- 18.09.2026, 08:50:32
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Weltkindertag am 19. September: Kinderwunsch darf nicht an fehlendem Wissen scheitern
Kinderwunschexperte Michael Feichtinger nimmt den Weltkindertag zum Anlass, um für mehr Bewusstsein rund um Fruchtbarkeit und Familienplanung zu plädieren
Der Weltkindertag am 19. September stellt Kinder, ihre Bedürfnisse und ihre Zukunft in den Mittelpunkt. Für Priv.-Doz. DDr. Michael Feichtinger, Leiter des Wunschbaby Institut Feichtinger, ist dieser Tag zugleich ein wichtiger Anlass, den Blick auf jene Menschen zu richten, die sich ein Kind wünschen, deren Wunsch sich jedoch nicht oder erst nach medizinischer Unterstützung erfüllt.
„Kinder sind für viele Menschen ein zentraler Bestandteil ihrer persönlichen Zukunftsvorstellungen. Gleichzeitig erleben wir täglich Paare und Einzelpersonen, die davon ausgegangen sind, dass sich ihr Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos erfüllen lässt“, erklärt Feichtinger. „Der Weltkindertag ist deshalb auch eine gute Gelegenheit, darüber zu sprechen, welche Voraussetzungen es braucht, damit aus einem Kinderwunsch tatsächlich ein Kind werden kann.“
Familiengründung verschiebt sich immer weiter nach hinten
Die Familienplanung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Das Alter bei der Geburt des ersten Kindes steigt seit Jahren, während gleichzeitig die Zahl der Geburten zurückgeht. Gründe dafür gibt es viele: längere Ausbildungswege, berufliche Etablierung, wirtschaftliche Unsicherheit und veränderte Lebensmodelle führen dazu, dass der Kinderwunsch häufig auf einen späteren Lebensabschnitt verschoben wird.
Auch in Kinderwunschzentren macht sich diese Entwicklung bemerkbar. „Wir beobachten seit Jahren einen deutlichen Anstieg des Alters unserer Patientinnen. Viele Frauen kommen heute erst Ende 30 oder Anfang 40 erstmals mit einem konkreten Kinderwunsch in die Praxis“, sagt Feichtinger.
Problematisch sei dabei insbesondere die weit verbreitete Vorstellung, die moderne Reproduktionsmedizin könne den Faktor Zeit weitgehend ausgleichen. „Die Medizin hat heute beeindruckende Möglichkeiten. Sie kann die biologische Uhr aber nicht beliebig zurückdrehen“, betont Feichtinger.
Insbesondere die weibliche Fruchtbarkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab. Ab dem 35. Lebensjahr sinken die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft deutlich, ab 40 nochmals stärker. Reproduktionsmedizinische Verfahren können die Chancen auf eine Schwangerschaft in vielen Fällen verbessern, den altersbedingten Rückgang der Eizellqualität jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Für Feichtinger liegt deshalb ein entscheidender Schlüssel in frühzeitiger und realistischer Aufklärung: „Wir sollten jungen Menschen nicht vorschreiben, wann sie Kinder bekommen sollen. Aber wir sollten ihnen das Wissen geben, das sie brauchen, um ihre Familienplanung informiert und selbstbestimmt gestalten zu können.“
Weltkindertag als Anlass, auch über Kinderwunsch zu sprechen
Gerade der Weltkindertag könne dazu beitragen, das Thema Familie umfassender zu betrachten. Dazu gehöre neben dem Wohlergehen von Kindern auch die Frage, unter welchen gesellschaftlichen und persönlichen Voraussetzungen Familien heute entstehen.
Denn ein unerfüllter Kinderwunsch ist für Betroffene häufig weit mehr als eine medizinische Diagnose. „Wenn sich der Wunsch nach einem eigenen Kind nicht erfüllt, kann das eine enorme emotionale Belastung darstellen und die Lebenszufriedenheit erheblich beeinflussen“, erklärt Feichtinger.
Gleichzeitig habe die Entwicklung auch eine gesellschaftliche Dimension. Sinkende Geburtenzahlen und eine alternde Bevölkerung wirken sich langfristig auf Arbeitsmarkt, Gesundheitswesen und soziale Sicherungssysteme aus.
„Am Weltkindertag sprechen wir zu Recht darüber, was Kinder für eine gute Zukunft brauchen. Wir sollten diesen Tag aber auch nutzen, um darüber nachzudenken, wie wir Menschen unterstützen können, die sich Kinder wünschen“, so Feichtinger und betont abschliend:. „Dazu gehören gesellschaftliche Rahmenbedingungen ebenso wie eine frühzeitige, sachliche Aufklärung über Fruchtbarkeit. Wissen schafft hier keine Verpflichtung zur Familiengründung, sondern die Möglichkeit, selbstbestimmte Entscheidungen für die eigene Zukunft zu treffen.“
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