- 11.09.2026, 08:27:32
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RSV-Saison beginnt im Oktober: Impfung von Schwangeren schützt Säuglinge
Nach Schutz von Neugeborenen fordert Kammer RSV-Impfungen für werdende Mütter, ältere Menschen und Risikogruppen
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht in den meisten Fällen eine leichte Atemwegsinfektion, die aber bei bestimmten Risikogruppen wie Säuglingen, Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen wie COPD oder Asthma lebensbedrohlich verlaufen kann. Gegen RSV gibt es einerseits die Möglichkeit einer aktiven Immunisierung, also einer Impfung, andererseits eine passive Immunisierung, bei der direkt Antikörper verabreicht werden.
„Babys, die in der RSV-Saison zwischen Oktober und März geboren werden, sind besonders gefährdet. Deshalb haben wir als Kammer erkämpft, dass Neugeborene, die in diesem Zeitraum auf die Welt kommen, direkt auf den Säuglingsstationen immunisiert werden“, sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. „Noch einfacher wäre es aber, die Kinder bereits während der Schwangerschaft über die Mutter zu schützen.“ Wird die Mutter während der Schwangerschaft gegen RSV geimpft, bildet ihr Körper Antikörper, die über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden. „So könnten wir durch eine RSV-Impfung der werdenden Mütter die Säuglinge bereits vor ihrer Geburt immunisieren.“
Eine Ausweitung des kostenlosen Impfprogramms auf Schwangere wäre ein wichtiger Schritt, um die Kleinsten noch besser zu schützen. Aber auch für ältere Menschen, also Personen ab 60 Jahren, und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie Asthma, COPD, Herzschwäche oder Immunschwäche ist RSV besonders gefährlich. „Nachdem wir die Immunisierung von Babys geschafft haben, müssen wir jetzt erreichen, dass auch die anderen Personengruppen, für die eine Impfung besonders wichtig und potenziell lebensrettend sein kann, geschützt werden“, so Kamaleyan-Schmied.
Auch die Verfügbarkeit ausreichender Impfstoffmengen ist essenziell. „Egal, ob RSV-, Covid- oder Grippe-Impfung – es darf in der beginnenden Impfsaison nicht passieren, dass Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten nicht wissen, ob Impfstoffe verfügbar sind und wie sie die benötigte Impfung erhalten können. Die Verantwortlichen sind gefordert, die flächendeckende Versorgung mit ausreichend Impfstoffen sicherzustellen“, appelliert Kamaleyan-Schmied.
Notwendige Maßnahmen
- Alle vom Nationalen Impfgremium (NIG) empfohlenen Impfungen sollen automatisch als Kassenleistung übernommen werden. Bisher muss nach jeder Empfehlung erstens der politische Wille für die Umsetzung vorhanden sein und zweitens die Finanzierung immer im Einzelfall verhandelt werden. Das kostet enorm viel Zeit und verzögert die Umsetzung massiv.
- Ausweitung des Gratis-Impfprogramms:
- RSV-Impfung für Schwangere
- RSV-Impfung für die ältere Bevölkerung und Risikopatientinnen und -patienten
- Vierfachimpfung gegen Pertussis, Diphtherie, Tetanus und Polio für alle Erwachsenen - RSV-Schnelltest in Ordinationen als Kassenleistung
- Sicherstellung einer zuverlässigen und kontinuierlichen Verfügbarkeit aller benötigten Impfstoffe
Rückfragen & Kontakt
Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien
Mag. Katharina Hemmelmair
Telefon: 06649697506
E-Mail: [email protected]
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