• 22.09.2026, 13:09:32
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14. Wiener Landtag (4)

Naturschutzbericht 2025

Wien (OTS) - 

LAbg. Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE) schloss an, dass nicht nur der Bericht, sondern auch die Natur als Lebensgrundlage sich Aufmerksamkeit verdient habe. Es gebe eine ernsthafte Art, sich diesem Thema zu widmen „und eine Art, die diese Ernsthaftigkeit offensichtlich nicht wahrnehmen will“, so Kickert. Es gebe „multiple Krisen und unterschiedliche Arten, darauf zu antworten“, führte sie aus. Hinweise auf die bestehende Situation seien aus ihrer Sicht keine Panikmache. Wien mache vieles richtig, „aber wir sind zu langsam“, meinte Kickert. Sie wisse, dass in der Politik die Mittel begrenzt seien, wolle aber darauf hinweisen, dass eine „dramatische Situation“ vorliege und man jetzt etwas tun wolle. Kickert bedankte sich für die Arbeit der MA 22, deren Hauptaufgabe der Naturschutz sei. Unter dem großen Thema „Biologische Vielfalt und Artenschutz“ wolle sie jene Projekte hervorheben, die ihr am Herzen liegen. Die Stadt sei „nicht unbedingt ein Naturschutzgebiet“, aber es sei möglich – im Kleinen und im Großen – Naturschutz mit dem Ziel des Artenschutzes und einer Erhöhung der Artenvielfalt in der Stadt zu stärken. Kickert wies auf das Schmetterlingsprojekt „Vanessa“ im Donaupark hin. Auf 10.000 Quadratmetern sei bewiesen worden, wie mit Konsequenz über Jahre hinweg etwas zu bewirkt worden sei. Am Anfang habe es dort ein paar Tagfalter gegeben, „nun sind es 45 Arten“, berichtete Kickert. Außerdem gebe es 100 Arten von Wildbienen und unzählige Arten an Kräutern. Deren Maden seien Futter für viele andere Tiere. „Nicht einmal ein Hektar Wiese“, der nicht gemäht werde, würde dazu führen, dass „an diesem kleinen Ort ein wirklich großartiges Zentrum für Artenvielfalt“ entstanden sei. Im Donaupark werde weiter entsiegelt und es würden 61 neue Bäume gepflanzt, führte Kickert weiter aus. So werde eine immer stärkere naturnahe Bewirtschaftung umgesetzt.

Kickert ging weiters darauf ein, wie wichtig Amphibien – also Molche, Frösche und Kröten – sind. Im Lainzer Tiergarten seien acht Teiche angelegt worden. Außerdem werde an einem Amphibientunnel gebaut. Um die Tiere zu schützen, müsse man darauf achten, dass die Parks „mit Grünbrücken verbunden werden“, so Kickert. Daher müsse in diesen Dingen weitergedacht werden und es müssten Grünbrücken erstellt werden, um die Artenvielfalt auch bei den Amphibien weiter zu erhöhen. Die Lobau sei eines der wichtigsten Gebiete dafür. Im Naturschutzareal Breitenlee werde die Minimierung von invasiven Arten betrieben, gleichzeitig werde darauf geschaut, dass einheimische Arten gestärkt werden. Sie halte dies für ein positives Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Landesebene. Im Naturschutzbericht werde auch das Areal des „Bank Austria“-Parks erwähnt und darauf hingewiesen, dass dort Amphibientümpel, Totholzstrukturen und Nisthilfen für Fledermäuse angelegt worden seien. Das sei gut, allerdings halte sie den Park „für eine Verschlimmbesserung des zuvor geplanten Parks“, erläuterte Kickert. Es sei geplant gewesen, den alten Baumbestand zu erhalten, die Badegäste der Alten Donau hätten eine Möglichkeit, sich hinzulegen. Stattdessen gebe es jetzt einen „so genannten Kulturpark mit kleinen Flächen, auf denen man nicht liegen kann“, kritisierte Kickert. Der Park sei von Wegen durchschnitten. Sie stelle sich die Frage: „Wäre diese Wiese Wiese geblieben, die Bäume stehen geblieben, hätte man zusätzliche Sitzmöbel hingestellt, wäre es nicht besser und billiger gewesen?“. Man müsse „aber nicht alles in Geld messen, schon gar nicht beim Naturschutz“, schloss Kickert.

Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bedankte sich bei allen Redner*innen und der Arbeit der vielen städtischen Abteilungen. Er ging auf die Wortmeldung von LAbg. Christina Wirnsberger (GRÜNE) ein. „Das Ausmaß der Ignoranz gegenüber dieser Arbeit schreckt mich“, so Czernohorszky. In Wien seien 52 Prozent von Grünraum bedeckt, mehr als ein Drittel seien geschützter Grünraum. Beim Baumschutz sei kritisiert worden, dass es kein Monitoring gebe. „Die Stadtgärtner*innen wissen genau um den Zustand eines jeden einzelnen der 500.000 Bäume in ihrer Obhut“, führte Czernohorszky aus. Daher seien sie in der Lage festzustellen, dass in der Stadt in den ersten vier Jahren gerade einmal 1,3 Prozent der neugepflanzten Bäume nicht überlebten. Das sei weltweit ein Spitzenwert; diese Arbeit habe Lob verdient. Die Arbeit am Hitzeaktionsplan strich Czernohorszky ebenso hervor wie 344 Entsiegelungsprojekte in dieser Stadt.

Abstimmungen: Der Naturschutzbericht 2025 wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag der GRÜNEN fand nicht die erforderliche Mehrheit.

Die 14. Sitzung des Wiener Landtags endete um 12.20 Uhr.

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In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (INFODAT) unter www.wien.gv.at/infodat können Reden, Debattenbeiträge, Beschlüsse, Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe und Landesgesetzblätter nach verschiedenen Kriterien abgerufen werden. Dabei wird Zugriff auf die zugehörigen Videos und Originaldokumente (sofern elektronisch vorhanden) geboten. (Schluss) mag

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