• 11.09.2026, 14:09:32
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Grüne Wien/Malle, Stadler: „Chancenbonus verkommt zum Feigenblatt – Wiener Schulen brauchen psychosoziale Unterstützung mehr denn je“

34,5 Vollzeitäquivalente in multiprofessionellen Teams stehen vor dem Aus – Bundesmittel dürfen nicht dazu führen, dass Wien eigenes Personal abzieht

Wien (OTS) - 

„Während die Wiener Bildungskrise ungebremst voranschreitet, lassen SPÖ und NEOS die erst vor zwei Jahren aufgebauten multiprofessionellen Teams an Pflichtschulen auslaufen. Das ist bildungspolitisch völlig absurd: Der Bund stellt zusätzliches Geld für jene Schulen bereit, die mehr Unterstützung brauchen – und die Stadtregierung fährt gleichzeitig die eigene Unterstützung zurück. Der viel gepriesene Chancenbonus wird damit zum Feigenblatt von SPÖ und Neos“, kritisieren die Bildungssprecher:innen der Grünen Wien, Julia Malle und Felix Stadler.

Mit Stand Juni 2025 waren nach Angaben von Gesundheitsstadtrat Hacker 34,5 Vollzeitäquivalente in den multiprofessionellen Teams tätig. Nun sollen diese Strukturen bis Juni 2027 auslaufen. „Wir reden hier von der Betreuung und Begleitung von tausenden Schüler:innen. Das ist keine Kleinigkeit, die man einfach mit einem neuen Fördertopf gegenrechnen kann. Wenn SPÖ und NEOS diese Stellen in Wien streichen, sobald der Bund zusätzliches Geld bereitstellt, dann haben die Schulen am Ende wieder keine zusätzlichen Ressourcen. Aber genau das wäre ja die Absicht hinter dem Chancenbonus gewesen“, so Malle und Stadler.

Rot-pinke Bildungspolitik, die an den Schulen vorbeigeht

Gerade bei der psychosozialen Unterstützung brauche es mehr statt weniger. „Schulen sind längst mit psychischen Belastungen, familiären Problemen, Konflikten und sozialen Herausforderungen konfrontiert. Wer hier bei Sozialarbeiter:innen und Psycholog:innen kürzt, macht Politik, die am tatsächlichen Bedarf unserer Schulen vorbeigeht“, halten Malle und Stadler fest.

Die Wiener Grünen fordern daher, die bestehenden multiprofessionellen Teams zu erhalten und den Chancenbonus tatsächlich als zusätzliche Ressource einzusetzen. Ein entsprechender Antrag wird im nächsten Gemeinderat eingebracht. „Wenn SPÖ und NEOS es mit mehr Chancengerechtigkeit ernst meinen, dürfen sie nicht genau jene Strukturen abbauen, die Kinder und Schulen dringend brauchen. Die Stadtregierung muss ihre Verantwortung übernehmen – und zwar zusätzlich zum Chancenbonus, nicht statt ihm“, so Malle und Stadler abschließend.

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