• 15.09.2026, 10:48:32
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Neue „True Stories“: „Tod am Fluss – Der Fall Denisa Šoltísová“ und „Der Parkhausmord – Wer tötete Charlotte Böhringer?“

Am 17. September ab 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON

Wien (OTS) - 

Jänner 2008, Regau in Oberösterreich: In einem Fluss wird die Leiche der 29-jährigen slowakischen Pflegerin Denisa Soltísová gefunden. Zehn Tage zuvor war sie verschwunden. Zuletzt wurde sie in einer Winternacht bei Minusgraden barfuß und nur leicht bekleidet in der Nähe ihres Arbeitsplatzes – dem Haus eines pensionierten Arztes – gesehen. Ihre Familie glaubt bis heute, dass sie ermordet wurde. Widersprüche, Geheimniskrämerei, schlampige Ermittlungen – ein Fall, der bis heute viele Fragen aufwirft. Die von Metafilm für den ORF produzierte Doku „Tod am Fluss – Der Fall Denisa Šoltísová“ von Biljana Petrović – zu sehen am Donnerstag, dem 17. September 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON – ist eine packende „True Story“ über widersprüchliche Gutachten, offene Fragen im Kontext eines brisanten gesellschaftlichen Themas und den langen Kampf einer Familie um Wahrheit und Gewissheit.

In München wird 2006 die Millionärin Charlotte Böhringer ermordet. Ihr Neffe Benedikt Toth gerät unter Verdacht und wird 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis heute beteuert er jedoch seine Unschuld. Die Doku „Der Parkhausmord – Wer tötete Charlotte Böhringer?“ beleuchtet um 21.05 Uhr im Rahmen der „True Stories“-Leiste den Mordfall nach aktuellen Erkenntnissen und lässt sowohl Skeptiker des Urteils als auch Fürsprecher zu Wort kommen, ebenso Benedikt Toth selbst. Als Autor und Regisseur fungierte der preisgekrönte Filmemacher Gunther Scholz.

True Stories: „Tod am Fluss – Der Fall Denisa Šoltísová“ (20.15 Uhr)

Bereits wenige Stunden nach dem Fund der Leiche wird Denisa Šoltísovás Tod in Österreich als Suizid durch Ertrinken eingestuft – ohne Obduktion. Andere gerichtsmedizinische Bewertungen kommen zu abweichenden Schlüssen – ein Konflikt der Expertisen, der den Fall bis heute prägt. Für die österreichischen Behörden ist der Fall rasch abgeschlossen, doch Denisa Soltísovás Familie, die in der Slowakei lebt, zweifelt an der Theorie eines Suizids. Nach der Überstellung des Leichnams in die Slowakei veranlassen Denisas Eltern eine Obduktion. Dabei werden Blutergüsse an Unterarmen und Oberschenkeln sowie fragwürdige Medikamente im Körper der jungen Frau festgestellt. Die Befunde führen zu unterschiedlichen Interpretationen: Während ein Teil der Gutachten einen Suizid für wahrscheinlich hält, sehen andere Expertinnen und Experten Hinweise auf eine mögliche Beteiligung Dritter. Außerdem soll Denisa laut Aussagen der Eltern sowie von Zeuginnen und Zeugen in den Tagen vor ihrem Verschwinden zunehmend verwirrt und geschwächt gewirkt haben – obwohl sie psychisch und physisch kerngesund gewesen sei. Auch den österreichischen Journalisten Martin Leidenfrost, der zu der Zeit in der Slowakei lebt, lässt Denisa Šoltísovás Schicksal nicht los. Er macht es sich zur Aufgabe, Denisas Familie bei der Suche nach einem möglichen Täter zu unterstützen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Auch er stößt auf Widersprüche, Geheimniskrämerei und Schlampereien in den Ermittlungen.

Die Dokumentation zeichnet das tragische Schicksal einer jungen Frau nach, die voller Zukunftspläne nach Österreich kam und als 24-Stunden-Pflegekraft ihren Lebensunterhalt verdiente. Ihre Geschichte erzählt von der zumeist unsichtbaren Lebensrealität tausender osteuropäischer Pflegekräfte, die seit der EU-Osterweiterung die Betreuung alter Menschen in Österreich sichern – isoliert und fern ihrer Heimat. Die Spurensuche führt von Oberösterreich bis in die Slowakei. Journalistinnen und Journalisten, Gerichtsmediziner, Juristen und Angehörige sprechen über die widersprüchlichen Gutachten, mögliche Ermittlungsfehler und die Frage, ob Herkunft und sozialer Status Einfluss auf die Wahrnehmung und Aufklärung des Falls hatten. 2011 stellte die Staatsanwaltschaft Wels die Ermittlungen ein. Denisas Fall ist jedoch nicht verjährt. Sollten neue Spuren auftauchen, könnten die Ermittlungen wieder aufgenommen werden. Fast zwei Jahrzehnte später hofft Denisas Mutter noch immer auf Gewissheit – und darauf, dass jemand den entscheidenden Hinweis gibt.

True Stories: „Der Parkhausmord – Wer tötete Charlotte Böhringer?“ (21.05 Uhr)

Im Mai 2006 wird die Millionärin Charlotte Böhringer im Penthouse ihres Münchner Parkhauses tot aufgefunden. Rasch gerät ihr Neffe Benedikt Toth unter Tatverdacht. Nach einem Indizienprozess wird er als schuldig verurteilt. 17 Jahre später kommt er am 24. April 2023 vorzeitig auf Bewährung nach verbüßter Haft wieder frei. Bis heute beteuert er seine Schuldlosigkeit und kämpft mit Familie und Freunden für die restlose Aufklärung des Mordfalls. Das Urteil war von Beginn an umstritten, da es ausschließlich auf einer Indizienkette beruhte. Das Tatwerkzeug konnte nicht ermittelt werden. In der Doku von Gunther Scholz kommen neben Benedikt Toth auch sein Verteidiger Peter Witting, sein Bruder Mate sowie enge Freunde zu Wort. Zudem geben Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen, der Kriminalist Axel Petermann sowie der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude ihre Einschätzung zu dem Fall ab.

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