- 18.09.2026, 09:02:02
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Sommerreise-Verkehr 2026: ÖAMTC-Stau-Statistik zeigt Verlagerung der Reiseströme
Wochentage für Urlaubsfahrten immer mehr im Trend
Die ÖAMTC-Mobilitätsinformationen haben auch in diesem Jahr wieder Staus gezählt, die eine Länge von mehr als 1,5 Kilometern oder Verzögerungen von mindestens 15 Minuten aufwiesen. Diese Erhebungen fanden an allen Samstagen und Sonntagen während der Ferienzeit statt. Dabei wurde ein Trend, der sich schon im Vorjahr abzeichnete, fortgesetzt: Immer häufiger werden auch Wochentage für die Fahrt in den Urlaub genutzt, wodurch die Verkehrsbelastung an den Wochenenden rückläufig ist. An manchen Donnerstagen waren die Transitrouten annähernd gleich belastet wie an den traditionellen Reisesamstagen.
Die Zahlen im Detail: 334 Staus im Sommer 2026 wurden dem ÖAMTC von den offiziellen Quellen gemeldet – ein Rückgang von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2025. Auch die Staulängen waren deutlich kürzer als im langjährigen Schnitt – diesen Sommer erreichte kein Stau eine Länge von mehr als 15 Kilometern.
Zwtl.: Bundesländer- und Staustrecken-Ranking
Wie schon in den Jahren zuvor war Tirol diesmal mit 28,1% der Staus wieder staureichstes Bundesland, mit deutlichem Abstand gefolgt von Kärnten mit 18,9%, Salzburg mit 18,3% und der Steiermark mit 14,7%.
Die stauträchtigste Strecke in diesem Sommer war die Tauern Autobahn (A10). 18,3% aller Staus wurden hier verzeichnet. Die Fernpass Straße (B179) mit 12%, Süd Autobahn (A2) mit 11,1% und Karawanken Autobahn (A11) mit 10,5% waren ebenfalls sehr stark belastet. Auf der A10 standen die Kolonnen meist vor den Baustellen- und Tunnelbereichen, ebenso wie auf der A2 im Packabschnitt. Die B179 war vor allem zwischen Reutte und dem Grenztunnel Füssen überlastet und auf der A11 staute es sich vor dem Karawanken Tunnel. Dieser war laut ÖAMTC-Mobilitätsinformationen österreichweit Staupunkt Nummer eins – insgesamt kam hier der Verkehr 35-mal zum Erliegen.
Zwtl.: Ranking der Stauursachen
Ähnlich wie im Vorjahr findet sich in der diesjährigen Bilanz bei den Ursachen der Staus, die dem ÖAMTC gemeldet wurden, Verkehrsüberlastung (43,4%) mit großem Abstand auf Platz eins. Unfälle (21%), Baustellen (10,8%) und defekte Fahrzeuge (5,1%) waren im erwartbaren Bereich. Wartezeiten an den Grenzübergängen stiegen im Vergleich zu 2025 jedoch deutlich an – 19,5% aller Staus ergaben sich beim Grenzübertritt – 2025 waren es lediglich 7,6%.
Zwtl.: Sperre der Fernpass Straße (B179) ohne große Auswirkung
Nach dem Motto „angesagte Katastrophen finden nicht statt“ hatte die Sperre der Fernpass Straße (B179) aufgrund einer Demonstration am Vormittag des 1. August kaum Staus zur Folge. Durch massive mediale Berichterstattung wurden die Reisenden offenbar zum Reagieren bewegt. Räumlich und vor allem zeitliches Ausweichen konnte von den ÖAMTC-Expert:innen beobachtet werden und führte dazu, dass an diesem Samstag deutlich weniger Fahrzeuge hier unterwegs waren als erwartet.
Die verkehrsstärksten und staureichsten Wochenenden lagen zwischen Mitte Juli und Anfang August – vom Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen bis zum Start der Bayern in die Sommerferien waren die Auswirkungen der Reiselust unserer Nachbarn auf das österreichische Straßennetz am stärksten bemerkbar.
Bei der Weiterreise Richtung östliche Adria gab es diesen Sommer vor allem an den Grenzübergängen zwischen Slowenien und Kroatien deutlich weniger und kürzere Aufenthalte – der Beitritt Kroatiens zum Schengenraum 2023 machte sich hier erstmals wirklich positiv bemerkbar, da keine Kontrollen mehr durchgeführt werden.
Zwtl.: Abfahrts- und Durchfahrtsverbote sowie Rampensperren
Wie schon in den Vorjahren waren auch im Sommer 2026 zahlreiche Abfahrts- und Durchfahrtsverbote in Salzburg und Tirol in Kraft, um den staubedingten Ausweichverkehr ins niederrangige Netz zu vermeiden. Diese Maßnahmen haben sich absolut bewährt und zu einer deutlichen Entlastung auf den Nebenstraßen geführt. Neu in diesem Jahr waren Rampensperren auf der A10. Hier wurden an einigen Wochenenden bei den Anschlussstellen Golling, Kuchl, Werfen, Pfarrwerfen und Knoten Pongau physische Sperren aufgestellt, um die Abfahrtsverbote rigoros durchzusetzen.
Zwtl.: ÖAMTC-Stauberater und ADAC-Kooperation Flugbeobachter
Auch heuer wieder war in Salzburg der ÖAMTC-Stauberater mit dem Motorrad auf den Transitrouten unterwegs, um möglichst schnell defekte Fahrzeuge wieder flott zu machen und sich vor Ort ein Bild über die Verkehrslage zu machen. In Kooperation mit dem ADAC meldete der Flugbeobachter die Verkehrssituation aus Bayern. Dadurch konnten kurzfristige Entwicklungen besser vorausgesagt werden. In Österreich überblickte der Flugbeobachter das Gebiet von der Fernpassstrecke bis zur Tauernautobahn.
Zwtl.: Ausblick auf die nächsten Jahre
Im kommenden Sommer rechnen die Expert:innen der ÖAMTC-Mobilitätsinformationen mit einer ähnlichen Verkehrssituation wie dieses Jahr. Große Änderungen stehen in den Folgejahren an. Ab Herbst 2027 werden auf der Tauern Autobahn (A10) Tauern- und Katschberg Tunnel saniert. Dauer bis 2033. Hier werden sich längere Verzögerungen trotz aller geplanten Begleitmaßnahmen nicht vermeiden lassen, auch wenn in den Sommerferien jeweils zwei Fahrstreifen für den Verkehr zur Verfügung stehen.
Eine Erleichterung gibt es an anderer Stelle ab 2029. Dann werden die Sanierungsarbeiten an der alten Röhre des Karawanken Tunnels abgeschlossen sein. Wenn dieses Nadelöhr wegfällt und hier zwei getrennte Tunnelröhren für den Verkehr zu Verfügung stehen, gehen die ÖAMTC-Mobilitätsinformationen davon aus, dass die Urlaubsreisenden hier ohne nennenswerte Verzögerungen vorankommen werden.
SERVICE: Aktuelle Verkehrsinformationen unter www.oeamtc.at/verkehr oder im verkehrsmittelübergreifenden ÖAMTC Routenplaner www.oeamtc.at/routenplaner sowie in der APP des Clubs www.oeamtc.at/apps
(Schluss)
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