• 18.09.2026, 14:01:02
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„kulturMONTAG“: Quo vadis Salzburger Festspiele, Marie Kreutzers „Gentle Monster“ und Ausstellung „Picasso-Bacon“ in der Albertina

Danach: Doku „Jugend und ihre Codes – Von Poppern, Punks & Co.“ – ab 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Der von Clarissa Stadler präsentierte „kulturMONTAG“ am 21. September 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt auf die aktuellen Entwicklungen rund um die Salzburger Festspiele, stellt Marie Kreutzers neuen Film „Gentle Monster“ sowie die neue Ausstellung rund um Pablo Picasso & Francis Bacon in der Albertina vor. Die „Jugend und ihre Codes – Von Poppern, Punks & Co.“ steht um 23.15 Uhr im Fokus der auf das Magazin folgenden Dokumentation.

Turbulenzen – Quo vadis Salzburger Festspiele

Frei nach William Shakespeare – „Es ist was faul im Lande Salzburg“. Denn die kulturpolitischen Turbulenzen scheinen sich auch nach dem unrühmlichen Abgang von Intendant Markus Hinterhäuser fortzusetzen. Dem Abgesetzten folgt nun der Belgier Peter de Caluwe, den die u. a. mit Ex-Bundestheater-General Christian Kircher und Stardirigent Franz Welser-Möst hochkarätig besetzte Findungskommission allerdings nicht erstgereiht hatte. Denn die Kommission hatte eine Doppelführung mit der Amsterdamer Opernchefin Sophie de Lint und dem australischen Regisseur Barrie Kosky dem Kuratorium vorgeschlagen, wie wohlinformierte Insider auch schon in diversen Blättern kolportierten. Offiziell wurde diese Konstellation nie bestätigt und ist kurzfristig geplatzt. Am Freitag wird das Kuratorium unter der Leitung von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler den lachenden Dritten bei einer Pressekonferenz in Salzburg vorstellen. In der Opernwelt ist Peter de Caluwe längst kein unbeschriebenes Blatt. Fast 20 Jahre leitete der 1963 in Ostflandern geborene höchst erfolgreich die Brüsseler Oper „La Monnaie“ und wurde erst 2025 mit dem „OPER! AWARD“ zum besten Opernhaus des Jahres gekürt. Auch die Festspielpräsidentschaft soll am Freitag bekannt gegeben werden. Laut Austria Presse Agentur soll der Vertrag der bisherigen Präsidentin Kristina Hammer um weitere fünf Jahre verlängert werden. Am Mittwochabend platzte in all diese Drehungen und Wendungen das Gerücht, dass der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz mit März nächstens Jahres möglicherweise abgeht. Sein Vertrag läuft mit März nächsten Jahres aus. Der „kulturMONTAG“ berichtet über die jüngsten Entwicklungen der Salzburger Festspiele.

Missbrauch – Marie Kreutzers „Gentle Monster“

Sie zählt zu den wichtigsten Filmschaffenden Österreichs, die auch international für Furore sorgen. Auch mit ihrem jüngsten international besetzten Drama „Gentle Monster“ war Marie Kreutzer im Wettbewerb von Cannes vertreten und hat die Kritik begeistert. Auch wenn sie für ihren Filmstoff ein gesellschaftliches Tabuthema gewählt hat. Die 49-jährige Regisseurin greift darin einen erschütternden Fall von Pädokriminalität auf und erzählt die Geschichte aus der Sicht einer unwissenden Ehefrau. Wie so oft auch im Leben beginnt der Film mit einem idyllischen Blick auf eine Familie. Léa Seydoux spielt darin eine erfolgreiche Musik-Performerin, ihr Mann Philip (Laurence Rupp) dreht Dokumentarfilme. Mit ihrem gemeinsamen Sohn sind sie gerade erst aus München aufs Land gezogen, eine Familie, bei der alles in Ordnung scheint, bis eines Morgens die Polizei klingelt und Philips Festplatten beschlagnahmt. Von der Sonderermittlerin, dargestellt von Jella Haase, muss Lucy erfahren, dass ihrem Mann der Besitz von Videomaterial mit Kindesmissbrauch vorgeworfen wird. Es ist die völlige Erodierung eines Lebenskonzepts, der schrittweise Zusammenbruch des Urvertrauens, den Lucy erleben muss. Sie wird mit den Untiefen des Menschen konfrontiert, die sie lange Zeit nicht wahrhaben möchte. Bei der Entstehung des Films wurde Marie Kreutzer von der Realität eingeholt, als Florian Teichtmeister, mit dem sie den hochgelobten Film „Corsage“ drehte, wegen des Besitzes von kinderpornografischen Darstellungen verurteilt wurde. Dass das kein Einzelfall ist, zeigt auch der jüngste Fall von Kindesmissbrauch rund um den österreichischen Kabarettisten und Musiker Günther „Gunkl“ Paal. Marie Kreutzer ist live zu Gast im Studio.

