- 23.09.2026, 10:30:32
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„Kinder stärken. Zukunft gewinnen.“: Kampagne fordert bessere Gesundheitsversorgung für Kinder
Neue Kampagne und Petition fordern konkrete Maßnahmen gegen lange Wartezeiten, fehlende Therapieplätze und unzureichende Unterstützung für Familien
Mit der Kampagne „Kinder stärken. Zukunft gewinnen.“ macht die Plattform #besserbehandelt.at erneut auf gravierende Lücken in der Gesundheitsversorgung von Kindern aufmerksam. Zu späte Diagnosen, lange Wartezeiten, fehlende Kassenplätze und unzureichende Unterstützungsangebote belasten Kinder und Familien. Gleichzeitig verschärfen Budgetkürzungen die Situation in vielen versorgenden Einrichtungen. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz richteten Expert:innen konkrete Forderungen an die politisch Verantwortlichen und riefen zur Unterstützung einer Petition auf.
Lange Wartezeiten, zu wenige Therapieplätze
Besonders leicht übersehen werden, laut der Expert:innen, Kinder, die auf Diagnostik und Therapie warten, Kinder ohne passenden Betreuungs- oder Schulplatz sowie Kinder aus Familien, die nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, um sich selbst durch ein komplexes Gesundheitssystem zu kämpfen. Das Problem beginnt bei der Wartezeit auf einen Entwicklungsdiagnostik-Termin und reicht bis zu fehlenden Therapieplätzen, wobei es nicht ausschließlich an der Zahl der verfügbaren Fachkräfte liegt. „Wir haben nicht primär ein Personalproblem. Wir haben vor allem ein Finanzierungs- und Zugangsproblem
“, sagte Johannes Hofer, Obfrau-Stv. der Politischen Kindermedizin.
Kinderrechte und soziale Sicherheit
Auch die mehr als 120 Mitgliedsorganisationen der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) berichten von zunehmenden Engpässen. Rund die Hälfte der Organisationen ist von massiven Budgetkürzungen betroffen. Die Folgen sind weniger Präventionsangebote, weniger Therapieplätze und längere Wartezeiten, teilweise auch Aufnahmestopps.
„Kinder können nicht warten, bis das Gesundheitssystem wieder Kapazitäten hat
“, betonte Angelika Heumader-Rainer, Geschäftsführerin der Kinderliga. Sie fordert flächendeckende, kostenlose und niederschwellige Angebote, mehr Prävention und Unterstützung für Eltern sowie Gesundheitsversorgung dort, wo Kinder ohnehin sind, etwa durch School Nurses und Schulgesundheitsteams.
Gesundheitliche Chancen hängen zudem von den sozialen Lebensbedingungen ab. „Wir brauchen nicht nur ein versorgendes, sondern auch ein mit-sorgendes Netz, für alle Kinder von Anfang an
“, sagte Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich. Gerade jene, die Unterstützung am dringendsten benötigen, können sie sich häufig am wenigsten leisten. Schenk fordert ein stärkeres Zusammendenken von Gesundheit und Soziales sowie regionale integrierte Therapiezentren, Kinder-Hilfen (über die Frühen Hilfen hinausgehen), Präventionsketten und Social Prescribing.
Familien und Therapeut:innen am Limit
Wie sich die Versorgungslücken im Alltag auswirken, schilderte Dominique Stiefsohn, pflegende Mutter und Vorstandsmitglied der Phelan McDermid Gesellschaft: „Wir werden wenig gesehen und nur durch Austausch mit anderen pflegenden Eltern erfahren wir, dass diese Hürden strukturelle Hürden sind – und kein Einzelschicksal.
“ Sie fordert bessere Unterstützung und Entlastung für Familien sowie ausreichend mobile Pflege und Betreuung.
Auch Therapeut:innen erleben die Lücken unmittelbar. In Österreich warten Kinder teilweise eineinhalb Jahre - bei spezialisierten Therapieangeboten teilweise bis zu zwei Jahre - auf dringend notwendige Unterstützung. „Wir sprechen hier nicht über Luxus. Wir sprechen über notwendige Gesundheitsversorgung
“, sagte Luise Holzer, Ergotherapeutin mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Holzer fordert mehr Kassenstellen, spezialisierte Ambulanzen und interdisziplinäre Zentren, eine zentrale Anlaufstelle für Therapieplätze sowie zusätzliche öffentliche Finanzierung, damit Kinder rasch Unterstützung erhalten.
Appell an Politik und Gesellschaft
Die Kampagne setzt auch auf breite gesellschaftliche Unterstützung. „Jede Stimme zählt: Mit der Unterzeichnung der Petition können Sie alle einen Beitrag für eine Gesundheitsversorgung setzen, in der kein Kind übersehen wird und jedes Kind die Unterstützung erhält, die es für seine Entwicklung braucht – nicht irgendwann, sondern jetzt
“, appellierte Heumader-Rainer.
Hofer adressierte sich abschließend an die politisch Verantwortlichen: „Es geht jetzt nicht mehr primär um Erkenntnis. Es geht um politischen Willen und um die Kraft zur Umsetzung.
“
Informationen zur Kampagne und zur Petition sowie zur Langfassung des Pressetextes:
#besserbehandelt – Presse
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit
Verena Bittner-Call
Telefon: +43 650 7101373
E-Mail: [email protected]
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