• 15.09.2026, 12:00:32
  • /
  • OTS0102

24. Ö3-Verkehrsawards ehren die Heldinnen und Helden der Straße

„Ö3ver des Jahres“ Christian Engel aus Lessach löschte PKW-Brand im Gleinalmtunnel

Wien (OTS) - 

Mit Mut, Zivilcourage und Engagement sorgen die Heldinnen und Helden der Straße für mehr Sicherheit und retten Leben. Heute (Dienstag) wurden sie für ihren außergewöhnlichen Einsatz mit den Ö3-Verkehrsawards geehrt: Hitradio Ö3, das Bundesministerium für Inneres und das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur haben Christian Engel aus Lessach („Ö3ver des Jahres“), RevInsp Alexander Mayr und GrInsp Markus Edlbauer („Einsatzhelfer des Jahres – Polizei“), das Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land („Einsatzhelfer:innen des Jahres – Feuerwehr“), die Straßenmeisterei Zams („Einsatzhelfer:innen des Jahres – Straßenmeistereien“) sowie EYYES GmbH, ASFINAG und ÖAMTC („Innovation des Jahres“) mit den 24. Ö3-Verkehrsawards prämiert.

Verliehen wurden die Ö3-Verkehrsawards heute im Ö3-Haus am Küniglberg vom designierten ORF-Generaldirektor Clemens Pig, Ö3-Senderchef Michael Pauser, Bundesminister für Inneres Gerhard Karner und Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur Peter Hanke.

Kategorie „Ö3ver:in des Jahres“:
Preisträger: Christian Engel aus Lessach

Christian Engel fährt am 26. Juni mit dem LKW heim Richtung Tamsweg. Im Gleinalmtunnel nimmt er plötzlich einen unangenehmen Geruch wahr – es riecht nach Plastik. Kurz darauf kommt der Verkehr zum Stillstand. Im Tunnel brennt ein Auto. Der Lenker schaffte es gerade noch rechtzeitig in die nächste Rettungsnische. Der Stau hinter dem Fahrzeug baut sich auf. Auto an Auto, LKW an LKW. Alle bleiben sitzen – außer Christian Engel. Er ist seit 30 Jahren bei der Feuerwehr. Und da denkt man nicht lange nach, sondern handelt. Engel stellt seinen LKW so ab, dass Einsatzkräfte weiter zufahren können. Dann läuft er zur nächsten Löschnische. Aber weil der Rauch so dicht ist, kommt er nicht durch. Er rennt auf der gegenüberliegenden Seite des Tunnels zur Löschnische. Dort schnappt er sich einen C-Schlauch, kuppelt ihn zusammen und schleppt ihn quer über die Fahrbahn zum brennenden Auto. So ein Schlauch wiegt, wenn er voll mit Wasser ist, bis zu 180 Kilo.

Als die Feuerwehr eintrifft, ist das Feuer unter Kontrolle. Übrig bleibt nur ein schwarzer Fleck am Asphalt. Niemand wird verletzt und die ASFINAG ist sicher: Ohne Christian Engel und seinen mutigen Einsatz hätte der Gleinalmtunnel tagelang gesperrt werden müssen. Für sein mutiges und entschlossenes Handeln wird er mit dem Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Ö3ver:in des Jahres“ ausgezeichnet.

Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Polizei“:
Preisträger: RevInsp Alexander Mayr und GrInsp Markus Edlbauer, Polizei Oberösterreich

24. Februar, kurz vor 23 Uhr: Bei der Landesleitzentrale geht ein Alarm ein. Kein Notruf, keine Zeug:innen – der Alarm einer Smartwatch. Die Polizisten Alexander Mayr und Markus Edlbauer fahren los und suchen die Strecke ab. Auf der B134 Wallerner Straße bei Fraham (Bezirk Eferding) ist eine Frau in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen. Ihr Auto prallte gegen den Betonsockel einer Brücke, überschlug sich und blieb im Lengauer Bach auf dem Dach liegen. Als Mayr und Edlbauer das Fahrzeug finden, liegt es fast vollständig im Wasser. Die Frau hängt kopfüber im Sicherheitsgurt – der Gurt klemmt, das Wasser steigt. Alexander Mayr steigt in den Bach, bekommt die Autotür einen Spalt weit auf, zwängt sich hinein, schneidet den Gurt durch – und rettet die Frau damit vor dem Ertrinken. Markus Edlbauer alarmiert währenddessen Rettung und Feuerwehr und steigt dann selbst in den Bach, um zu helfen. Gemeinsam bringen sie die Frau zur Böschung. Sie wird ins Unfallkrankenhaus Linz gebracht und überlebt. Der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres“ geht für ihren beherzten, lebensrettenden Einsatz an RevInsp Alexander Mayr und GrInsp Markus Edlbauer.

Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Feuerwehr“:
Preisträger:innen: Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land

Am 29. November 2025 geht um 15.40 Uhr einem Motorsegler der Motor aus. Der Pilot probiert noch bis zum Flugplatz Nötsch zu fliegen — aber die Höhe reicht nicht. Also setzt er zur Landung an – auf der Autobahn. Er landet auf der A2 Südautobahn kurz nach der Abfahrt Arnoldstein in Fahrtrichtung Italien. An Bord sind der 62-jährige Pilot und eine 59-jährige Mitfliegerin, beide aus Kärnten, beide bleiben unverletzt. Beim Stichwort „Flugnot“ rücken gleich sieben Feuerwehren aus – um sich vor Ort mit der Frage zu beschäftigen: Was macht man mit einem Flugzeug auf der Autobahn? Lösung: Seil ans schwere Rüstfahrzeug. Und dann fährt über die A2 eine Kolonne, wie sie wohl noch nicht zu sehen war. Vorne das Rüstfahrzeug, hinten dran der Motorsegler, links und rechts neben den Tragflächen begleiten Feuerwehrmänner das Kleinflugzeug zu Fuß. Das Flugzeug mit 10,78 Metern Spannweite wird mit dem Rüstfahrzeug der FF Arnoldstein in Schrittgeschwindigkeit über die Autobahn zum ehemaligen Zollamtsplatz Arnoldstein geschleppt, ein paar Verkehrszeichen müssen für kurze Zeit weichen. Nach einer Dreiviertelstunde ist die Autobahn wieder frei. Für diesen außergewöhnlichen Einsatz geht der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres“ an das Bezirksfeuerwehrkommando Villach-Land.

Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres – Straßenmeistereien“:
Preisträger:innen: Straßenmeisterei Zams (Land Tirol)

Bei Unwettern Ende Juni 2026 gingen im Gemeindegebiet von St. Leonhard im Pitztal (Bezirk Imst) Muren im Bereich des Bichlbachs und des Hairlachbachs ab, zusätzlich trat die Pitze stellenweise über die Ufer. Die L16 Pitztalstraße wurde auf rund 500 Metern unterspült, Teile der Straße brachen weg. Und die Pitztalstraße ist nicht irgendeine Straße. Sie ist die einzige. Dahinter liegt ein ganzes Tal – Dörfer, ein Sommer voller Gäste, und die Arztpraxis, die plötzlich auf der anderen Seite lag. Die Straßenmeisterei Zams errichtete innerhalb einer Woche eine Ersatztrasse im Bereich der Weiler Eggenstall und Hairlach. Diese wurde am Montag, den 6. Juli, in beiden Fahrtrichtungen einspurig mit Ampelregelung freigegeben. Sie war breiter als die zuvor bestehende Behelfsumfahrung, verkürzte den Umfahrungsweg und Ampelphasen deutlich und war auch für Reisebusse, LKW mit Anhänger und Sattelkraftfahrzeuge befahrbar. Wochen später kam die nächste Mure runter – die Notstraße hielt. Für das rasche, tatkräftige und engagierte Anpacken ehrt der Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Einsatzhelfer:innen des Jahres“ die Straßenmeisterei Zams.

Kategorie „Innovation des Jahres“:
Preisträger:innen: EYYES GmbH, ASFINAG und ÖAMTC

Manchmal ist ein Arbeitsplatz auf der Autobahn nur sehr schmal: links die Leitschiene, rechts rauscht der Verkehr vorbei. Um Menschen zu schützen, die dort arbeiten, wurde „CollisionEye“ entwickelt – ein kamerabasiertes, KI-gestütztes Kollisionswarnsystem. Eine Kamera am Einsatzfahrzeug oder am Warnleitanhänger erkennt Fahrstreifen und Fahrzeuge, ermittelt Richtung und Geschwindigkeit und berechnet daraus das Kollisionsrisiko. Bei erkannter Gefahr werden die herannahenden Lenker:innen über ein akustisches Warnsignal gewarnt; die Mitarbeitenden erhalten zeitgleich über einen am Körper getragenen Funkempfänger einen Vibrationsalarm. Entwickelt wurde das System von der EYYES GmbH mit Sitz in Gedersdorf bei Krems, ASFINAG und ÖAMTC testen es seit Herbst 2025 auf österreichischen Autobahnen, erproben es im täglichen Einsatz und entwickeln es durch laufende Rückmeldungen gemeinsam weiter. Der Testbetrieb wird nun ausgeweitet. Für diese Innovation ehrt der Ö3-Verkehrsaward die EYYES GmbH, die ASFINAG und den ÖAMTC.

Rückfragen & Kontakt

ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Hitradio Ö3
Bernadette Aigner
Telefon: 01 87878 19121
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HOA

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel