- 24.09.2026, 12:18:02
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AK zum Schulversuch sechsjährige Volksschule: Gerechtere Schule geht besser
Anspruch des Bildungsministers für längeres gemeinsames Lernen positiv – andere Modelle für gemeinsame Schule sind aber längst erfolgreich erprobt
Die Arbeiterkammer begrüßt jede Initiative, die längere gemeinsame Lernzeiten in der Pflichtschule ermöglicht. Ilkim Erdost, AK Wien Bereichsleiterin Bildung: „Es ist pädagogisch nachgewiesen, dass kontinuierliches gemeinsames Lernen die Entwicklung der Grundkompetenzen fördert und auch ein wichtiger Beitrag für mehr Chancengleichheit und gegen die frühe soziale Selektion im Bildungssystem ist.“ Allerdings, so Erdost, sind dafür keine neuen Schulversuche nötig. „Die Vorteile längerer gemeinsamer Lernphasen sind seit Jahren wissenschaftlich nachgewiesen und international erprobt.“ Statt einer sechsjährigen Volksschule, die ein Fremdkörper im bestehenden System wäre, wäre aus Sicht der AK die gemeinsame Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen besser umsetzbar.
Länder, die Trennung und Auslese der Schüler:innen erst zu einem späteren Zeitpunkt vornehmen, erzielen in internationalen Vergleichen regelmäßig bessere Ergebnisse, erinnert Erdost. In diesen Schulsystemen wird der Lernprozess nicht unnötig unterbrochen, sondern stetig qualitativ fortgeführt. Erdost: „Das wäre auch in Österreich möglich. Eine sechsjährige Volksschule hat zusätzlich Schnittstellen- und Übergangsprobleme, die den Schüler:innen auf den Kopf fallen können. Daher ist diese Gemeinsame Schule Light eher nur politisch und nicht unbedingt inhaltlich erklärbar.“
Besser wäre es, innovative und bereits existierende Modelle zu stärken. „In Schulclustern und anderen innovativen Schulprojekten werden vergleichbare Formen des längerfristigen gemeinsamen Lernens bereits heute erfolgreich praktiziert“, so Erdost. „Dazu zählen beispielsweise Kooperationsmodelle zwischen Volks- und Mittelschulen, in denen eine enge Zusammenarbeit und Begleitung der Schülerinnen und Schüler bis vierzehn Alltag sind.“
Die Arbeiterkammer spricht sich deshalb dafür aus, bestehende bewährte Modelle für eine gerechtere Schule konsequent weiterzuentwickeln und rascher breit umzusetzen, anstatt erneut auf Schulversuche und langwierige Pilotphasen zu setzen, die im Resultat negative Übergangserfahrungen für Schüler:innen beinhalten können. Wesentlich bleibt, dass jedes Kind – unabhängig von Herkunft und sozialem Status – Zugang zu nachhaltigen, chancengerechten Bildungswegen erhält und die Grundkompetenzen sowie individuelle Stärken entwickeln kann.
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