• 11.09.2026, 10:27:32
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Papageno-Medienpreis 2026 an TV-Journalisten Leon Hoffmann-Ostenhof verliehen

Medienpreis des Gesundheitsministeriums für suizidpräventive Berichterstattung heuer bereits zum achten Mal vergeben

Wien (OTS) - 

Der „Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung“ geht in diesem Jahr an Leon Hoffmann-Ostenhof für seinen Beitrag „Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können“, der am 4. August 2025 in der ORF-Sendung THEMA ausgestrahlt wurde. Überreicht wurde der mit 5.000 Euro dotierte Preis von Gesundheitsministerin Korinna Schumann im Rahmen einer feierlichen Verleihung im Presseclub Concordia. Die Auszeichnung wird jährlich anlässlich des Welttages der Suizidprävention (10. September) vergeben.

In ihrer Begründung betonte die Jury, dass Leon Hoffmann-Ostenhof mit seinem TV-Beitrag alle Kriterien des Papageno-Medienpreises vorbildlich erfüllt, indem er die Bewältigung psychosozialer Krisen in den Mittelpunkt rückt. Den Protagonisten des Beitrags gilt hierbei besonderer Respekt, denn sie dienen als wichtige Vorbilder, die offen über ihre Krisen und vor allem über das Herausfinden aus der Krise sprechen und auf diese Weise Menschen in ähnlichen Situationen ermutigen.

„Ich hoffe die Geschichten der Bauern in dem Beitrag konnten ein wenig dazu beitragen, dass das Stigma rundum psychische Erkrankungen am Land ein bisschen kleiner wird“, so Papageno-Medienpreisträger Leon Hoffmann-Ostenhof.

Neben dem Beitrag des Preisträgers waren heuer auch Beiträge von Nikolai Atefie („Nach dem Absturz“, erschienen im Jänner und Februar 2026 im Rahmen einer Podcastreihe auf JETZT.at) sowie Meli Tüchler und Daniel Martos („Suizidgedanken – Was tun, wenn jemand nicht mehr leben will?“, erschienen am 22. April 2026 im Kronehit psychotoalk) auf der Shortlist nominiert.

Schumann: „Verantwortungsvolle Berichterstattung kann Leben retten.“

„Wie über Suizid berichtet wird, kann einen entscheidenden Unterschied machen. Verantwortungsvoller Journalismus informiert, gibt Orientierung und zeigt Menschen in Krisensituationen, wo sie rasch Unterstützung finden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Sensible Berichterstattung kann einen wichtigen Beitrag zur Suizidprävention leisten, während sensationsorientierte Darstellungen zusätzliche Risiken schaffen können. Mein besonderer Dank gilt daher allen Journalistinnen und Journalisten, die sich dieser Verantwortung bewusst sind, Hilfsangebote sichtbar machen und dazu beitragen, psychische Gesundheit und Suizidprävention aus der Tabuzone zu holen. Denn Worte haben Wirkung – und verantwortungsvoller Journalismus kann Leben retten“, betonte Gesundheitsministerin Korinna Schumann bei der Übergabe des Preises.

Mitveranstalter würdigen Beitrag des Papageno-Medienpreises zur Suizidprävention

Auch die Mitveranstalter des „Papageno Medienpreises für suizidpräventive Berichterstattung“ heben die Bedeutung verantwortungsvoller Berichterstattung hervor:

„Der Presserat ist mit voller Überzeugung langjähriger Partner des „Papageno-Medienpreises“. In unseren Entscheidungen zeigen wir Fehler bei der Suizidberichterstattung auf – hier können wir uns auf eine andere Art einbringen und besonders gelungene Beiträge auszeichnen, die suizidpräventiv wirken“, betont Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Österreichischen Presserats, den Stellenwert suizidpräventiver Berichterstattung in der österreichischen Medienlandschaft.

„In Anbetracht von Stigmatisierung und hartnäckigen Missverständnissen rund um das Thema Suizid ist der Papageno Medienpreis ein essentieller, stetiger Tropfen auf dem heißen Stein, der in Österreich entstanden ist und mittlerweile in vielen Ländern übernommen wurde—denn die Welt benötigt dringend qualitativ hochwertige Auseinandersetzung mit Prävention und Krisenbewältigung, in Medien wie in der Gesellschaft!“, bringt es Thomas Niederkrotenthaler für die Wiener Werkstätte für Suizidforschung auf den Punkt.

„Personen, die in eine Krise geraten und an Suizid denken, holen sich Hilfe – z. B. im Kriseninterventionszentrum in Wien oder bei anderen Krisenanlaufstellen in Österreich, wenn sie davon wissen (z. B. aus den Medien) und durch suizidpräventive Berichterstattung dazu ermutigt werden“, so Thomas Kapitany für die Österreichische Gesellschaft für Suizidprävention und für das Kriseninterventionszentrum Wien.

„In mehr als dreihundert Schulen in allen neun Bundesländern, in Liechtenstein und in Südtirol finden inzwischen einmal jährliche mental health days statt. Unter all den dort angesprochenen Themen berühren Fragen zum Umgang mit Suizidalität die Schüler:innen, Lehrlinge, Pädagoginnen und Pädagogen und Erziehungsberechtigten mit Abstand am meisten. Ein Beleg dafür, wie wichtig es ist, in der Öffentlichkeit und insbesondere in den Medien mehr über Suizid zu sprechen. Ganz im Sinne und im Zeichen des Papageno Effekts", zeigt Golli Marboe für den Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien auch die mittlerweile große Breitenwirksamkeit des Papageno-Medienpreises auf.

Berichterstattung auf Basis klarer Leitlinien kann präventiv wirken

Seit den 1980er-Jahren ist in Österreich ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben weiterhin pro Jahr rund 1.200 Menschen durch Suizid. Das sind dreimal so viele Menschen, wie jährlich im Straßenverkehr ums Leben kommen. Dazu kommt noch eine sehr hohe Zahl an Suizidversuchen.

Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auch auf die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen, die Österreich als eines der ersten Länder weltweit umgesetzt hat. Denn Medienschaffende nehmen eine wichtige Rolle in der Prävention ein, wenn sie über Suizidalität berichten. Berichte über die Bewältigung von Suizidalität und Krisen können Suiziden aktiv entgegenwirken („Papageno-Effekt“). Andere Berichte hingegen können Imitationssuizide („Werther-Effekt“) zur Folge haben. Diesen Nachahmungssuiziden soll durch entsprechende Medienrichtlinien entgegengewirkt werden.

Link zu Fotos: https://flic.kr/s/aHBqjD4y9q

Link zum Siegesbeitrag: Bauernburnout – Wenn Bauern nicht mehr können

Link zu den Medienempfehlungen unter www.sozialministerium.gv.at/papageno-medienpreis

Rückfragen & Kontakt

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: [email protected]
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