• 22.09.2026, 12:59:02
  • /
  • OTS0108

Agrarpolitischer Herbstauftakt: Heimische Stärken nutzen, Wertschöpfung sichern

Strasser/Neumann-Hartberger/Totschnig/Moosbrugger: Faire Märkte, Leistungen für Umwelt und Gesellschaft und eine verlässliche Agrarfinanzierung sichern Zukunft der Bauernfamilien

Beim Agrarpolitischen Herbstauftakt des Österreichischen
Bauernbundes: Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Bundesbäuerin
Irene Neumann-Hartberger und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger (v. l.
n. r.).
Wien (OTS) - 

Österreichs Land- und Forstwirtschaft erzeugt hochwertige Lebensmittel, schafft Wertschöpfung in den Regionen und erbringt vielfältige Leistungen für Umwelt und Gesellschaft. Wie diese Stärken trotz der enormen aktuellen Herausforderungen ausgebaut und die heimische Lebensmittelversorgung für kommende Generationen gesichert werden können, stand im Mittelpunkt des traditionellen Agrarpolitischen Herbstauftaktes des Österreichischen Bauernbundes am Dienstag, 22. September 2026, im MuseumsQuartier Wien.

Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser, Abg.z.NR Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger stellten beim Pressegespräch und dem darauffolgenden Erweiterten Bundesvorstand des Österreichischen Bauernbundes ihre Schwerpunkte für die kommenden Monate vor.

Strasser: Österreichische Qualität braucht Kunden und fairen Wettbewerb

Die österreichische Land- und Forstwirtschaft ist eng mit europäischen und internationalen Märkten verbunden. Wie wichtig diese Absatzmärkte sind, zeigt die Außenhandelsbilanz der Milchwirtschaft: Im ersten Halbjahr 2026 wurden Milch und Milchprodukte im Wert von 1,02 Milliarden Euro exportiert. Der Wert der Einfuhren lag bei 593 Millionen Euro. Der Exportüberschuss stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 von 312 auf 424 Millionen Euro. Auch für Schweinefleisch, Wein, Getreide und Holz sind verlässliche Absatzmärkte entscheidend. Faire Handelsabkommen, wirksame Importkontrollen und vergleichbare Produktions- und Produktstandards schaffen dafür die Voraussetzungen.

„Wir sind stolz auf die Sängerknaben, die Lipizzaner und die Streif. Und genauso stolz können wir auf unseren Käse, unser Fleisch, unseren Wein, die Früchte unserer Äcker und unser Holz sein. Wir sind offen für die Welt, weil wir etwas zu bieten haben. Entscheidend ist, dass unsere Bauernfamilien damit auch Geld verdienen können. Dafür braucht es faire Spielregeln, wirksame Kontrollen und Konsequenzen bei Verstößen. Ein gemeinsamer Markt braucht gemeinsame Standards. Und wir werden in Österreich und in Brüssel um jeden Euro kämpfen, der unseren Betrieben für ihre Leistungen zugutekommt“, betonte Strasser.

Neumann-Hartberger: Bäuerinnen sichtbar machen, Umweltleistungen und heimische Energie stärken

Die Landwirtschaft leistet neben der Lebensmittelproduktion einen wesentlichen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft, zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen. Gerade nach dem Dürresommer gewinnen gesunde Böden und ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, an Bedeutung. Humusaufbau, Begrünungen und vielfältige Fruchtfolgen unterstützen diese Leistungen. Bioenergie, Biomasse und Holzbau verbinden regionale Wertschöpfung mit Klimaschutz. Im Internationalen Jahr der Bäuerin zeigt der Österreichische Bauernbund mit der Kampagne „Wir sind Bäuerinnen. Jede auf ihre Art.“ die Frauen hinter diesen vielfältigen Aufgaben. Videos geben Einblicke in ihren Alltag. Unter mitmachen.bauernbund.at können Bäuerinnen mit einem Foto und ihrer Geschichte teilnehmen.

