- 22.09.2026, 10:18:02
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Hattmannsdorfer zur Aktivpension: „Wer länger arbeitet, verdient Respekt statt Neid“
Wirtschaftsminister weist Kritik des Momentum Instituts zurück – „Leistung muss sich lohnen, auch in der Pension“
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer weist die Kritik des Momentum Instituts an der Aktivpension zurück. Das Institut kritisiert, dass Menschen mit höheren Pensionen aufgrund ihres höheren Grenzsteuersatzes in absoluten Zahlen stärker vom neuen Freibetrag profitieren. Für Hattmannsdorfer geht diese Debatte am eigentlichen Ziel der Aktivpension vorbei: Menschen, die nach einem langen Erwerbsleben freiwillig weiterarbeiten, sollen dafür einen finanziellen Anreiz erhalten.
„Diese ewige Neiddebatte muss ein Ende haben. Bei der Aktivpension geht es nicht darum, wie hoch die Pension ist, sondern darum, dass jemand freiwillig weiterarbeitet. Wer nach Jahrzehnten im Berufsleben noch ein paar Tage oder auch nur ein paar Stunden weiter anpackt, verdient dafür Anerkennung statt Kritik. Wir sollten froh über jeden sein, der das tut. Wer freiwillig mehr leistet, soll auch mehr davon haben. Leistung muss sich in Österreich wieder lohnen – auch in der Pension“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Aktivpension: Bonus fürs Weiterarbeiten
Österreich steht vor einer der größten arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte: Wir werden älter, gleichzeitig gehen die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in Pension und das Arbeitskräftepotenzial wird kleiner.
Mit der Aktivpension setzt die Bundesregierung deshalb einen Paradigmenwechsel: Wer nach Erreichen des Regelpensionsalters freiwillig weiterarbeiten möchte, soll vom Staat nicht gebremst werden, sondern mehr davon haben.
Ab 2027 bleiben dafür bis zu 15.000 Euro im Jahr aus aktiver Erwerbstätigkeit steuerfrei. Zusätzlich entfällt für erwerbstätige Pensionistinnen und Pensionisten der eigene Beitrag zur Pensionsversicherung. Der Dienstgeberbeitrag bleibt bestehen. Die Regelung gilt sowohl für Menschen, die ihre Pension aufschieben, als auch für Menschen, die bereits Pension beziehen und daneben weiterarbeiten.
Die Fakten
- 1,4 Millionen Menschen gehören derzeit zur Gruppe der 55- bis 65-Jährigen – also zu jenen besonders geburtenstarken Jahrgängen, die in den kommenden Jahren sukzessive das Pensionsalter erreichen.
- Gleichzeitig kommen nur rund 860.000 Menschen aus den nachfolgenden Jahrgängen am Arbeitsmarkt nach. Daraus ergibt sich ein struktureller demografischer Saldo von rund 540.000 Personen.
- Der Anteil der über 65-Jährigen steigt von derzeit rund 20 Prozent auf mehr als 27 Prozent bis 2050.
- Heute kommen auf eine Person über 65 noch rund drei Menschen im Erwerbsalter – künftig werden es nur noch rund zwei sein.
- Gleichzeitig sinkt die Arbeitszeit: In Österreich werden durchschnittlich nur noch 29,4 Stunden pro Woche gearbeitet.
- 2025 wurden in Österreich rund 6,9 Milliarden Stunden gearbeitet. 2008 waren es noch rund 7,1 Milliarden, 2019 rund 7,13 Milliarden Stunden.
- Österreich hat damit nicht nur ein Fachkräfteproblem, sondern zunehmend auch ein Stundenproblem.
- Bereits heute arbeiten rund 150.000 Menschen über das gesetzliche Pensionsalter hinaus. Mit der Aktivpension sollen es bis 2029 rund 180.000 werden.
- Die Aktivpension bringt bis zu 15.000 Euro steuerfreies Erwerbseinkommen pro Jahr beziehungsweise bis zu 1.250 Euro pro Monat.
- Zusätzlich entfällt der eigene Beitrag zur Pensionsversicherung; der Dienstgeberbeitrag bleibt bestehen.
Der Aktivitätsfreibetrag ist für alle gleich hoch: 15.000 Euro pro Jahr. Unterschiedliche Steuerersparnisse ergeben sich daraus, dass Menschen abhängig von ihrem Gesamteinkommen unterschiedlichen Grenzsteuersätzen unterliegen. Niemand erhält die Begünstigung aufgrund einer hohen Pension – sie entsteht ausschließlich dann, wenn jemand nach Erreichen des Regelpensionsalters tatsächlich weiterarbeitet.
Die Aktivpension ist Teil eines umfassendes Maßnahmenpaket der Bundesregierung, um Erwerbstätige im Alter gezielt zu entlasten:
- Steuerfreier Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr für Erwerbstätige nach dem Regelpensionsalter und jenen, die den Pensionsantritt bewusst aufschieben.
- Streichung der Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung für Erwerbstätige im Regelpensionsalter (auch für Selbstständige)
- Älterenbeschäftigungspaket mit Fokus auf Prävention, altersgerechte Arbeitsplätze und gezielte Anreize
- Ab 2027 zusätzlich 100 Mio. Euro jährlich für aktive Arbeitsmarktpolitik für Menschen über 60
- Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge durch freiwillige Übertragung der Abfertigung NEU in Pensionskassen ab 2027
„Wenn Österreich wieder vorne mitspielen will, brauchen wir jeden, der anpacken will. In den nächsten Jahren gehen hunderttausende Babyboomer in Pension und deutlich weniger Junge kommen nach. Damit fehlen uns nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Arbeitsstunden. Für den Aufschwung können wir auf niemanden verzichten, der arbeiten will. Die Aktivpension hält Erfahrung länger im Arbeitsmarkt und stärkt damit unsere Betriebe und unseren Standort.“
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