- 23.09.2026, 11:35:34
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Belvedere: Asta Gröting in CARLONE CONTEMPORARY
Die Videoarbeit Things von Asta Gröting wird von 24. September 2026 bis 29. März 2027 im Carlone-Saal des Oberen Belvedere präsentiert
Mit der Präsentation eines Werks der deutschen Bildhauerin und Medienkünstlerin Asta Gröting beschließt Generaldirektorin Stella Rollig die von ihr 2018 initiierte und seither kuratierte Reihe CARLONE CONTEMPORARY im Oberen Belvedere. Erstmals wird in diesem Kontext eine Videoinstallation gezeigt.
Scheinbar willkürlich gewählte Dinge schweben in unvorhersehbarer Abfolge in Zeitlupe empor in einen strahlend blauen Sommerhimmel – die Schwerkraft ist aufgehoben. 16 organische und anorganische Objekte gleiten in Asta Grötings Videoarbeit Things in hohem Bogen durch die Luft. In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY erobern sie den Himmel des barocken Deckenfreskos von Carlo Innocenzo Carlone.
Die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Dingen sind wiederkehrende Themen in Asta Grötings multimedialem Schaffen. Die Künstlerin verweist in ihren Werken auf das für das bloße Auge nicht Sichtbare und findet für soziale und psychologische Zustände in Skulpturen, Videos und Performances Formen. Mit Things aus dem Jahr 2018 richtet sie den Blick mit beharrlicher Intensität auf die immense Vielfalt an Dingen, die uns tagtäglich umgibt. Die zeitliche Dehnung der Bewegung und die aus der Untersicht gefilmte Perspektive legen jene Momente frei, die der unmittelbaren Wahrnehmung sonst entgehen.
Generaldirektorin und Kuratorin Stella Rollig: Asta Gröting schenkt uns einen Moment der Leichtigkeit. Für einen Augenblick verlieren die Dinge ihr Gewicht und ihre gewohnte Ordnung. Die scheinbar außer Kraft gesetzte Schwerkraft lässt uns Vertrautes neu sehen – losgelöst von seinen Funktionen und offen für andere Bedeutungen. Mit Things gelingt die überzeugende Überführung skulpturaler Fragestellungen in die Möglichkeiten des Films.
Im barocken Carlone-Saal trifft die Videoarbeit auf das illusionistische Deckenfresko und eröffnet den Besucher*innen eine ungewohnte Perspektive auf die materielle Welt und ihre Bedeutung. Mit jedem Objekt, das im Slow-Motion-Flug seine eigentümliche Verformung vor dem blauen Himmel entfaltet, steigt die Spannung darauf, was als Nächstes erscheinen wird.
Seit den 1990er-Jahren verschränkt Asta Grötings multimediale Praxis skulpturales Denken mit filmischer Arbeit: Zeit ist für sie form- und dehnbares Material, die Kamera ihr künstlerisches Instrument, um Flüchtiges für das menschliche Auge sichtbar zu machen und Vertrautes zu verfremden. Ihre Arbeit kreist um Beziehungen – sei es zwischen Menschen, Tieren, Dingen und Räumen. Konzeptuell verknüpft sie dabei stets Persönliches mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen.
Biografie Asta Gröting
Asta Gröting, 1961 in Herford (DE) geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Einzelausstellungen (Auswahl): Städel Museum, Frankfurt a. M.; Centre Pasquart, Biel/Bienne; KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin; ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe; Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.); Lentos Kunstmuseum Linz; Henry Moore Institute, Leeds; MARTa Herford. Darüber hinaus nahm sie an zahlreichen internationalen Großausstellungen teil (Auswahl): Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris; Fundación Juan March, Madrid; James-Simon-Galerie, Staatliche Museen zu Berlin; Kunsthalle Bielefeld; 22. Bienal de São Paulo; 8. und 14. Biennale of Sydney; 44. Biennale di Venezia.
Werke von Asta Gröting befinden sich u. a. in den Sammlungen des Städel Museums, Frankfurt a. M., des Museums Ludwig, Köln, des Hamburger Bahnhofs – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin, und des Centre Pompidou, Paris.
In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY werden halbjährlich im Carlone-Saal des Oberen Belvedere zeitgenössische Werke präsentiert. Die Künstler*innen nehmen Bezug auf das barocke Bildprogramm der Fresken im Saal und schlagen eine Brücke von der antiken Götterwelt Apolls und Dianas in die Gegenwart.
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