„Wir Bäuerinnen gestalten die Zukunft unserer Höfe und übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft. Wir erzeugen hochwertige Lebensmittel, pflegen Wiesen und Almen und schaffen Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Mit Bioenergie und Biomasse liefern unsere Betriebe auch Wärme und Energie aus der Region. Heimisches Holz schafft Arbeitsplätze in der Verarbeitung und im Bau. In langlebigen Gebäuden bleibt der Kohlenstoff über viele Jahre gespeichert. Wir versorgen die Bevölkerung und leisten dabei viel für Umwelt und Klimaschutz. Darauf können wir stolz sein. Diese Leistungen brauchen Anerkennung und eine faire Abgeltung. Mit unserer Kampagne geben wir den Bäuerinnen eine Bühne. Ich lade alle ein: Macht mit, zeigt euren Alltag und erzählt eure Geschichte“, betonte Neumann-Hartberger.

Totschnig: Ziel ist es, unsere Produktionsgrundlagen langfristig zu sichern und bäuerliche Familienbetriebe wettbewerbsfähig zu halten

Der heurige Dürresommer zeigt einmal mehr, wie entscheidend aktive Klimawandelanpassung für die heimische Land- und Forstwirtschaft ist. Österreichs Bäuerinnen und Bauern leisten hier bereits seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag. Humusaufbau, angepasste Sorten und ein sorgsamer Umgang mit Wasser bilden die Grundlage für die Produktion von morgen. Gleichzeitig unterstützen Wasserrückhalt, Forschung, Beratung und gezielte Investitionen die Betriebe dabei, sich auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen.

„Der heurige Dürresommer hat deutlich gezeigt: Wasser wird für unsere Land- und Forstwirtschaft zu einer entscheidenden Zukunftsfrage. Unsere Bäuerinnen und Bauern stellen sich seit Jahren auf die Folgen des Klimawandels ein – mit humusreichen Böden, angepassten Sorten und einem sorgsamen Umgang mit Wasser. Wir müssen sie dabei mit Forschung, Beratung und gezielten Investitionen unterstützen und gleichzeitig mehr Wasser in der Landschaft halten. So sichern wir die land- und forstwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen und damit die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln auch für kommende Generationen“, betonte Totschnig.

Moosbrugger: Kosten senken, Abhängigkeiten vermindern

Hohe Produktionskosten und unter Druck stehende Erzeugerpreise erschweren die wirtschaftliche Planung auf den Höfen. Neben ausreichenden Markterlösen brauchen die Bauernfamilien eine angemessene Abgeltung ihrer Leistungen für die Gesellschaft. Eine ausreichend finanzierte Gemeinsame Agrarpolitik und ein verlässlicher EU-Finanzrahmen sichern Investitionen und stärken die heimische Lebensmittelversorgung.

„Viele bäuerliche Familienbetriebe sind infolge internationaler Krisen der letzten Jahre – von Klimawandel bis zu diversen Kriegsfolgen – in eine prekäre Lage geraten. Das Dürrepaket war überlebensnotwendig, deckt aber zusätzlich zu einer möglichen Versicherung nur einen Teil der Schäden ab. Da die Preis-Kosten-Schere auch verstärkt auseinanderklafft, muss dringend an einer Senkung diverser Kosten von Bürokratie bis Energie sowie besseren Erzeugerpreisen gearbeitet werden“, betonte Moosbrugger, der sich außerdem dafür ausspricht, Zukunftsinvestitionen in Klimafitness und Erneuerbare zu tätigen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.

„Die nächsten Monate werden außerdem einen harten Infight zum Mehrjährigen EU-Finanzrahmen und der Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik bringen. Es ist auch im Sinne der Gesamtgesellschaft eines unserer Hauptziele, unverzichtbare Versorgungs- und Umweltleistungen samt Finanzierung für die Zukunft abzusichern. Ebenso darf das Thema Wettbewerbsfähigkeit nicht nur Schlagwort der EU-Kommission bleiben, sondern muss mit Leben erfüllt und umgesetzt werden“, so Moosbrugger abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Martin Grob, MA
Pressesprecher & Leitung Kommunikation
Telefon: +43 664 8850 9559
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bauernbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel