- 14.09.2026, 12:57:32
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AK: Demokratie stärken – junge Menschen ernst nehmen
Jungen Menschen fehlt es nicht am Engagement – sondern an der Erfahrung, dass ihre Stimme etwas bewirkt.
Der AK Jugendmonitor 2026 zeigt: 72 Prozent der jungen Menschen wünschen sich mehr Möglichkeiten zur Beteiligung – gleichzeitig fühlen sich nur 28 Prozent im Parlament gut vertreten. Dabei engagiert sich rund die Hälfte bereits in Vereinen, Jugendorganisationen oder selbstorganisierten Initiativen.
„Jungen Menschen fehlt es also nicht an Bereitschaft, sich einzubringen. Was ihnen fehlt, ist vielfach die Erfahrung, dass ihre Beteiligung tatsächlich etwas verändert
“, sagt Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien.
Junge Menschen müssen in ihrem Alltag erleben, dass ihre Stimme gehört wird und ihre Beteiligung etwas bewirkt: In Schulen, Betrieben und auf allen Ebenen der Politik. Denn Demokratie darf nicht erst bei der Wahlurne beginnen.
Demokratie muss im Alltag erlebbar sein
Die Arbeiterkammer ist ein Beispiel für gelebte Beteiligung: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die AK Mitglieder, wählen ihre Vertreter und bestimmen dadurch mit, wer ihre Interessen vertritt.
Bei der AK Wahl wählen alle Mitglieder, unabhängig von der Staatsbürgerschaft, ihre Abgeordneten ins AK Parlament. Damit bestimmen sie, wer ihre Interessen vertritt. Speziell für junge Menschen bietet die AK konkrete Orte der Beteiligung – etwa die AK FAKTory, wo Jugendliche ihre Anliegen und Ideen zu Arbeit, Bildung und Zukunft diskutieren, sichtbar machen und einbringen.
Zuversicht als demokratische Ressource
Beteiligung braucht auch die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist. Wer im Alltag unter Druck steht – durch hohe Wohnkosten, finanzielle Überforderung oder fehlende Bildungschancen –, hat es schwerer, an die eigene Wirksamkeit und an positive Veränderungen in der Zukunft zu glauben. So konnten laut AK Jugendmonitor 44 Prozent der finanziell schlechter gestellten jungen Menschen eine Aus- oder Weiterbildung aus Geldmangel nicht beginnen oder fortsetzen. Sie blicken auch mit weniger Zuversicht in ihre Zukunft als die finanziell besser gestellten.
„Zuversicht braucht eine finanzielle Basis und öffentliche Investitionen. Dort, wo investiert wird, sich die Infrastruktur verbessert und der Sozialstaat ausgebaut wird, dort schöpfen junge Menschen auch Zuversicht
“, so Anderl. „Die Sorgen junger Menschen sind real: Steigende Lebenserhaltungskosten, der Druck in Schule oder Ausbildung. Dafür braucht es politische Lösungen, die mit jungen Menschen gemeinsam erarbeitet werden.
“
Denn laut AK Jugendmonitor stärkt genau das den zuversichtlichen Blick in die Zukunft: wirksame politische Veränderungen und Chancen in Beruf und Ausbildung.
„Junge Menschen brauchen keine Belehrung über Demokratie. Sie brauchen die Erfahrung, dass Demokratie funktioniert
“, sagt Renate Anderl abschließend.
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