- 17.09.2026, 10:10:32
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Totschnig: Wasser in der Landschaft halten
6. Österreichisches Auendialogforum forcierte die Praxis der Wiederherstellung
Das 6. Österreichische Auendialogforum am Mittwoch, den 16.09.2026, in Salzburgstand ganz im Zeichen der konkreten Umsetzung der Auenstrategie. Vor dem Hintergrund von Extremwetterereignissen diskutierten Fachleute über Wiederherstellungsmaßnahmen, präsentierten den Entwurf des neuen Wiederherstellungsplans für frei fließende Flüsse und diskutierten erfolgreiche Projekte als Vorbild.
Angesichts zunehmender Hitzewellen und extremer Wetterereignisse wird die Wiederherstellung intakter Flusslandschaften immer mehr an Bedeutung gewinnen und zu einer zentralen Aufgabe der Daseinsvorsorge. Am Mittwoch trafen sich zahlreiche Fachleute und Entscheidungsträger in St. Virgil in Salzburg zum 6. Österreichischen Auendialogforum. Unter dem Motto „Von der Strategie zur Umsetzung“ widmete sich die hochkarätige Fachveranstaltung dem nachhaltigen Schutz und der Renaturierung von Flussauen. Der Naturschutzbund Österreich lud hierzu gemeinsam mit dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) sowie dem Land Salzburg zu einem richtungsweisenden Austausch.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Wenn wir Flüssen wieder mehr Raum geben, halten wir Wasser länger in der Landschaft und machen unsere Regionen widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels. Das hilft sowohl bei Starkregen als auch in Trockenperioden. Das Auendialogforum bringt Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zusammen und zeigt, wie die Wiederherstellung von Flussauen praxistauglich und gemeinsam mit den Betroffenen erfolgreich umgesetzt werden kann. Wir wollen bewährte Lösungen rascher in die Fläche bringen und damit Natur, Menschen und Gemeinden gleichermaßen stärken.“
Auen als Puffer gegen Hitze und Trockenheit
Langanhaltende Trockenphasen führen deutlich vor Augen, dass der Schutz des heimischen Wasserhaushalts oberste Priorität hat. Intakte Auen sind nicht nur Hot Spots der Artenvielfalt, sondern fungieren in der Landschaft als unersetzliche Puffer, denn sie halten das Wasser effektiv in der Fläche und sichern so die regionalen Ressourcen in Zeiten der Wasserknappheit. Die konsequente Umsetzung der österreichischen Auenstrategie ist daher ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung.
„Auen dürfen nicht länger nur als Kulisse für den Naturschutz betrachtet werden – sie sind eine Lebensversicherung für uns alle. Jeder Hektar revitalisierte Flusslandschaft hält das Wasser dort, wo wir es in Dürreperioden am dringendsten brauchen: in der Region“, betont Johannes Gepp, Naturschutzbund-Präsident in der Steiermark. „Das große Interesse am heutigen Forum zeigt, dass der Wille zur Praxis da ist. Diesen Schwung müssen wir nun auch bei der Umsetzung von Renaturierungen mitnehmen.“
Meilenstein: Entwurf des Wiederherstellungsplans vorgestellt
Ein zentrales Instrument für die zukünftige Arbeit ist der Entwurf des Wiederherstellungsplans für frei fließende Flüsse und Auen, welcher im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung erarbeitet wurde. Beim Forum wurde dieser vorgestellt und eingehend diskutiert. Das BMLUK bot Einblicke in die geplanten Gewässerentwicklungskorridore und die Kriterien, die für erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren entscheidend sein werden. Gute Datengrundlagen und präzise Auswertungen helfen dabei, diese Maßnahmen künftig optimal zu planen und zu priorisieren.
Clemens Neuhold (BMLUK) erklärt dazu: „Mit dem Entwurf des Wiederherstellungsplans gemäß Artikel 9 der Wiederherstellungs-Verordnung schaffen wir eine österreichweit akkordierte, fachliche Basis für frei fließende Flüsse und Maßnahmen in den Auen. Unser Ziel ist es, Verwaltung, Wasserwirtschaft, Naturschutz, GrundeigentümerInnen, NGOs und Interessensgruppen an einen Tisch zu bringen, um Synergien optimal zu nutzen und strategische Renaturierungsprojekte effizient auf den Weg zu bringen.“
Salzburg im Fokus: Die Salzachauen als Best-Practice
Als Gastgeber stand das Land Salzburg bei der diesjährigen Tagung besonders im Rampenlicht. Schon am Vortag führte eine Exkursion nach Weithwörth, zu Salzburgs bisher größtem Auen-Renaturierungsprojekt an der Salzach. Beim Dialogforum präsentierte das Land Salzburg dann seine umfangreichen Pläne für die Antheringer Au. Das dortige Großprojekt gilt als Paradebeispiel dafür, wie der Rückbau von harten Uferverbauungen und die Wiederanbindung von Altarmen nicht nur wertvollen Lebensraum für bedrohte Arten zurückholt, sondern gleichzeitig gewässerökologische Rahmenbedingungen und den Hochwasserschutz für die umliegenden Gemeinden nachhaltig verbessert.
Österreich-Tour zu erfolgreichen Auenprojekten
Bei der nachmittäglichen „Österreich-Tour“ wurden beim Dialogforum neben der Salzach u.a. auch erfolgreiche Projekte an Rhein, Thaya, Pielach, Mur und Traun präsentiert und die komplexen Zusammenhänge zwischen Naturschutz, Nutzung und Hochwasserschutz konstruktiv beleuchtet.
Um die nächsten Schritte für die Wiederherstellung unserer wertvollen Flusslebensräume zu setzen, braucht es alle, die an und mit den Auen arbeiten: Naturschutz, Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz, Forstwirtschaft und Fischerei, Grundbesitzende sowie Gemeinden, Verwaltung, Wissenschaft und die Zivilgesellschaft, waren sich die Fachexpertinnen und Fachexperten einig.
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/
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