• 25.09.2026, 11:16:32
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Salztorbrücke: Sicherheit hat Vorrang – PKW-Sperre ab November 2026, Neubau startet Anfang 2029

Nach rund 65 Jahren: Vorsorgliche Sperre für PKW und LKW ab November 2026 - Planungen für Neubau starten – Abbruch ab Anfang 2028

Wien (OTS) - 

Wiens 855 Brücken unterliegen strengsten Sicherheitskontrollen, die für Brücken zuständige MA 29 kontrolliert und prüft die Bauwerke regelmäßig. So auch die Salztorbrücke, die den 1. und 2. Wiener Gemeindebezirk seit ihrer Eröffnung 1961 über den Donaukanal verbindet. Die 91 Meter lange Brücke ist eine besondere Spannbetonkonstruktion und die einzige ihrer Art in Wien. Regelmäßig werden verdichtete Bauwerksprüfungen und ein engmaschiges Monitoring mit laufenden Riss-, Neigungs- und Schallemissionsmessungen durchgeführt. Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden 2024, die eine ähnliche Spannstahlkonstruktion wie die Wiener Salztorbrücke hatte, wurden die Untersuchungen nochmals intensiviert und der Zustand mittels eingebauter Sensoren im Dauer-Monitoring überwacht.

Engmaschige Kontrolle und Bewertung durch Expertenkommission

Zu Jahresbeginn wurde eine Expertenkommission unter der Leitung des renommierten Brücken-Experten Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Patrick Huber von der TU Wien eingerichtet, um den Zustand der Brücke intensiv zu beobachten und zu bewerten. Die Untersuchungen wurden heuer noch einmal verstärkt und ein Belastungstest durchgeführt. Aus den Messwerten und deren Vergleich mit den Ergebnissen eines Berechnungsmodells konnten Rückschlüsse auf das aktuelle Tragverhalten und den Zustand der Brücke gezogen werden.

Auf Basis der umfassenden Untersuchungen sowie der fachlichen Empfehlungen der eingesetzten Expertenkommission wurde der weitere Zeitplan für die Zukunft der Salztorbrücke konkretisiert. Die Stadt Wien hat die daraus resultierenden nächsten Schritte bereits vorsorglich eingeleitet.

Sperre für PKW und LKW ab 10.11.26

Die Salztorbrücke wird ab 10. November 2026 vorsorglich für LKW und PKW gesperrt, die Planungen für die Neukonstruktion starten unmittelbar danach. Es folgen Ausschreibung, Wettbewerb und Umlegung der Versorgungsleitungen. Nach Abschluss der Vorarbeiten beginnt mit Anfang 2028 der Abbruch der Brücke, mit Beginn 2029 startet die Neuerrichtung. „Die Nutzungsdauer der Salztorbrücke beträgt dann beinahe 70 Jahre. Dies ist eine übliche Lebensdauer für Spannbetonbrücken aus den Anfängen der 60er Jahre“, erläutert Prof. Huber, der die Empfehlung für den Neubau abgegeben hat.

„Die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener steht für uns an erster Stelle. Wir beobachten und prüfen die Salztorbrücke seit vielen Jahren sehr intensiv und gehen keinerlei Risiko ein. Auf Empfehlung der Expert*innenkommission wird die Brücke ab Herbst 2026 für LKW und PKW gesperrt und steht dann nur noch Fußgänger*innen, Radler*innen sowie dem Citybus 2A zur Verfügung. Der motorisierte Verkehr wird von der Salztorbrücke auf die umliegenden Brücken verlagert. Die geringe Belastung durch Radfahrer*innen, Fußgänger*innen und dem Citybus liegt weit unter der vom Belastungstest kalibrierten Belastung, die Brücke kann daher sicher genutzt werden“, erläutert Wolfgang Strenn, Leiter der MA 29 - Brückenbau und Grundbau. Der Citybus – der alle 10 bis 14 Minuten zu den Hauptverkehrszeiten fährt - spielt aus statischer Sicht aufgrund des geringen Gewichts derzeit keine wesentliche Rolle.

