- 17.09.2026, 11:04:02
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Ö1-Schwerpunkt zum 100. Geburtstag des legendären John Coltrane
Ö1 widmet dem legendären Sopransaxofonisten John Coltrane, der am 23. September 100 Jahre alt geworden wäre, mehrere Sendungen. In der „Ö1 Jazznacht“ am 19. September 2026 um 22.35 Uhr sprechen Saxofonist Harry Sokal und Saxofonistin Sophie Hassfurther über den herausragenden und einflussreichen Musiker. „Spielräume Spezial“ am 20. September um 17.10 Uhr wirft Schlaglichter auf Coltrane, der als Begründer des Spiritual Jazz gilt und mit seinen Klangwelten neue Maßstäbe gesetzt hat. Eine Hommage an John Coltrane ist schließlich in „On Stage“ am 28. September um 19.30 Uhr zu hören, wenn sich das Quartett des Saxofonisten Isaiah Collier des Ausnahmekönners annimmt.
Über John Coltrane
John Coltrane, geboren am 23. September 1926 in Hamlet, North Carolina, startete seine Musikerkarriere in Philadelphia. Ab den späten 1940ern war er Teil der New Yorker Jazzszene und arbeitete u. a. in den Bigbands von Trompeter Dizzy Gillespie und Altsaxofonist Johnny Hodges. Bekannt wurde er durch das Engagement im Quintett von Trompeter Miles Davis anno 1955. Seine Drogensucht kurierte er 1957 in Eigenregie, später bezog er sich darauf auch als spirituelles Erweckungserlebnis. Im März/April 1959 nahm Coltrane als Teil der Miles-Davis-Band das wegweisende modale Album „Kind of Blue“ auf, dessen Musik großteils auf dem Tonmaterial von Skalen, nicht von Akkorden basiert. Auf den Aufnahmen der letzten Europa-Tournee mit Davis im Frühjahr 1960 klang Coltrane gegenüber der übrigen Band phasenweise wie von einem anderen Planeten, so fortgeschritten war seine eigene Klangsprache mittlerweile. In Pianist McCoy Tyner, Bassist Steve Davis (ab 1961 Jimmy Garrison) und Schlagzeuger Elvin Jones fand er die geeigneten Mitverschworenen zur Realisierung seiner eigenen machtvollen Musik, die oft Avanciertheit und Zugänglichkeit gleichermaßen repräsentierte. Album-Meilensteine wie „My Favorite Things“ (mit dem er das Sopransaxofon im Jazz neu definierte), „’Live’ at the Village Vanguard“ (beide 1961) und „Impressions“ (1963) sind fixer Bestandteil der Jazzgeschichte, im Fall der berühmten Suite „A Love Supreme“ (1964) reicht die Faszination weit darüber hinaus. Die rastlose Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten trieb John Coltrane indessen immer weiter. Im Orchester-Opus „Ascension“ (1965) solidarisierte er sich mit der damals jungen New Yorker Free-Jazz-Avantgarde – mit Saxofonist Pharoah Sanders, Pianistin (und Ehefrau) Alice Coltrane sowie Schlagzeuger Rashied Ali – gingen die Erkundungen im Territorium freier Expressivität weiter, ehe Coltranes früher Tod am 17. Juli 1967 infolge einer Krebserkrankung diese so rasant vorwärtsdrängende musikalische Entwicklung jäh abbrechen ließ. Trotz des so kurzen, nicht einmal 41 Jahre dauernden Lebens erwies sich John Coltranes Musik als Werk von gewaltigem Einfluss und Nachhall – bis in die Gegenwart.
Das Programm von Ö1 im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/
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