- 13.09.2026, 10:07:02
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Totschnig: Asiatische Hornisse gefährdet heimische Bienen – Früherkennung ist entscheidend
Invasive Hornisse breitet sich nun auch nach Österreich aus: Aufmerksamkeit und rasches Handeln sind entscheidend, um weitere Ausbreitung einzudämmen.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Europa zunehmend aus. Nach den ersten Nachweisen in Österreich im Jahr 2024 und dem ersten dokumentierten Nestfund im Jahr 2026 ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Die invasive gebietsfremde Art stellt insbesondere für Honigbienen und damit für die Imkerei sowie die Bestäubung zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen eine ernstzunehmende Bedrohung dar.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont: „Unsere Honigbienen sind unverzichtbar für die heimische Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion. Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art, die sich in Europa zunehmend ausbreitet und Bienenstöcke erheblich unter Druck setzt, aber auch andere Insekten gefährdet. Umso wichtiger ist es, dass Sichtungen frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Nur wenn Behörden, Wissenschaft, Landwirtschaft und Bevölkerung eng zusammenarbeiten, können wir rasch reagieren und unsere heimischen Bestäuber bestmöglich schützen. Jede rechtzeitig gemeldete Sichtung kann dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung zu verlangsamen.“
Nachweise in Salzburg, Vorarlberg und Tirol
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde 2004 in Frankreich eingeschleppt – sie ist nach EU-Verordnung als invasive, gebietsfremde Art gelistet. Seither hat sie sich vor allem in Westeuropa stark ausgebreitet und ist mittlerweile auch in Österreich nachgewiesen. Der erste österreichische Nachweis erfolgte am 9. April 2024 in der Stadt Salzburg. Dabei handelte es sich um eine einzelne junge Königin ohne etabliertes Nest, die abgetötet wurde. Im Juni 2026 wurden in Lustenau (Vorarlberg) erstmals Nester in Österreich gefunden. Im weiteren Sommerverlauf kamen weitere Nest- und Einzelnachweise in Lustenau und Dornbirn (Vorarlberg) hinzu, welche Dank des raschen Eingreifens der zuständigen Behörden fachgerecht entfernt wurden. Ende August 2026 wurden mehrere Exemplare in Kössen (Tirol) bestätigt. Das dazugehörige Nest wurde am 28. August in einer Baumkrone in rund 25 bis 30 Metern Höhe lokalisiert. Auch hier wurde die fachgerechte Beseitigung veranlasst. In den übrigen Bundesländern liegen bislang keine bestätigten Nachweise vor. Es wird jedoch auch dort um erhöhte Aufmerksamkeit ersucht.
Die invasive Hornissenart jagt Honigbienen und andere wichtige Insekten. Ihre Jagd auf Honigbienen ist sehr effizient: die Hornissen schweben vor den Bienenstöcken und fangen heimkommende sowie ausfliegende Honigbienen ab. Dadurch kann sie Bienenstöcke schwächen und wirtschaftliche Folgen für die Imkerei nach sich ziehen. Die Asiatische Hornisse hat ein großes Beutespektrum, wie zum Beispiel andere Wespen, Schwebfliegen, Käfer und Schmetterlinge. Sie ist daher auch eine Gefahr für die heimische Insektenwelt und kann ökologische Folgen haben. Darüber hinaus kann dies zu erheblichen Schäden im Obst- und Weinbau führen.
Für gesunde Menschen ungefährlich
Für gesunde Menschen ist die Asiatische Hornisse grundsätzlich genauso ungefährlich wie die heimische Europäische Hornisse. Wie bei anderen Wespen- und Hornissenarten können Stiche jedoch insbesondere für Allergikerinnen und Allergiker sowie vulnerable Personen gesundheitliche Risiken bergen. Nester werden von den Tieren bei Bedrohung verteidigt, es sollte daher deutlicher Abstand von entdeckten Nestern gehalten werden und nur geschultes Fachpersonal zur Entfernung beauftragt werden.
Verdachtsfälle dokumentieren und rasch melden
Auch die engagierte Mithilfe der Bevölkerung ist wichtig: Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund möglichst mit Fotos dokumentieren und keinesfalls versuchen, Tiere einzufangen oder Nester selbst zu beseitigen. Verdachtsfälle können über die österreichweite Meldeplattform: Vespa velutina - Übersicht - Bienengesundheit gemeldet werden. Funde in Vorarlberg werden am besten per E-Mail an [email protected] gemeldet. Aber auch in anderen Bundesländern gibt es solche Meldeplattformen. Die Meldungen werden von Expertinnen und Experten überprüft und bei bestätigten Nachweisen die zuständigen Behörden informiert, damit notwendige Maßnahmen rasch eingeleitet werden können.
„Der Schutz unserer Insektenwelt ist eine vordringliche und vor allem auch gemeinsame Aufgabe – wir arbeiten eng mit den Bundesländern und den zuständigen Behörden zusammen. In einem gemeinsamen Projekt mit unserem Nachbarland Ungarn setzen wir uns zudem für eine grenzüberschreitende Strategie ein. Mit Aufmerksamkeit, raschen Meldungen und einem verantwortungsvollen Umgang können wir dazu beitragen, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen und unsere heimische Artenvielfalt langfristig zu erhalten", so Totschnig.
Projekt ZUSIMLANA – Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse macht keinen Halt an Landesgrenzen. Nachdem die invasive Art in der ungarischen Grenzregion nachgewiesen wurde und 2024 auch erstmals in Österreich auftrat, wurde das grenzüberschreitende Projekt ZUSIMLANA ins Leben gerufen. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt entwickelt unter anderem eine gemeinsame Strategie zur Überwachung und Eindämmung der Asiatischen Hornisse. Im Mittelpunkt stehen die enge Zusammenarbeit sowie der Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Imkerei-, Landwirtschafts- und Naturschutzsektor und den Behörden in der Grenzregion von Österreich und Ungarn.
Zum Projekt: ZUSIMLANA - AGES
Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse: Asiatische Hornisse - AGES
Rückfragen & Kontakt
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Telefon: +43 1 71100 DW 606747
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.bmluk.gv.at/
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