Auch Prof. Huber erläutert die Sicherheit der Brücke: „Die Untersuchungen zeigen, dass die Salztorbrücke nach derzeitigem Kenntnisstand unter engmaschigem Monitoring und bei reduzierter Verkehrslast noch weiter sicher genutzt werden kann. Sollte das Monitoring jedoch Veränderungen wie Spanndrahtbrüche an kritischen Stellen oder Biegerisse feststellen, ist eine sofortige Sperre des Brückenverkehrs erforderlich.“ Selbstverständlich wird die Salztorbrücke bis zu ihrem Abriss weiterhin engmaschig kontrolliert.

Umliegende Brücken nehmen Verkehr auf

Die umliegenden Brücken und Straßen werden die zusätzlichen Verkehrsbelastungen als zeitlich begrenzte Übergangslösung aufnehmen. „Im Vorfeld werden wir in der Koordination besonders darauf achten, dass die Verkehrsmaßnahmen gut mit den notwendigen Vorhaben im Umfeld abgestimmt sind. Für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wird es zeitgerecht detaillierte Informationen zu den Querungsmöglichkeiten geben. Im Zuge der Baustellenkontrollen werden wir uns die Beschilderung vor Ort genau ansehen, damit alles klar und verständlich ist“, so der Baustellenkoordinator der Stadt Wien, Christian Zant. Insgesamt gibt es 24 Straßenbrücken, 6 Eisenbahnbrücken und 7 Stege über den Donaukanal.

Derzeit nutzen rund 12.000 Fahrzeuge, ca. 3.000 Radfahrer*innen und ca. 6.100 Fußgänger*innen die Salztorbrücke täglich. Der motorisierte Individualverkehr wird nach der Sperre in Richtung 1. Bezirk über die Roßauer Brücke umgeleitet, während in Richtung 2. Bezirk über die Marienbrücke und die Augartenbrücke geführt wird.

Während der Rückbauarbeiten wird zudem sichergestellt, dass wichtige Versorgungsleitungen für Fernwärme, Strom und weitere Infrastrukturverbindungen über den Donaukanal durchgehend in Betrieb bleiben.

Vorausschauendes Brückeninstandsetzungsprogramm

Die Stadt Wien setzt ihr Brückeninstandsetzungsprogramm konsequent fort, um die Verkehrssicherheit und langfristige Nutzbarkeit der Bauwerke sicherzustellen. Im Rahmen dieses Programms wurden entlang des Donaukanals bereits wesentliche Brückenbauwerke vorausschauend umfassend erneuert.

So wurde bereits im Mai 2024 die Gesamtinstandsetzung der Aspernbrücke erfolgreich abgeschlossen. Die Arbeiten umfassten unter anderem das Tragwerk sowie die Geh- und Radwegbereiche. Auch die Augartenbrücke wurde umfassend instandgesetzt. Dabei wurden Arbeiten an der Fahrbahn- und Brückenkonstruktion, Abdichtungen, Beläge und Tragwerksteile umgesetzt. Diese Arbeiten an der Brücke zwischen dem 2. und 9. Bezirk wurden im Juli 2025 abgeschlossen.

Im heurigen Sommer konnte die künftig als Umleitungsstrecke dienende Marienbrücke ebenfalls auf diese Herausforderung vorbereitet werden, indem der Fahrbahnbelag ausgebessert wurde. Im Anschluss an den Neubau der Salztorbrücke wird auch diese Donaukanalquerung gesamtinstandgesetzt.

Neubau für die Mobilität der Zukunft

Der Neubau der Salztorbrücke wird den Anforderungen einer modernen und zukunftsorientierten Mobilität gerecht. Radfahrer*innen erhalten mehr Platz und attraktivere Verbindungen, Fußgänger*innen profitieren von einer komfortableren und sichereren Querung. Auch die Nutzung durch Busse bleibt gewährleistet. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Brücke wieder für den Individualverkehr geöffnet. „Wir sorgen dafür, dass die Salztorbrücke von den definierten Benutzer*innengruppen bis zum Abbruch sicher genutzt werden kann und werden mit dem Neubau auch künftig eine sichere und leistungsfähige Verbindung über den Donaukanal gewährleisten“, so Wolfgang Strenn abschließend.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

Rückfragen & Kontakt

Stadt Wien - Brückenbau und Grundbau - Öffentlichkeitsarbeit
Luise Gruber
Telefon: +43 1 4000 96945
E-Mail: [email protected]

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