• 23.09.2026, 13:32:02
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ÖVP-Zierfuß: Emmerling will ÖVP-Forderung endlich umsetzen – Koppelung der Kindergartenförderung an Deutschförderung soll kommen

Weiterhin fehlende Transparenz bei Kostenrechnung für städtische versus private Kindergärten – Aufschlüsselung der Ausgaben fehlt nach wie vor

Wien (OTS) - 

„Die Koppelung der Kindergartenförderung an die Qualität der Deutschförderung wird seit vielen Jahren im Deutschförderplan der Wiener Volkspartei für Wiens Kindergärten gefordert. Diese Maßnahme ist angesichts der teilweise kaum vorhandenen Deutschförderung in zahlreichen Kindergärten und Kindergruppen längst überfällig und deren geplante Umsetzung damit eindeutig als Erfolg der Wiener Volkspartei zu verbuchen“, so Bildungssprecher Klubobmann Harald Zierfuß zu den heutigen Aussagen von Neos-Stadträtin Emmerling. Demnach sollen im Rahmen der Neuaufstellung des Subventionssystems „klare Ziele formuliert werden“ und Kindergärten, die etwa dem Auftrag der Sprachförderung „in keinster Weise nachkommen“, auch „keinen Anspruch mehr auf Förderungen haben“.

„Wir nehmen die Neos hier beim Wort. Diese Ankündigung muss auch tatsächlich im Rahmen der Neuaufstellung des Fördersystems umgesetzt werden. Wir können schließlich nicht länger dabei zuschauen, wie Kinder über Jahre hinweg fragwürdige Kindergruppen oder Kindergärten besuchen, ohne dort ausreichend Deutsch zu lernen, um mit einem ordentlichen Status ihre Bildungskarriere starten zu können“, so Zierfuß.

„Leider kennen wir auch Fälle von Kindern, die drei, vier oder mehr Jahre städtische Kindergärten besuchen, und dort ebenfalls nicht ausreichend Deutsch lernen. Wir hoffen, die Stadträtin bleibt bei diesem Thema nicht auf einem Auge blind und lässt hier auch die städtischen Kindergärten nicht aus der Verantwortung“, so Zierfuß.

Klar sei jedenfalls auch, dass es darüber hinaus noch weitere Maßnahmen brauche. „Unser Deutschförderplan umfasst noch viele weitere Maßnahmen wie etwa Sprachstandsfeststellungen für alle dreijährigen Kinder in Wien sowie eine Kindergartenpflicht für Dreijährige mit Deutschförderbedarf. Auch die Deutschförderkräfte müssen massiv aufgestockt und gezielt in Kindergärten mit hohem Deutschförderbedarf eingesetzt werden“, so Zierfuß.

Bei den Ausgaben von Steuergeld für städtische versus private Kindergärten vermisst der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei einmal mehr „tatsächliche Transparenz“. „Wo ist die Aufschlüsselung dieser heute von der Stadträtin präsentierten Kostenrechnung? Es genügt nicht, zwei Zahlen in den Raum zu werfen, ohne transparent aufzuschlüsseln, wie diese Zahlen zustande gekommen sind. Diese können wir den Neos nun glauben oder nicht. Wahrhaftige Kostentransparenz schaut nach unserer Auffassung anders aus“, so Zierfuß.

Auch gehe es bei den von uns per Informationsfreiheitsgesetz erfragten „Kosten“ vor allem darum, wie viel „Steuergeld“ die Stadt Wien für einen städtischen Kindergartenplatz ausgibt und wie viel „Steuergeld“ die Stadt Wien für einen privaten Kindergartenplatz über Fördermittel zur Verfügung stellt.

„Angesichts der dazu heute präsentierten Ausgaben ist der Stadt Wien offenbar nach wie vor ein Kind in einem städtischen Kindergarten mehr wert als eines in einem privaten Kindergarten“, so Zierfuß abschließend.

Forderungen aus dem Deutschförderplan der Wiener Volkspartei:

1. Sprachstandserhebungen für alle 3-jährigen Kinder in Wien: Nachdem ein Großteil der Kinder, die die Schule aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen mit einem ao. Status beginnen müssen, bereits mehr als zwei Jahre den Kindergarten besucht haben, braucht es für alle 3-Jährigen in Wien eine Sprachstandsfeststellung.

2. Kindergartenpflicht für 3-jährige Kinder mit Deutschförderbedarf: Für Kinder, bei denen im Rahmen der ersten Sprachstandserhebung mit drei Jahren ein Deutschförderbedarf festgestellt wurde, muss eine Kindergartenpflicht inklusive intensivierter und kontrollierter Deutschförderung im Kindergarten gelten.

3. Gesetzliche Erhöhung der Besuchspflicht von 20 auf 30 Stunden pro Woche statt unverbindlicher Einladungen: Derzeit bekommen Familien, deren Kinder das verpflichtende Kindergartenjahr weniger als 30 Stunden besuchen, lediglich unverbindliche Einladungen der Stadt Wien, diese freiwillig zu erhöhen. Das ist zu wenig.

4. 1.000 Sprachförderkräfte für Wiens Kindergärten: Rund ein Drittel der Kinder mit Deutschförderbedarf haben 2024/25 keine explizite Sprachförderung durch Sprachförderkräfte erhalten. SPÖ und Neos müssen das Bürgermeister-Wahlversprechen von 1.000 Sprachförderkräften umsetzen.

5. Kindergartenförderung an Qualität der Deutschförderung koppeln: Nachdem Kinder in Wien oft drei, vier und auch fünf Jahre einen Kindergarten besuchen und dennoch bis zum Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch lernen, muss die Kindergartenförderung an die Qualität der Deutschförderung gekoppelt werden.

6. C1-Niveau beim gesamten Kindergartenpersonal: Derzeit müssen nur pädagogische Fachkräfte ein Deutschniveau von C1 aufweisen, für Assistentinnen und Assistenten gibt es keine Vorgaben. Da jede Sprachförderressource genutzt werden muss, braucht es hier klare Vorgaben.

7. Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels: Um mehr Qualität in die Deutschförderung in Wiens Kindergärten zu bringen, braucht es vor allem einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, der im Rahmen eines sofortigen Stufenplans umgesetzt werden muss.

8. Neuaufstellung der Qualitäts-Kontrolle in Kindergärten: Seit Einführung des Gratis-Kindergartens wurde laufend Quantität vor Qualität gefördert und die notwendige Qualität der Betreuungsleistung sowie der Sprachförderung nicht oder nur oberflächlich kontrolliert.

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