Gipfeltreffen – Pablo Picasso & Francis Bacon in der Albertina

Das Zusammentreffen zweier Kunstgiganten ist wohl die spannendste und reizvollste Ausstellung in diesem Herbst: Pablo Picasso, einer der bedeutendsten Malerstars des 20. Jahrhunderts, der in seinen Experimenten leichthändig und lustvoll die Kunst revolutionierte, tritt in dieser Schau in einen Dialog mit dem schwermütigen Existentialisten Francis Bacon, dessen Werk sich ebenso in die Kunstgeschichte eingeschrieben hat. Im Zentrum der beiden: der Mensch und seine Abgründe. Unter dem Eindruck des Spaniers fasste der britisch-irische Künstler den Entschluss, Maler zu werden. Sein Leben lang sollte er mit dieser großen Vaterfigur ringen – und letztlich danach streben, sie zu übertreffen. Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wollte Bacon das sein, was Picasso für die erste war: Chronist des Menschseins in all seiner Zerrissenheit. Aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen, hielt Bacon das seelische Beben seiner Zeit fest. Berühmt wurde der 1909 in Irland geborene Künstler für seine verzerrten Figuren, von den schreienden Päpsten bis zu den verdrehten Liebespaaren. Obwohl Picasso selbst nicht von Bacon beeinflusst war, verfolgte auch er dessen Karriere aufmerksam. Wie anders der künstlerische Ansatz der beiden war, zeigt sich nicht zuletzt am schieren Umfang ihres Werks. Während der Autodidakt Bacon, der im Nachkriegsengland zur queeren Ikone aufstieg, am Ende seines Lebens knapp 600 Werke hinterließ, waren es beim akademisch ausgebildeten Frauenschwarm und Vielarbeiter Picasso rund 50.000. Was die beiden eint, ist die intensive Neugier an allen Facetten der menschlichen Existenz. Rund 70 Schlüsselwerke aus internationalen Museen und Privatsammlungen illustrieren in der Ausstellung „Picasso-Bacon“ die Gemeinsamkeiten der beiden Meister und die Bedeutung Picassos für die nachfolgende Künstlergeneration.

Dokumentation „Jugend und ihre Codes – Von Poppern, Punks & Co.“ (23.15 Uhr)

Wien in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren: Die lange Zeit so graue Stadt ist bunter geworden und zeigt ein jugendlicheres Gesicht. Teenager haben prominente Plätze im öffentlichen Raum gekapert, um ihre Reviere abzustecken. Am Donnerbrunnen in der City lungern jeden Nachmittag Dutzende Mods herum, kenntlich an ihren Vespas samt Fuchsschwanz und dem obligaten Parker. Beim „Eissalon“ im noblen Döbling werfen Popper ihre Haartolle aus dem Gesicht und warten – worauf eigentlich? Noch bis vor Kurzem lagerten an der Mariahilfer Straße Punks – Markenzeichen: die durch das Ohrläppchen gestochene Sicherheitsnadel und die Irokesen-„Frisur“. Mods waren gegen Popper, Popper gegen „Prolos“ und scheinbar alle gegen Rocker. Das politische Spektrum der Gruppen war breitgefächert und reichte von Null (Popper) bis No-Future-Totalopposition (Punks). Heute scheinen sich Gesinnung wie Grabenkämpfe junger Menschen in den Weiten der Social Media zu verlieren.

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