- 25.09.2026, 10:28:32
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Werksschließung bei Ardo im Marchfeld: MAV warnt vor den Folgen des Billigpreis-Wettlaufs für Österreichs Lebensmittelproduktion
Schließung der Ardo Austria Frost GmbH in Groß-Enzersdorf ist für den Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie ein Alarmsignal für gesamten Lebensmittelstandort

Die Ankündigung des Tiefkühlgemüse-Produzenten Ardo Austria Frost GmbH, sein Werk in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) nach der heurigen Ernte schrittweise zu schließen, ist für den Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie (MAV) ein Alarmsignal für den gesamten heimischen Lebensmittelstandort. Rund 190 Beschäftigte sowie 50 saisonale Leiharbeitskräfte sind unmittelbar betroffen, in der Region Marchfeld bangen zudem rund 270 Gemüsebauern um ihre wirtschaftliche Grundlage.
„Dieser Schritt ist mehr als die Schließung eines einzelnen Werks – er ist ein Fanal für das, was passiert, wenn der Preis zum einzigen Maßstab wird“
, so Günter Thumser, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Markenartikelindustrie. „Wir Markenartikler warnen seit Monaten vor dem medial heftig beschworenen ‚Billig, billig!' – jetzt sehen wir eine der ersten großen Konsequenzen.“
Fairer Preis statt Billigstpreis
Der MAV sieht in der Werksschließung das Ergebnis einer kollektiven Ausrichtung auf den jeweils niedrigsten Einkaufspreis. Höchste heimische Qualitätsstandards – bei Sozialstandards, Düngung, Pflanzenschutz oder Tierwohl – seien mit signifikant höheren Produktionskosten verbunden. Wer ausschließlich den niedrigsten Preis zum Maßstab mache, spare zwar kurzfristig, beschleunige aber die Abwanderung selbst traditioneller Produktionsbetriebe an deutlich günstigere Auslandsstandorte.
„Nur ein fairer Preis sichert das Morgen“
, betont Thumser. „Heimische Qualität braucht eine wirtschaftliche Grundlage – und das gilt nicht nur für einzelne Betriebe, sondern für unseren Wohlstand und unser soziales Netz insgesamt. Nur aus heimischer Wertschöpfung erwächst die Finanzierung unserer gewohnten Sicherheit.“
Der Verband warnt zudem vor einer weiteren Zunahme der Importabhängigkeit bei Gütern des täglichen Bedarfs, sollte sich diese Entwicklung fortsetzen.
MAV lehnt Verbot regionaler Liefervereinbarungen ab
Vor diesem Hintergrund appelliert der MAV eindringlich an Politik und Medien, die aktuell gesetzlich zulässige Möglichkeit regionaler oder nationaler Vereinbarungen zwischen Herstellern und Handel nicht einzuschränken oder gar zu verbieten. Diese Vereinbarungen seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, die Versorgungssicherheit mit heimischer Produktion und Tausende Arbeitsplätze – vom Bauernhof über die Weiterverarbeitung bis ins Handelsregal – nachhaltig abzusichern.
„Vier Handelskonzerne decken über 90 Prozent des täglichen Haushaltsbedarfs ab. Dieser enormen Marktkonzentration steht eine Vielzahl heimischer Lieferanten gegenüber"
, so Thumser. „Der Wunsch des Handels nach dem jeweils günstigsten Einkaufspreis darf nicht zum alleinigen Maßstab werden. Hersteller müssen im Rahmen des Wettbewerbsrechts weiterhin frei entscheiden können, wie und mit wem sie ihre Waren vertreiben.“
Der MAV weist daher die Forderung nach einem generellen Verbot territorialer Lieferbeschränkungen (Territorial Supply Constraints) deutlich zurück und appelliert an die Mitglieder der österreichischen Bundesregierung, den entsprechenden, von Österreich in der EU eingebrachten Vorstoß noch vor dem EU-Rat am 15. und 16. Oktober neu zu überdenken.
„Nur eine Überarbeitung, die faire Wettbewerbsbedingungen auch für heimische Produzenten berücksichtigt, wird der politischen Verantwortung für den österreichischen Wirtschaftsstandort gerecht“
, so Thumser abschließend. „Qualität aus Österreich für Österreich – das muss die klare Leitlinie nachhaltiger Politik sein, auch für die nachfolgenden Generationen.“
Über den Österreichischen Verband der Markenartikelindustrie
Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) wurde 1925 gegründet und repräsentiert rund 100 national und international tätige Hersteller aus dem FMCG-Bereich (Fast Moving Consumer Goods). Als freiwillige Interessenvertretung setzt sich der MAV für die nachhaltige Förderung der Marke als Symbol für Qualität, Innovation und fairen Wettbewerb ein. Ein europaweit einzigartiges Zeichen setzt der MAV mit seiner jährlichen Gemeinschaftskampagne, die 2026 bereits zum 30. Mal umgesetzt wurde. Präsident ist Josef Braunshofer, Geschäftsführer ist Günter Thumser. www.mav.at
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Günter Thumser
Telefon: 0664 18 577 81
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