- 11.09.2026, 10:39:03
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Vom regionalen zum europäischen Lebensmittel-Händler
Club Tirol im Dialog mit dem Stv. SPAR-Vorstandsvorsitzenden Markus Kaser: über Erfolgsrezepte und die nahe Zukunft des Unternehmens

Was haben der in Wien ansässige CLUB Tirol und der in Salzburg beheimatete größte Lebensmittelhändler Österreichs gemeinsam? Tiroler Wurzeln. Wie die einstige „Handelsvereinigung SPAR Tirol/Pinzgau“ vom regionalen Händler zum heimischen Marktführer und bedeutendem europäischen Handelsunternehmen wurde, wie der nach wie vor in Familienhand befindliche Konzern heute „tickt“ und wohin die Reise in die Zukunft geht, dazu gab der gebürtige Tiroler Markus Kaser – Stv. Vorstandsvorsitzender der SPAR Österreich-Gruppe – jüngst einer großen Schar von Club-Tirol-Mitgliedern einige exklusive Einblicke. Passend vorgetragen in den Räumlichkeiten des im Wiener Austria Campus gelegenen SPAR ICS Hub.
„Es ist toll, was dieses Familienunternehmen auf die Füße gestellt und sich zugleich seine hohe österreichische Identität bewahrt hat“, eröffnete Club Tirol-Präsident Julian Hadschieff den Vortragsabend. Moderatorin Isabella Burtscher zeichnete anschließend mit launigen Worten kurz den Karriereweg ihres einstigen HTL-Schulkollegen Markus Kaser an die Spar-Spitze nach: der studierte Betriebswirt Kaser stieg bereits im Jahr 1998 in das Unternehmen ein, er ist seit 2021 Mitglied im SPAR-Vorstand (verantwortlich für die Bereiche Sortimentsmanagement, Marketing, CSR, Nachhaltigkeit und IT) und wird ab 2028 neuer Vorstandsvorsitzender.
Regionalität und Eigenmarken
Die Zukunft des Unternehmens ist, so Markus Kaser, naturgemäß eng mit der historischen Entwicklung der SPAR Österreichische Warenhandels-AG verknüpft. Beginnend mit der 1954 erfolgten Gründung der Vereinigung durch Hans F. Reisch mit damals 100 selbständigen Kaufleuten, zeichnet sich das Wachstum durch eine immer schrittweise, mit innovativen Lösungen verbundene Erweiterung der Geschäftsfelder aus. Vom Aufbau der Filialorganisation in den 1970er, der Entwicklung von Shopping-Center in den 1980er, dem Schritt über die Grenzen in den 90er, der Forcierung von Eigenmarken ab den 2000er bis hin zur aktuellen, stetigen Anpassung des Warensortiments auf gesellschaftliche Trends wie beispielsweise gesunde Ernährung.
„SPAR macht sich stark für deine Lebensqualität, an erster Stelle für unsere Mitarbeitenden und unsere Kunden“, bringt Kaser die Kernphilosophie des Unternehmens auf den Punkt. Ob entschlossen preiswert zu sein, Motivation für ein bewusstes Leben zu bieten, sich für Wertvolles und Gesundes einzusetzen – diese immer schon vorhandene, in jüngster Zeit auch festgeschriebene Philosophie „hebt uns vielleicht von anderen Lebensmittelhändlern ab, sie gibt uns jedenfalls Struktur und Richtung in allen Ländern, in denen wir tätig sind.“ Die SPAR-Gruppe ist mit ihren verschiedenen Geschäftstypen (vom kleinen Markt bis zum Shoppingcenter) neben Österreich mittlerweile auch in Ungarn, Slowenien, Kroatien und Norditalien tätig und hat insgesamt 93.400 Mitarbeitende (davon 50.100 in Österreich in den 1.574 heimischen SPAR-Standorten). Der somit bereits bedeutende (mittel)europäische Lebensmittel-Händler erzielt so einen Gesamtumsatz von 22,3 Mrd. Euro (2025).
Zu den „Erfolgsrezepten“, die SPAR Österreich wohl auch seit 2020 mit zum heimischen Marktführer gemacht haben, gehört für Kaser unter anderem die über die Jahrzehnte beibehaltene starke Regionalisierung. Die sechs Regionalzentralen können jeweils sehr autonom über das angebotene Warensortiment entscheiden: „Eine unserer Stärken, dazu kommt auch die nach wie vor große Zahl an selbständig agierenden Kaufleuten.“ Ein Erfolg sei auch das starke Setzen auf Eigenmarken. Mittlerweile gibt es, aufgeteilt in verschiedene Kategorien, insgesamt 40 Eigenmarken, die über 10.000 Artikel umfassen. Verstärkt durch die Einführung von Initiativen wie „Einfach OHNE“ (Reduzierung von Zusatzstoffen in Eigenmarkenartikeln) oder die „zuckerraus Initiative“. Kaser: „Das stark wachsende Gesundheitsbewusstsein gerade bei jungen Menschen ist da sicherlich ein Treiber.“
Aber warum setzt SPAR weiter auf „Old-school-Dinge“ wie etwa das Sammeln von Rabattmarkerln? Ganz einfach: „Die Österreicher:innen sind Gambler, sie lieben Aktionen.“ Diese „Aktionsliebe“ mache nebenbei auch den vielzitierten „Österreich-Aufschlag“ auf viele Waren im Vergleich zu Nachbarländern letztlich wieder wett. Natürlich gibt’s die Markerln längst auch digitalisiert über die SPAR-App. Diese hat mittlerweile immerhin 3,8 Millionen Nutzer:innen und ist speziell für die junge Generation das „Einfallstor“ in die SPAR-Welten.
Stichwort Digitalisierung, die läuft bei der SPAR-Gruppe permanent quasi hinter den Verkaufsregalen. Vom Lager bis zur Kasse – der Einsatz neuer Technologien, intelligenter Automatisierung sowie datengetriebener Prozesse sorgt ganz allgemein für einen kräftigen Wandel im Handel. Dessen Zukunft ist sozusagen digital. Aber, so Kaser, „keine Sorge, das analoge Verkaufserlebnis in unseren Märkten bleibt erhalten.“
Kulinarik von Paul Ivic
Wie stark SPAR immer wieder mit anderen österreichischen Unternehmern etwa bei der Entwicklung neuer Produkte kooperiert, davon durften sich die Club-Tirol-Mitglieder am Ende der Veranstaltung überzeugen. Kein geringerer als Österreichs erster mit einem Michelin-Stern ausgezeichneter vegetarischer Koch, der ebenfalls aus Tirol stammende Paul Ivic, kreierte eigens für das Event ein Flying Buffet. Natürlich mit regionalen Produkten aus Tirol.
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Club Tirol
Andrea Zöchling
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