- 23.09.2026, 09:30:02
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Welt-Apothekertag: Gesundheitssystem braucht Apothekerschaft mehr denn je
Apothekerkammer würdigt tagtägliche Leistungen und fordert verstärkte Einbindung in die Primärversorgungsebene
Anlässlich des Welt-Apothekertags am 25. September zieht die Österreichische Apothekerkammer Bilanz über eine Leistung, die im Alltag oft selbstverständlich erscheint, es aber keineswegs ist: Rund 7.000 Apothekerinnen und Apotheker in den 1.470 öffentlichen Apotheken und 43 Krankenhausapotheken des Landes sichern rund um die Uhr, flächendeckend und gerecht für alle Menschen den Zugang zu Arzneimitteln und Gesundheitsleistungen.
Verlässlich, flächendeckend, rund um die Uhr
„Der Welt-Apothekertag ist der richtige Tag, um Danke zu sagen: an alle Apothekerinnen und Apotheker sowie das gesamte Apotheken-Team, die Tag für Tag, an Sonn- und Feiertagen und mitten in der Nacht, für die Menschen in Österreich da sind. Diese Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist tägliche Höchstleistung eines Berufsstands, der Verantwortung lebt. Gerade weil unsere Apotheken so nah an den Menschen sind, wissen wir, wo im Gesundheitssystem der Schuh drückt – und wie man kurzfristig die Versorgung spürbar verbessern und langfristig das System strukturell absichern könnte", erklärt Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.
Bis zu 600.000 Menschen suchen in Österreich täglich eine öffentliche Apotheke auf – aus Gründen, die weit über die reine Arzneimittelabgabe hinausgehen. Mit dieser immensen Zahl an Patientenkontakten und ihrer gesetzlich verankerten Stellung als Teil der kritischen Infrastruktur ist die Apotheke der meistfrequentierte Primärversorgungspunkt Österreichs.
Klarer Auftrag an die Politik
„Immer mehr Geld fließt ins Gesundheitssystem – trotzdem wird die Versorgung für viele Menschen schlechter. Wartezeiten werden länger, Untersuchungen doppelt gemacht, niemand weiß mehr genau, wohin man sich wenden soll. Das Problem ist nicht zu wenig Geld, sondern dass Leistungen oft am falschen Ort erbracht werden“, kritisiert Raimund Podroschko, 1. Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer.
Vor diesem Hintergrund fordert die Standesvertretung von Politik und Sozialversicherung, die verstärkte Einbindung der Apothekerschaft in die aktuellen Reformüberlegungen einerseits und in die primäre Versorgungsebene andererseits. Neben den entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sind dafür auch angemessene finanzielle Honorierungen der erbrachten Leistungen zwingend erforderlich. Nur wirtschaftlich starke Apotheken können die bestehenden Aufgaben langfristig in dieser Qualität erbringen und notwendige Maßnahmen zur Absicherung eines solidarischen Gesundheitssystems übernehmen.
„Das Potenzial der Apothekerinnen und Apotheker ist riesig, von Impfungen über Medikationsanalysen bis zur Telemedizin – und international längst gelebte Praxis. Was anderswo funktioniert, muss auch in Österreich endlich möglich werden. Für das Impfen in der Apotheke gibt es bereits die Zusage der Bundesregierung. Jetzt ist die Politik gefordert, diesen Auftrag auch tatsächlich umzusetzen: Der Start muss mit Jahresbeginn 2027 gelingen“, so Vizepräsident Podroschko.
Ob Impfungen, Testungen im Bereich der Prävention und Früherkennung, assistierte Telemedizin, KI-unterstützte Analysen oder digitale Patientensteuerung – das Potenzial der Apotheken geht weit über die Arzneimittelversorgung der Menschen hinaus.
Dazu Apothekerkammer-Präsidentin Mursch-Edlmayr abschließend: „Die Apothekerschaft steht bereit, ihr Fachwissen, Erfahrung, Erreichbarkeit und digitale Innovationskraft in eine echte Partnerschaft mit allen Akteuren des Gesundheitssystems einzubringen. Dazu braucht es vor allem die nachhaltige und faire Finanzierung aller gesundheitlicher Dienstleistungen sowie klare rechtliche Kompetenzen für innovative Versorgungsmodelle. Nur dann können wir unser volles Potenzial im Sinne der Patientinnen und Patienten entfalten. Damit der Motor unseres solidarischen öffentlichen Gesundheitssystems wieder rund läuft.“
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