva Kelety, Innungsmeisterin Landesinnung Wien der Berufsfotografie und Bundesinnungsmeisterin Berufsfotografie Österreich, ermöglicht.
Keynote von Cornelius Obonya, Schauspieler und Regisseur, Ehrenbeauftragter von UNICEF Österreich (Auszüge)
Die Keynote des Abends hielt Cornelius Obonya, Schauspieler und Regisseur, Ehrenbeauftragter von UNICEF Österreich.
„Wie beginnen? Wie wäre es damit, dass wir wahrnehmen, dass wir und unsere Kinder vor der Tatsache stehen, dass hier auf unserem Kontinent beziehungsweise am Rande dessen es eine Regierung eines Staates gibt, die einfach mal wieder in ein anderes Land einmarschieren hat lassen. Und dass es Menschen gibt die diesem Befehl Folge geleistet haben und mitmachen. Und dass es wieder Einzeltäter gibt, deren Banalität des Bösen sich wieder Bahn bricht.
Ich erinnere hier an das kurze Bewegt-Bild einer Überwachungskamera eines ukrainischen Betriebes. Darin sind zwei russische Soldaten zu sehen, die zwei zivile Mitarbeiter dieses Betriebes ohne Vorwarnung erschießen. Sie schießen in den Rücken, wohl gemerkt.
Man soll mit dem Aggressor verhandeln, heißt es. Was aber, wenn der nicht will? Eine Friedensordnung kann nur so lange halten, so lange sich alle, aber auch wirklich alle, daran halten.
Ach ja - und sagen wir doch bitte unseren Kindern, dass man hierzustaate keine Parteien wählt, die sich dem Aggressor untertan machen wollen. Diese Leute haben nur ein einziges Foto im Kopf. Das des Staatenlenkers, der mit nacktem Oberkörper und geschultertem Gewehr durch einen Fluss reitet. Sie verwechseln Macht mit Stärke und friedliche Überlegung mit dem Beiseiteschaffen von Menschen.
Unseren Kindern jede, aber auch jede Wahrheit zukommen zu lassen ist unsere Pflicht. Sie ist ihnen zumutbar. Aber nur, wenn wir lernen, sie uns selbst – wieder erneut – zuzumuten.
Ich gratuliere allen zu den/der Auszeichnung. Möge die Nachricht in und aus Ihren Bildern zu besseren Nachrichten in und aus den Kriegsgebieten dieses Planeten führen.“
Die gesamte Keynote finden Sie im Presselink.
Über den Global Peace Photo Award 2026
Zum Global Peace Photo Award 2026 wurden 27.846 Einreichungen aus 144 Ländern eingereicht. Die meisten Einreichungen kamen aus Indien, USA, China, Italien, Deutschland, Frankreich, Nigeria, Russland, Bangladesh und Pakistan. Juriert wurden die Einreichungen von einer hochkarätigen, internationalen Jury. Siehe: https://globalpeacephotoaward.org/jury
Der Global Peace Photo Award wird in Kooperation von Edition Lammerhuber, Photographischer Gesellschaft (PHG), UNESCO, Österreichischem Parlament, der Vereinigung der Parlamentsredakteurinnen und -redakteure, des Internationalen Press Institute (IPI), World Press Photo Foundation, POY LATAM, APA – Austria Presse Agentur, der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh), Unicef Austria und Vienna Insurance Group ausgelobt.
Pressematerial (Siegerbilder, Jurystatements, Keynote, Bilder von der Veranstaltung) zum Herunterladen: https://press.lammerhuber.at/gppa2026
Pressematerial
Siegerbilder, Jurystatements, Keynote, Bilder von der Veranstaltung zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung über den Global Peace Photo Award
Rückfragen & Kontakt
Global Peace Photo Award
Lois Lammerhuber
Telefon: +4369913583989
E-Mail: [email protected]
Website: https://globalpeacephotoaward.org
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